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Die Reeder Roman von Köster-Lösche, Kari (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2015
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Die Reeder

Aufstieg und Fall einer Rostocker Reedereifamilie - 'Die Reeder' von Kari Köster-Lösche jetzt als eBook bei dotbooks. Rostock, Ende des 19. Jahrhunderts: Als sein Vater plötzlich stirbt, ist Hans Brinkmann nicht nur für das Wohl seiner Familie verantwortlich, sondern auch Alleininhaber einer der erfolgreichsten Reedereien Deutschlands. Zwischen wirtschaftlichen Zwängen und den Schrecken des 1. Weltkriegs muss Hans die richtigen Entscheidungen zum Wohle aller treffen. Trotz des Misstrauens, das ihm sogar aus seiner eigenen Familie entgegenschlägt, will der junge Mann um jeden Preis das Erbe seines Vaters bewahren. Auch die Stellung der Brinkmanns in der Rostocker Gesellschaft hängt davon ab - und damit die Zukunft seiner Kinder. Die Chronik einer Familie - wie ein altes Fotoalbum, bei dem sich hinter jeder Porträtaufnahme und den sorgfältig inszenierten Gruppenbildern Geheimnisse und Intrigen, Skandale und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verbergen. Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Die Reeder' von Kari Köster-Lösche. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag Kari Köster-Lösche, 1946 in Lübeck geboren, Tierärztin und Wikingerexpertin, hat einen Großteil ihrer Jugend im schwedischen Uppsala, dem Zentrum der nordischen Kultur, verbracht. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin in Nordfriesland. Kari Köster-Lösche veröffentlicht bei dotbooks bereits die historischen Romane "Die Erbin der Gaukler", "Jagd im Eis", "Die Wagenlenkerin", "Die Hexe von Tondern", "Die Reeder", "Die Heilerin von Alexandria" und das Kinderbuch "Stille Nacht, eisige Nacht" sowie zwei historische Romanserien: DIE WIKINGER-SAGA: Der Thorshammer. Band 1 Das Drachenboot. Band 2 Die Bronzefibel. Band 3 DIE SACHSEN-SAGA: Das Blutgericht - Erster Roman Donars Rache - Zweiter Roman Mit Kreuz und Schwert - Dritter Roman

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 491
    Erscheinungsdatum: 08.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958241893
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 740 kBytes
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Die Reeder

Teil I: Der Lehrling Brinkmann

1. Kapitel (1822/23)

Friedrich Wilhelm schäumte vor Wut. Erstens hatte sein Vater ihn schon wieder ausgescholten, obwohl er nicht schuld hatte, und zweitens sah er im Vorübergehen, wie sein kleiner Bruder Johann sich schon wieder an der Puppe von Catharina zu schaffen machte. Johann, mit nacktem Hinterteil, kniete auf dem Boden, vor sich das nur noch dürftig angezogene Püppchen von Catharina, stemmte mit der einen Hand den Hals nach hinten und bohrte mit dem Daumen der anderen Hand im groben Stoff, der das Bäuchlein bedeckte. Mit leisem Ratschen zerriß es, und Stroh quoll heraus.

Friedrich Wilhelm trat zu, von hinten, ohne Vorwarnung, mit Genuß und ohne sich zu schämen, denn er war erst sechs Jahre alt. Wenn es um solche Dinge ging, stand er selten auf der Seite von Johann, einem der Zwillinge. Johann, gerade vier Jahre, flog nach vorne. Verblüfft rieb er sich die Stirn, dann sah er sich um, wußte wohl nicht, was seinen Sturzflug verursacht hatte. Erst jetzt erblickte er seinen Bruder.

"Mutter! Mutter!", brüllte er aus Leibeskräften.

"Halt's Maul!", fauchte Friedrich Wilhelm und gab ihm eine Maulschelle.

Aber es war bereits zu spät. Die Mutter, noch blasser als sonst, stand bereits hinter ihm, schob ihn unsanft beiseite und hob den kleinen Jungen auf. Johann, sicher in ihrem Arm, streckte seinem Bruder über die Schulter der Mutter die Zunge heraus.

"Mußt du denn immer Streit machen?", seufzte Abigael Brinkmann und sah ihren ältesten Sohn anklagend an. "Ich weiß ja, daß du es gut meinst, aber in letzter Zeit häuft es sich so. Bitte Friedrich Wilhelm, um meinetwillen ..." Sie strich ihm über das Haar. Er schüttelte die Hand seiner Mutter mit einer wilden Bewegung ab.

"Ich mache keinen Streit", fauchte er. "Merkst du denn nicht, daß Johann das mit Absicht macht? Nicht nur heute. Jedesmal!"

"Nein, gewiß nicht", versuchte seine Mutter ihn zu beruhigen. "Und du machst mir das Leben so schwer, selbst wenn es gut gemeint ist." Ohne Friedrich Wilhelm weiter zu beachten, verließ sie das Zimmer und ging wieder in die Küche, wo der Zwillingsbruder von Johann, Christian, auf dem Boden zu Füßen von Catharina mit zwei vertrockneten Kastanien spielte. Die beiden wenigstens waren friedlich. Abigael seufzte unhörbar. Ihre so verschiedenen Kinder vertrugen sich manchmal schlecht. Catharina, die Kartoffeln schälte, sah zur Mutter auf, sagte jedoch nichts.

"Fein", sagte Abigael und lächelte sie an. Catharina trug die Schalen hauchdünn ab, wie sie es ihr gesagt hatte. Sie machte immer, was man ihr sagte. Pauline dagegen war dafür nicht geeignet. Großzügig in allem, in der Kleiderordnung wie im Handeln, wanderten bei ihr die halben Kartoffeln in den Abfall, wenn nur ein schwarzes Stippchen an der Schale war. Sie vor allem war es, die sich nicht an die seit zwei Jahren verschlechterten wirtschaftlichen Verhältnisse im Land gewöhnen konnte.

Abigael Brinkmann hockte sich vor den Herd, wich wie gewohnt dem herausquellenden Rauch aus und schob einige Scheite Holz nach, damit das Wasser im großen Topf endlich kochen konnte. An Riga, Petersburg und Turku hatte sie früher gedacht, an die Orte, von denen ihr Vater erzählte, wenn er zwischen seinen Seereisen nach Hause kam und zwei, drei Tage blieb. Am liebsten wäre sie von seinem Schoß überhaupt nicht gewichen, und ihr Vater hatte sie nach Meinung der Mutter über Gebühr lange dort oben behalten. "Setz dem Kind keine Flöhe ins Ohr", hatte sie gefordert, "ein Mädchen geht nicht zur See, also laß sie in Ruhe." Abigael aber war in seiner schützenden Umarmung zum Kapitän geworden, war durch die runden buckeligen Schären nach Stockholm gesegelt, hatte von dort den Weg um Schonen in nur zwei langen Schlägen geschafft, war mit Lotsenhilfe durch den quirlenden Sund gebraust und hatte schließlich in Gotenhafen Ladung übernommen, Holz natürlich, das dringend in Rostock gebraucht wurde. Und

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