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Die Sängerin von Berlin Roman-Biografie von Schütze, Silke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.03.2014
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Die Sängerin von Berlin

"Lieber auf dem Diwan räkeln / Als am Haushaltsgeld zu mäkeln. / Lieber Tanz und Dollerei / Als die olle Kocherei! / In der Küche stehn beim Topf? / Ab mit diesem alten Zopf!" Deutschland in den 20er Jahren. Henriette Elisabeth Wuttke hält es nicht mehr aus in der bedrückenden Enge und Biederkeit der Provinz. Wie viele andere junge Frauen zieht es sie in die brodelnde Metropole Berlin. Hier wird aus der braven Lehrertochter die kecke Henny Walden, die sich alles traut. Ihr Ziel: Als Dichterin und Sängerin berühmt zu werden. Hennys unkomplizierter Charme verschafft ihr schnell Zugang zu den Künstlercliquen der Weimarer Republik. Immer wieder scheint das große Glück zum Greifen nah - doch stets kommt es anders, als Henny denkt ... Spannend, bewegend und amüsant wie eine Kabarett-Revue: Das Porträt einer faszinierenden Frau, die fest entschlossen ist, im Leben nicht in der zweiten Reihe zu stehen. Jetzt als eBook kaufen und genießen: "Die Sängerin von Berlin" von Silke Schütze. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Silke Schütze, geboren 1961, lebt in Hamburg. Nach ihrem Studium der Philologie arbeitete sie unter anderem als Pressesprecherin, Chefredakteurin und Produzentin. Silke Schütze hat zahlreiche Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht und hält Schreiben für die zweitschönste Sache der Welt. 2008 wurde sie vom RBB und dem Literaturhaus Berlin mit dem renommierten Walter-Serner-Preis ausgezeichnet. Silke Schütze veröffentlichte bei dotbooks bereits die Romanbiografie "Die Sängerin von Berlin" sowie für alle Leserinnen und Leser mit Herz für feinen Humor die Familie-Hasemann-Abenteuer "Frau Hasemann feiert ein Fest", "Herr Hasemann auf Wolke 7" und "Die Hasemanns auf großer Fahrt" und "Frau Hasemann findet das Glück".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 293
    Erscheinungsdatum: 03.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955205232
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 1793 kBytes
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Die Sängerin von Berlin

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Wie schreibt man die Biographie einer Frau, über deren Leben der Vergangenheit nur knappe zehn Jahre zu entreißen sind? Über die nur bekannt ist, daß sie gelebt hat? Daß sie Berlin liebte und träumte, als Soubrette dort Karriere zu machen? Deren Stimme, mal frech und pointiert, mal melancholisch und verzweifelt durch den Schleier der Jahre dringt? Der zielbewußten Erforschung dieses Lebens sind noch engere Grenzen gesetzt, als dies gemeinhin bei Biographien der Fall ist. Wir haben uns dennoch bemüht, Henny Waldens Nachlaß eine Chronologie zu geben, der einen Zauber aus seiner Lückenhaftigkeit bezieht. Sie selbst wurde einmal als "die Soubrette, die aus dem Nichts kam" beschrieben, und obwohl wir wissen, daß dieses Nichts die brandenburgische Kleinstadt Neuruppin war, liegt dieser Bezeichnung doch eine tiefere Wahrheit zugrunde. Trotz ihrer Texte bleibt Henny Walden eine Figur aus dem Schattenreich. Das Nachzeichnen ihres Lebenswegs ist Detektivarbeit. Doch über die Jahre hinweg erwachen ihre oft hastig hingeworfenen Zeilen und ihre kurzen, manchmal unvollständigen Sätze zu neuem Leben. Und ganz nebenbei spiegelte sich in ihren Aufzeichnungen das Lebenstempo von Berlin wieder.

Wer war Henny Walden? Wir stellen sie uns als junges Mädchen vor, entdecken Berlin mit ihren Augen, wir erleben die Geburt der mysteriösen Soubrette, das Reifen an Mißerfolgen und Rückschlägen, sympathisieren mit der nachdenklichen, aber ungebrochenen Frau, die zehn Jahre später die Metropole wieder verließ. Den ganzen Menschen lernen wir nicht kennen, doch gelegentlich erahnen wir ihn. Wie in Momentaufnahmen, auf einem unscharfen, verwackelten Schnappschuß erkennen wir den Kern einer eigenwilligen Person, die mit Charme, Witz und auch mit dem Mut der Verzweifelten ein für Frauen noch weitgehend unbekanntes Lebensmodell ausprobierte.

Ein wenig erinnert sie uns immer an eine Statistin aus einem Theaterstück, die in jedem Akt nur einen kleinen Satz zu sprechen hat. Dabei trieb sie nie die Handlung voran und blieb letztlich nicht mehr als Kolorit. Doch in diesem Moment, in dem sie ihren Satz sprach, gehörte ihr die ungeteilte Aufmerksamkeit und am Ende stand auch sie vor dem Vorhang und das Publikum applaudierte ihr. Henny Waldens Applaus kommt für sie selbst zu spät. Es hätte sie sicher stolz gemacht und amüsiert, wenn sie gewußt hätte, daß ihre Berlin-Schilderungen, ihr Berliner Leben, Gegenstand eines Buches werden.

In ihren Liedern, Gedichten, Drehbuchentwürfen unterschied sich Henny Walden wenig von anderen oft erfolgreicheren Zeitgenossinnen. Ihre Texte spiegeln im Gegenteil ein genaueres Bild der jeweiligen Trends in Literatur und Unterhaltungskultur wider, sie setzte sich mit dem Expressionismus, mit Nonsens-Lyrik, mit dem klassischen Chanson und "Berliner Liedern" auseinander. Auf privater Ebene nahm Henny Walden die klassischen Probleme weiblichen Lebens vorweg. Sie war der Prototyp der modernen Single-Frau mit allen Vorzügen und Schwierigkeiten, die diese Daseinsform mit sich bringt.

F. Scott Fitzgerald hat einmal geschrieben: "Biographie ist die unaufrichtigste aller Kunstformen." Natürlich, denn es gibt wohl kaum ein Leben, das sich lückenlos dokumentieren läßt. Jedes Ereignis wandelt sich im Schatten der Zeit, Gefühle und Empfindungen werden von der Chronologie der Jahre erdrückt, verlieren an Wichtigkeit und Größe, und übrig bleiben oft nur die harten Tatsachen. Fakten, historische Zusammenhänge, Geburts- und Sterbezeit, Daten, die nicht mehr als ein Gerippe des Lebens ausmachen.

Biographien stellen immer bestimmte Höhepunkte heraus, folgen hier einem Faden, vernachlässigen dort einen anderen. Einmal dienen s

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