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Die Ratsherrentochter Historischer Kriminalroman von Waldherr, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.03.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Die Ratsherrentochter

Wymphen, im Jahre 1523. Die junge Bürgerstochter Anna wird Opfer einer Intrige und unschuldig zum Tode verurteilt. Getrieben vom Willen zu überleben, willigt sie in eine Ehe mit dem Mann ein, der sie eigentlich hinrichten sollte. Fortan fristet sie ihr Dasein am Rande der Gesellschaft. Wird es Anna gelingen, den wahren Mörder zu entlarven? Und werden die Wymphener Bürger sie, das Weib eines Henkers, wieder in ihre Kreise aufnehmen?

Petra Waldherr wurde 1974 in Möckmühl geboren. Sie lebt heute mit ihrer Familie nahe der Burgenstraße und der Württemberger Weinstraße und ist in der Finanzbuchführung tätig. Ihr ausgeprägtes Interesse an Geschichte ließ einen historischen Roman entstehen, dessen Schauplätze unweit des eigenen Wohnortes liegen. Die Autorin lebt quasi selbst in ihrer Geschichte. Der Roman ist ihre erste Veröffentlichung im Gmeiner-Verlag.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 540
    Erscheinungsdatum: 05.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839242995
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: Gmeiner Original Bd.1
    Größe: 3317 kBytes
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Die Ratsherrentochter

RÖSSER UND LÄUSE

– Freitag, 6. Februar 1523 –

Michael hielt die Augen geschlossen . Seine Glieder fühlten sich schwer an und er wollte den Moment hinauszögern, in dem er die Decke zurückschlagen musste und die Kälte sich seiner bemächtigen konnte. Er hatte tief und traumlos geschlafen, und der Gedanke, sich einfach noch einmal umzudrehen und im Warmen zusammengekauert liegen zu bleiben, hatte schon etwas Verführerisches. Leise Geräusche drangen zu ihm herauf. Ein Stuhl wurde gerückt und schrammte über den Holzboden. Geschirr klapperte und tapsende kleine Füße bewegten sich unten hin und her. Er konnte Greta hören und ein piepsendes Stimmchen antwortete ihr. Michael lächelte. Das musste die kleine Elisabeth sein. Als er damals fortging, war seine Schwester gerade schwanger. Und selbst wenn seine Nichte schon geboren gewesen wäre, hätte sich das Mädchen in den letzten Jahren so verändert, dass er sie nicht wiedererkannt hätte.

Das leise Knurren seines Magens ließ ihn schließlich doch die Augen aufschlagen. Es herrschte Zwielicht in seiner Kammer. Langsam wanderte sein Blick durch den spärlich eingerichteten Raum. Das Bett stand in der Ecke an der Wand – gegenüber dem kleinen Schrank, und daneben die ebenfalls hölzerne Truhe. Seine Füße zeigten in Richtung Tür und sein Kopf zum einzigen Fenster. Wenn er sich aufsetzte, konnte er rechter Hand das Speyrer und auf der anderen Seite das Haupttor erblicken.

Mit einem Ruck zog er die Decke weg und schwang die Beine aus dem Bett. Fröstelnd angelte er sich seine Kleider, die er nachts achtlos über den Bettpfosten am Fußende geworfen hatte, und zog den kalten Stoff über.

Die Holztreppe quietschte etwas unter seinem Gewicht und hatte ihn sicher schon lange verraten. Trotzdem blieb er einen Augenblick vor der Tür stehen, die in die Stube führte. Er lauschte – drinnen war nichts mehr zu hören. Neugierig öffnete er die Tür und duckte sich ein wenig beim Eintreten. Greta stand gerade am Feuer und rührte mit dem großen hölzernen Löffel weiter in dem dicken Getreidebrei. Sie sah kurz auf und strahlte ihren Bruder an.

"Na, hast du gut geschlafen?" Geschickt schob sie das Gefäß weiter an den Rand des Feuers, wo es jetzt auf den Tonbeinen über der heißen Glut stand. Sie wischte sich die Hände an ihrer Schürze ab und umarmte Michael kurz, der grinsend neben der Tür stand und nickte.

"Lisbet, das ist dein Oheim ... Michael. Ich habe dir doch schon viel von ihm erzählt", wandte sie sich erklärend an ihre Tochter. Die Kleine war reglos neben dem Tisch stehen geblieben und blickte ihn mit großen Augen an. Sie trug ein Kleid, und um ihren Bauch war ein Tuch gebunden, auf dem sich schon mehrere Flecken und Schmierer gesammelt hatten. Die dunklen Haare hatte sie eindeutig von ihrer Mutter, und auch sonst konnte Michael nicht allzu viel Ähnlichkeit mit dem hellhäutigen, blonden Wilhelm feststellen.

"Möchtest du ihn denn nicht kurz begrüßen?" Lächelnd ging Greta neben Lisbet in die Hocke und nahm das Mädchen in die Arme, als es schüchtern eine Schulter hochzog und sich an die Mutter kuschelte. Verlegen, aber trotzdem neugierig, schielte sie hinter Gretas Haaren hervor.

"Als ich so alt war wie du, da habe ich auch schon in diesem Haus gewohnt und hier in der Stube gespielt, weißt du?" Michael war ebenfalls in die Hocke gegangen und fing ganz beiläufig an zu erzählen. "Und der große schwarze Hund draußen in der Scheune, der war mal so klein! Dann habe ich ihn gut gefüttert, u

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