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Die Schwestern von Sherwood Roman von Winter, Claire (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.04.2013
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Die Schwestern von Sherwood

Eine geheime Botschaft, eine verbotene Liebe, eine tödliche Schuld 1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt ... England 1881: Nach vielen entbehrungsreichen Jahren hat es Elisabeth Sherwood zusammen mit ihrem Mann John zu Geld und einem wunderbaren Anwesen in Devon gebracht. Nun sollen ihre Töchter Cathleen und Amalia ihr die Türen zur besseren englischen Gesellschaft öffnen. Als Amalia nach einer schweren Scharlacherkrankung taub wird, richtet die Mutter all ihren Ehrgeiz auf Cathleen und arrangiert eine Heirat mit Lord Edward Hampton, Sohn einer verarmten Aristokratenfamilie. Auch Amalia kennt den jungen Lord. Sie begegnet ihm häufig im einsamen Dartmoor, wo sie ausgedehnte Spaziergänge unternimmt und stundenlang malt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Dann verschwindet Amalia plötzlich. Sie sei im Moor tödlich verunglückt, heißt es. Edward und Cathleen heiraten, doch ihre Familien sind gezeichnet von dem Unglück, das mit dem Verlust Amalias über sie hereingebrochen ist, und von der Schuld, die ein jeder von ihnen auf sich geladen hat ... Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete einige Jahre als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, verliert dabei aber nie die gründliche Recherche aus den Augen. Gerade die deutsche Nachkriegsgeschichte interessiert sie sehr. Die Autorin macht daraus einen spannenden und gleichzeitig sachkundigen Romanstoff mit mutigen und interessanten Charakteren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 22.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641089399
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Diana-Taschenbücher 35833
    Größe: 2176 kBytes
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Die Schwestern von Sherwood

9

Südengland, Dartmoor 1881

D ie alten Bäume erschienen ihr an diesem Morgen groß und bedrohlich - genauso wie der Nebel, der sich nur zögernd über dem Moor lichten wollte. In der Ferne konnte man die graue Linie der Hügel und Felsen sehen, die in den Himmel überging, als hätte jemand mit einem Pinsel darübergewischt. Ein leichter Wind wehte vom Dartmoor herüber. Normalerweise liebte Elisabeth diesen Blick in die Weite, den sie vom Schlafzimmer des Herrenhauses aus hatte - er stand für alles, was sie jemals hatte erreichen wollen. Doch heute fand sie die Sicht aus den dreiflügligen Fenstern beklemmend. Ein angespannter Ausdruck zeigte sich auf ihrem Gesicht. Sie hatte schlecht geschlafen und war mitten in der Nacht aufgeschreckt. Der Traum, den sie gehabt hatte, war verstörend: Sie stand draußen jenseits des schmiedeeisernen Zauns vor dem Anwesen und rüttelte voller Angst an dem Tor. Dann hatte sie an sich hinuntergeschaut und entdeckt, dass sie ein altes verschlissenes Kleid trug und wieder arm war. Es war ein furchtbares Gefühl gewesen, als hätte ihr jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Fast so wie damals - nein, schlimmer, dachte Elisabeth, denn vor siebzehn Jahren, als sie tatsächlich hier vor dem Herrenhaus stand und nichts besaß, hatte sie nur die Armut gekannt, während sie heute im Traum vom Reichtum zurück ins tiefste Elend gestürzt war. Schweißgebadet war sie aufgewacht. Selbst jetzt lief ihr bei der Vorstellung, dass es ihr jemals wieder so ergehen könnte, noch ein Schauer über den Rücken. Obgleich es überhaupt keinen Grund für ihre Befürchtungen gab. Sie und John waren reich, reicher, als sie jemals gehofft hatten. Und dennoch ließ Elisabeth die Angst nicht los. Im Gegenteil - seitdem sie im letzten Jahr hierhergezogen waren und das ehemalige Anwesen Landshire gekauft hatten, das inzwischen Sherwood hieß, war dieses Gefühl ständig gegenwärtig. Dabei war mit dem Kauf ihr größter Wunsch in Erfüllung gegangen.

Elisabeth strich sich ihr dunkelblondes Haar aus dem Gesicht und sah gegen ihren Willen für einen kurzen Augenblick wieder sich selbst vor sich, wie sie damals hier vor dem Tor gestanden hatte. Sie war dreiundzwanzig Jahre alt gewesen und hatte gerade das Kind verloren. Ein Anflug von Schuldbewusstsein ergriff sie bei der Erinnerung daran, aber nur einen flüchtigen Moment lang. Sie hatte nie - wie alle geglaubt hatten - um dieses Leben getrauert. Nein, sie war froh gewesen, dass das Baby nicht zur Welt gekommen war. Ein harter Zug zeigte sich in ihrem Gesicht. Sie hatte nicht gewollt, dass ihr Kind in Armut aufwuchs. Eine Zeit lang hatte sie sogar überlegt, selbst nachzuhelfen. Doch sie kannte niemanden und hatte zu viele Geschichten von Frauen gehört, die dabei gestorben waren. John und sie hatten damals alles verloren, jedes mühsam zusammengesparte Pfund. Sie entsann sich noch, wie er eines Abends nach Hause gekommen war und begeistert erzählt hatte, dass er einen Tipp bekommen habe und man in den Kolonien angeblich ein neues exotisches Gewürz mit einem unaussprechlichen Namen, die Tashinastarkrinde, entdeckt habe. Es sei mit dem Zimt verwandt und würde so wie einst Pfeffer und Zucker den Weltmarkt erobern. Sie würden damit unermesslich reich werden! Schon im Jahr zuvor hatte John zweimal ihr gesamtes Geld verloren, doch nun war er so überzeugt, dass er nicht nur das Letzte nahm, was sie selbst besaßen, sondern sich zusätzlich sogar noch Geld lieh, um Wertpapiere der neu gegründeten Gesellschaft zu kaufen, die mit dem Gewürz handeln wollte. Nach zehn Monaten stellte sich/sp

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