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Die Saphirtochter Roman von Jefferies, Dinah (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Die Saphirtochter

Ceylon, 1935. Louisa Reeve, Tochter eines erfolgreichen Edelsteinhändlers, ist glücklich verheiratet mit dem Geschäftsmann Elliot. Als dieser tödlich verunglückt, erfährt sie nach und nach, dass er ein Doppelleben führte. Eines Tages besucht Louisa die koloniale Zimtplantage Cinnamon Hills, an der ihr Mann Anteile besaß, und lernt den raubeinigen Naturburschen Leo kennen, der mehr über Elliot zu wissen scheint, als er vorgibt. Und während die herrliche Plantage mit Blick auf den Indischen Ozean ihren magischen Zauber entfaltet, gerät Louisas Herz nicht nur wegen Elliots schockierendem Verrat zunehmend in Aufruhr ... Dinah Jefferies wurde 1948 in Malaysia geboren, wenige Jahre später übersiedelte die Familie nach England. Dinah Jefferies studierte Theaterwissenschaft und Englische Literatur und arbeitete als Lehrerin, Fernsehmoderatorin und Künstlerin. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin mit ihrem Ehemann in Gloucestershire. Ihre Romane erscheinen in zwanzig Ländern, ihr zweiter Roman Die Frau des Teehändlers schaffte es auf Platz 1 der Sunday-Times-Bestsellerliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 398
    Erscheinungsdatum: 28.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732571987
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: THE SAPPHIRE WIDOW
    Größe: 911 kBytes
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Die Saphirtochter

2

Ceylon, 23. Dezember 1935
In der dreihundert Jahre alten Festungsstadt Galle

T agsüber herrschten fast dreißig Grad, und selbst jetzt, um sieben Uhr abends, waren es noch fünfundzwanzig. Louisa Reeves schräg geschnittenes Kleid aus silberfarbenem Seidensatin war in Colombo angefertigt worden, nach einem Modell, das sie in der amerikanischen Vogue gesehen hatte. Bis die Zeitschriften bei ihr eintrafen, waren sie schon Monate alt, aber trotzdem, man tat sein Möglichstes. Die Schneider in Galle waren zwar sehr zuverlässig, hatten jedoch keinen Sinn für moderne Kleider, und was sie in die Hand nahmen, geriet in der Ausführung immer ein bisschen singhalesisch. In Colombo dagegen gab es Werkstätten, in denen man jedes Modell kopieren lassen konnte. Bei ihrer Körpergröße von eins fünfundsiebzig stand ihr der elegant fließende, feminine Stil gut und war zweifellos eine Abwechslung zu der Leinenbluse und den bequemen Hosen, die sie gewöhnlich beim Radfahren trug.

Elliot umarmte sie von hinten. "Glücklich?", flüsterte er ihr ins Ohr, um ihr dann durch die Haare zu streichen.

"Hey, die habe ich stundenlang frisiert." Sie hatte ihre widerspenstigen blonden Locken in Wasserwellen gelegt und an einer Seite mit einer unechten Saphirspange festgesteckt.

"Geht es dir so weit gut?", fragte er ernst und besorgt.

Sie griff nach seiner Hand. "Ja, schon, obwohl ich vorhin einmal an Julia denken musste."

"Wirklich?"

Sie nickte. "Aber es geht mir gut."

"Schön. Das wird ein wunderbares Weihnachten, und du siehst hinreißend aus." Er wandte sich zum Gehen. "Wenn es dir wirklich gut geht ... Ich sehe nur eben nach dem Wein."

"Hast du immer noch vor, am zweiten Weihnachtstag segeln zu gehen?"

"Ich denke, ja. Nur für ein paar Stunden. Du hast doch nichts dagegen? Jeremy hat eine nagelneue Jolle, und wir probieren einen dieser neumodischen Trapezgurte aus. Den hat er hier nach einem Muster aus England anfertigen lassen. Genau richtig für Wettfahrten, heißt es."

Auf dem Weg zur Tür strich er an ihr vorbei, und als sie sein Zedern-Rasierwasser roch, lächelte sie und schaute ihm im Spiegel nach. Selbst nach zwölf Jahren Ehe war er in ihren Augen noch ein wirklich gut aussehender Mann. Er hatte lockige braune Haare, grüne Augen und einen anziehenden Charme. Um die Zuneigung anderer brauchte er sich kaum zu bemühen, sondern gewann schnell Freunde und brachte Leben in jede Gesellschaft. Sie selbst brauchte länger, um jemanden kennenzulernen, und hatte nicht Elliots direkte Art. Sie liebte es aber, aus Leuten schlau zu werden, zu verstehen, wie sie tickten, und wenn sie sich einmal mit jemandem angefreundet hatte, dann wurde daraus eine Freundschaft fürs Leben.

Sie neigte sich aus dem Fenster im obersten Stock und schaute in den blauen Himmel und über das glitzernde türkisfarbene Wasser rings um Galle. Die Gegenwart verblasste, und zurück kehrte der Moment, als sie ihrer Tochter den Namen Julia gegeben hatte. An diesem Fenster hatte sie ihr Kind eine kostbare Stunde lang im Arm gehalten, bis sie vor Tränen blind war. Wann war es gestorben? Vor oder während der Geburt? Leblos geboren werden, was bedeutete das? Diese Fragen verfolgten sie noch immer. Hätte Julia noch einen Tag gelebt, wäre sie in der anglikanischen Allerheiligen-Kirche getauft worden, in der Louisa Elliot geheiratet hatte und selbst getauft worden war.

Auch nach über zwei Jahren ließ das Ereignis sie nicht los. Sie fühlte sich schuldig und dachte, sie hätte vielleicht doch etwas tun oder unterlassen können, und dann wäre es nicht passiert. Louisa schloss die Augen und sah einen schönen sonnigen Tag vor sich. Julia spielte am Strand mit den Hunden Tommy, Bouncer und Zip, dem Kümmerling des Wurfs. Alle hatten ein sandiges, nasses Fell und rochen nach Meerwasser, und ihr kleines Mädchen kreischte vor Vergnügen. Es sammelte Muscheln und rann

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