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Die Räuber Ein Schauspiel in fünf Akten von Schiller, Friedrich von (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Die Räuber

Friedrich Schiller zeigt in "Die Räuber" von 1781 den Wettkampf zweier Brüder um die Gunst des Vaters. Franz Moor hadert mit seinem Schicksal. Als zweitgeborener Sohn ist er von der Erbfolge ausgeschlossen. Er bedient sich einer Intrige, um den verhassten Bruder Karl auszubooten. Karl studiert in Leipzig. Franz fängt einen Brief Karls an den Vater ab, in dem Karl um Vergebung für den bisher zu geringen Studienfortschritt bittet. Franz lässt dem Vater statt Karls Brief ein gefälschtes Schreiben eines angeblichen Leipziger Gewährsmanns zukommen, der frei erfundene Vorwürfe über kriminelle Aktivitäten Karls enthält. Der Vater glaubt der Fälschung und reagiert entsetzt. Er beauftragt Franz, in seinem Namen eine unversöhnliche Antwort zu verfassen, in der er sich von seinem eigenen Sohn lossagt. Nachdem Karl erfährt, dass der Vater das Band zu ihm zerschnitten hat, beschließt er tatsächlich, sich einer kriminellen Bande anzuschließen und sich fortan außerhalb der gesellschaftlichen Ordnung zu bewegen. Im Umgang mit den Kriminellen verroht er immer stärker und beteiligt sich sogar an Untaten. Als er diesen Wandel an sich bemerkt, schleicht er sich inkognito in das väterliche Schloss ein, um die Chancen auf eine Rückkehr ins bürgerliche Leben zu eruieren. "Die Räuber" wurden für Friedrich Schiller sofort nach den ersten Bühnenaufführungen ein großer Erfolg. Bis heute wird das Stück häufig aufgeführt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 153
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783744864763
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 2236 kBytes
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Die Räuber

Erster Akt

Erste Szene

Franken. Saal im Moorischen Schloß.

Franz. Der alte Moor.

FRANZ. Aber ist Euch auch wohl, Vater? Ihr seht so blaß.

DER ALTE MOOR. Ganz wohl, mein Sohn - was hattest du mir zu sagen?

FRANZ. Die Post ist angekommen - ein Brief von unserm Korrespondenten in Leipzig -

DER ALTE MOOR begierig. Nachrichten von meinem Sohne Karl?

FRANZ. Hm! Hm! - So ist es. Aber ich fürchte - ich weiß nicht - ob ich - Eurer Gesundheit? - Ist Euch wirklich ganz wohl, mein Vater?

DER ALTE MOOR. Wie dem Fisch im Wasser! Von meinem Sohne schreibt er? - Wie kommst du zu dieser Besorgnis? Du hast mich zweimal gefragt.

FRANZ. Wenn Ihr krank seid - nur die leiseste Ahndung habt, es zu werden, so laßt mich - ich will zu gelegnerer Zeit zu Euch reden. Halb vor sich. Diese Zeitung ist nicht für einen zerbrechlichen Körper.

DER ALTE MOOR. Gott! Gott! was werd ich hören?

FRANZ. Laßt mich vorerst auf die Seite gehn und eine Träne des Mitleids vergießen um meinen verlornen Bruder - ich sollte schweigen auf ewig - denn er ist Euer Sohn; ich sollte seine Schande verhüllen auf ewig - denn er ist mein Bruder. - Aber Euch gehorchen, ist meine erste, traurige Pflicht - darum vergebt mir.

DER ALTE MOOR. O Karl! Karl! Wüßtest du, wie deine Aufführung das Vaterherz foltert! Wie eine einzige frohe Nachricht von dir meinem Leben zehen Jahre zusetzen würde - mich zum Jüngling machen würde - da mich nun jede, ach! - einen Schritt näher ans Grab rückt!

FRANZ. Ist es das, alter Mann, so lebt wohl - wir alle würden noch heute die Haare ausraufen über Eurem Sarge.

DER ALTE MOOR. Bleib! - Es ist noch um den kleinen kurzen Schritt[493] zu tun - laß ihm seinen Willen! Indem er sich niedersetzt. Die Sünden seiner Väter werden heimgesucht im dritten und vierten Glied - laß ihns vollenden.

FRANZ nimmt den Brief aus der Tasche. Ihr kennt unsern Korrespondenten! Seht! Den Finger meiner rechten Hand wollt ich drum geben, dürft ich sagen, er ist ein Lügner, ein schwarzer, giftiger Lügner - - Faßt Euch! Ihr vergebt mir, wenn ich Euch den Brief nicht selbst lesen lasse - noch dörft Ihr nicht alles hören.

DER ALTE MOOR. Alles, alles - mein Sohn, du ersparst mir die Krücke.

FRANZ liest. "Leipzig, vom 1. Mai. - Verbände mich nicht eine unverbrüchliche Zusage, dir auch nicht das geringste zu verhehlen, was ich von den Schicksalen deines Bruders auffangen kann, liebster Freund, nimmermehr würde meine unschuldige Feder an dir zur Tyrannin geworden sein. Ich kann aus hundert Briefen von dir abnehmen, wie Nachrichten dieser Art dein brüderliches Herz durchbohren müssen, mir ists, als säh ich dich schon um den Nichtswürdigen, den Abscheulichen" - - Der alte Moor verbirgt sein Gesicht. Seht, Vater! ich lese Euch nur das Glimpflichste - "den Abscheulichen in tausend Tränen ergossen", - ach, sie flossen stürzten stromweis von dieser mitleidigen Wange - "mir ists, als säh ich schon deinen alten, frommen Vater totenbleich" - Jesus Maria! Ihr seids, eh Ihr noch das mindeste wisset?

DER ALTE MOOR. Weiter! Weiter!

FRANZ. "Totenbleich in seinen Stuhl zurücktaumeln und dem Tage fluchen, an dem ihm zum erstenmal Vater entgegengestammelt ward. Man hat mir nicht alles entdecken mögen, und von dem wenigen, das ich weiß, erfährst du nur weniges. Dein Bruder scheint nun das Maß seiner Schande gefüllt zu haben; ich wenigstens kenne nichts über dem, was er wirklich erreicht hat, wenn nicht sein Genie das meinige hierin übersteigt. Gestern um Mitternacht hatte er den großen Entschluß, nach vierzigtausend Dukaten Schulden" - ein hübsches Taschengeld, Vater! - "nachdem er zuvor die T

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