text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Schatzinsel - Vollständige Ausgabe von Stevenson, Robert Louis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2015
  • Verlag: Anaconda Verlag
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Schatzinsel - Vollständige Ausgabe

Die Gestalten aus Stevensons mitreißend erzähltem Abenteuerroman 'Die Schatzinsel' sind vielen ein Begriff: der junge Jim Hawkins, der berüchtigte Piratenkapitän Flint, der loyale und ehrliche Seebär Smollett. Besonders die schillernde Figur des zwischen äußerster Grausamkeit und lässiger Güte schwankenden Piraten Long John Silver ist unvergesslich. Zunächst war Stevensons Jugendroman 'Treasure Island', 1863 veröffentlicht, ein Misserfolg. Schon bald aber wurde er zu einem der berühmtesten und meistgelesenen Werke der Weltliteratur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 12.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783730691045
    Verlag: Anaconda Verlag
    Originaltitel: Treasure Island
    Größe: 1160 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Schatzinsel - Vollständige Ausgabe

I Der alte Freibeuter

E RSTES K APITEL
Der alte Seehund im "Admiral Benbow"

Gutsherr Trelawney, Dr. Livesey und die übrigen Herren haben mich gebeten, unsere Fahrt nach der Schatzinsel vom Anfang bis zum Ende zu beschreiben und dabei nichts zu verschweigen als die genaue Lage der Insel, und zwar auch dies nur deshalb, weil noch jetzt ungehobene Schätze dort vorhanden seien. So ergreife ich die Feder in diesem Jahre des Heils 17.. und versetze mich zurück in die Zeit, als mein Vater den Gasthof zum "Admiral Benbow" bewirtschaftete und als ein braungebrannter alter Seemann mit der Säbelnarbe im Gesicht unter unserem Dache Wohnung nahm.

Ich erinnere mich dieses Mannes, wie wenn es gestern gewesen wäre: wie er in die Tür unseres Hauses trat, während seine Schifferkiste ihm auf einem Schiebkarren nachgefahren wurde - ein großer, starker, schwerer, nußbrauner Mann. Sein teeriger Zopf hing ihm im Nacken über seinen fleckigen blauen Rock herunter, seine Hände waren schwielig und rissig mit abgebrochenen, schwarzen Fingernägeln, und der Säbelschmiß, der sich über die eine Wange hinzog, war von schmutzig-weißer Farbe. Er sah sich in der Schankstube um und pfiff dabei vor sich hin, und dann stimmte er das alte Schifferlied an, das er später so oft sang:

Johoho, und 'ne Buddel, Buddel Rum!

Johoho, und 'ne Buddel, Buddel Rum!

in der zittrigen, hohen Stimme, die so klang, wie wenn eine Ankerwinde gedreht würde. Dann schlug er mit einem Knüppel, so dick wie eine Handspeiche, gegen die Tür, und als mein Vater erschien, verlangte er barsch ein Glas Rum. Als ihm der Rum gebracht worden war, trank er ihn langsam aus, wie ein Kenner mit der Zunge den Geschmack nachprüfend, und dabei sah er sich durch das Fenster die Strandklippen und unser Wirtsschild an. Schließlich sagte er:

"Das ist 'ne nette Bucht und 'ne günstig gelegene Grogkneipe. Viel Gesellschaft, Maat?"

Mein Vater sagte ihm, Gesellschaft käme leider nur sehr wenig.

"So? Na, dann ist das die richtige Stelle für mich. Heda, Ihr, Mann!" rief er dem Mann zu, der den Handkarren schob: "Ladet mal meine Kiste ab und bringt sie nach oben! Hier will ich ein bißchen bleiben! Ich bin ein einfacher Mann - Rum und Speck und Eier, weiter brauche ich nichts und außerdem die Klippe da draußen, um die Schiffe zu beobachten. Wie Sie mich nennen könnten? Kaptein können Sie mich nennen. Ach so - ich sehe schon, worauf Sie hinauswollen - da!" und er warf drei oder vier Goldstücke auf den Tisch. "Wenn ich das verzehrt habe, können Sie mir Bescheid sagen!" rief er, und dabei sah er so stolz aus wie ein Admiral.

Und in der Tat - so schlecht seine Kleider waren und so ungepflegt seine Sprechweise, er sah durchaus nicht wie ein Mann aus, der vor dem Mast fuhr, sondern war offenbar ein Steuermann oder ein Schiffer, der gewohnt war, daß man ihm gehorchte. Sonst gab's Prügel. Der Mann, der den Schiebkarren gefahren hatte, sagte uns, die Postkutsche hätte den Gast am Tag vorher am Royal George abgesetzt; er hätte sich erkundigt, was für Gasthöfe an der Küste wären, und als er gehört hätte, daß man unser Haus lobte - und besonders, so vermute ich wenigstens, als man es ihm als einsam gelegen beschrieb - hätte er beschlossen, bei uns Aufenthalt zu nehmen. Und das war alles, was wir über unseren Gast erfahren konnten.

Er war ein schweigsamer Mann. Den ganzen Tag lungerte er an der Bucht oder auf den Klippen herum und sah durch sein Messingfernrohr über See und Strand; den ganzen Abend aber saß er in einer Ecke der Schankstube ganz dicht am Feuer und trank Rum und Wasser, und zwar eine sehr steife Mischung. Wenn jemand ihn anredete, antwortete er gewöhnlich nicht, sondern sah nur plötzlich mit einem wütenden Blick auf und blies durch seine Nase wie durch ein Nebelhorn. Wir und unsere Besucher merkten bald, daß man ihn dann in Ruhe lassen mußte. Jeden Tag, wenn er von seinen Gängen zurückkam, f

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen