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Die Schmetterlingsinsel von Bomann, Corina (eBook)

  • Verlag: Ullstein HC
eBook (ePUB)
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Die Schmetterlingsinsel

Als ihre Ehe zerbricht, steht die junge Berliner Anwältin Diana Wagenbach völlig allein da. Im Nachlass ihrer liebsten Tante findet sie das vergilbte Foto eines verwunschenen Hauses. Davor eine junge Frau. Ist es Dianas Ururgroßmutter, die einst in Ceylon lebte? Hals über Kopf macht Diana sich auf die Suche nach ihren Wurzeln in dem fremden Land am anderen Ende der Welt. Dort stößt sie auf eine geheimnisvolle Prophezeiung, die das Schicksal ihrer Familie für immer veränderte, eine verbotene Liebe, die niemals endete, und auf ihre eigene Bestimmung ... Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und lebt mittlerweile in Potsdam. Sie hat bereits erfolgreich Jugendbücher und historische Romane geschrieben, bevor ihr mit Die Schmetterlingsinsel der absolute Durchbruch gelang. Seither gehört sie zur ersten Garde der deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843702447
    Verlag: Ullstein HC
    Größe: 1569 kBytes
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Die Schmetterlingsinsel

Prolog

Tremayne House
1945

Die junge Frau tauchte an einem verregneten Oktobernachmittag vor dem alten Herrenhaus auf. Nebel hüllte den Park ein und ließ die Trauerweiden, deren Äste Regentropfen weinten, noch trostloser wirken. Verwittertes Herbstlaub säumte die vormals gepflegten Wege und hing wie Fusseln in dem Gras, das schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gemäht worden war.

Mit angespannter Miene, ihr abgezehrtes Spiegelbild ignorierend, spähte die Fremde durch die geteilte Scheibe der Eingangstür. Zweimal hatte sie bereits geläutet, doch niemand ließ sich blicken. Dabei waren die Menschen im Innern des Hauses deutlich zu hören. Offenbar hielt sie die hektische Betriebsamkeit davon ab, zur Tür zu gehen.

Nachdem sie ein drittes Mal vergeblich die Klingel gedrückt hatte, wollte sie sich schon umwenden und gehen. Da ertönten Schritte, und wenig später erschien eine Frau in Dienstmädchenuniform, auf deren Namensschild der Name Linda stand. Streng maß sie den Neuankömmling, der denselben Anblick bot wie viele Frauen, die der Krieg in Not gebracht hatte. Verfilzte schwarze Haare, blasse Wangen. Die blauen Schatten unter ihren Augen ein Zeugnis von Hunger und Entbehrungen. Die groben Arbeiterschuhe, die ihr einige Nummern zu groß waren, klafften an den Seiten auf. Unter den schmutzigen Kleidern und dem löchrigen Trenchcoat wölbte sich ein kleiner Bauch.

"Tut mir leid, wir sind überfüllt", murmelte Linda kühl.

Die blasse Gestalt streckte ihr daraufhin einen abgegriffenen, mit Schmutzschlieren bedeckten Umschlag entgegen. "Geben Sie das bitte der Hausherrin." Ihre Worte klangen hölzern, da sie es nicht gewohnt war, englisch zu sprechen. Dennoch lag eine Bestimmtheit in ihrer Forderung, die nicht zu jemandem passte, der sich damit abgefunden hatte, ein Leben auf der Straße zu führen. Linda sah die Frau, die irgendwie fremdartig wirkte, prüfend an, doch da sie ihre Bitte nicht zurücknahm und den Blick des Hausmädchens beinahe trotzig erwiderte, nahm sie den Umschlag an sich.

"Einen Moment bitte."

Aus einem Moment wurden viele, doch die Frau blieb vor der Tür stehen, als sei sie zu Stein geworden. Weder trat sie von einem Bein aufs andere, noch setzte sie sich, obwohl das niedrige steinerne Geländer Gelegenheit dazu bot. Sie streichelte sich nur sanft über den Bauch, der ihren wertvollsten Schatz barg. Das Kind, das in ihr heranwuchs, war jede Strapaze, jede Erniedrigung wert.

Anstelle des Hausmädchens erschienen zwei Frauen, eine schätzungsweise um die fünfzig und dunkelblond, die andere etwa in ihrem Alter, mit rotblondem Haar. Obwohl der Krieg auch von ihnen Opfer gefordert hatte, schien es ihnen verhältnismäßig gut zu gehen, wie ihre gesunde Gesichtsfarbe und die gerundeten Züge bewiesen.

"Sie sind Beatrice? Beatrice Jungblut?"

Die junge Frau nickte. "Ja, die Tochter von Helena. Sie sind die Stanwicks, nicht wahr?"

"Ich bin Deidre Stanwick, das ist meine Tochter Emmely Woodhouse", antwortete die ältere der beiden Frauen, der ihre Tochter wie aus dem Gesicht geschnitten war.

Beatrice nickte ihnen beklommen zu, denn sie spürte, dass sie nicht willkommen war. Doch eine andere Möglichkeit blieb ihr nicht. Ihr eigenes Leben interessierte sie nicht, mittlerweile war es so oft in Gefahr geraten, dass der Tod seinen Schrecken verloren hatte. Das Kind sollte jedoch die Möglichkeit haben, die Sonne zu sehen und den Frieden, der erst seit ein paar Monaten bestand, zu genießen.

Nachdem sie sich vielsagend angesehen hatten, fragte die Ältere: "Wo ist Helena?"

"Sie ist bei einem Angriff umgekommen, genauso wie mein Mann", antwortete die Frau.

"Und du?", fragte Emmely erschüttert.

"Ich konnte mich verstecken." Schützend legte sie die Hände vor den Bauch. "Meine Mutter sagte mir, dass ich, sollte ihr etwas passieren, mich an euch wenden soll."

Wieder sahen sich die beiden an, dann fragte Deidre: "

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