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Die Shakespeare-Schwestern Roman von Brown, Eleanor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2012
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
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Die Shakespeare-Schwestern

Rosalind, Bianca und Cordelia: Die drei eigenwilligen Schwestern - von ihrem exzentrischen Vater liebevoll nach Shakespeare-Figuren benannt - verbindet die Liebe zum Lesen. Darüber hinaus könnten sie jedoch unterschiedlicher nicht sein. Eines Sommers kehren die drei nach Hause zurück, in die kleine Universitätsstadt im Mittleren Westen. Die anfängliche Freude über das Wiedersehen währt nur kurz, denn die temperamentvollen jungen Frauen und ihre gut gehüteten Geheimnisse stellen die familiäre Harmonie auf eine harte Probe ... "Die Shakespeare-Schwestern" ist eine ebenso mitreißende wie tiefgründige, spritzige wie humorvolle Geschichte über das Los und den Segen lebenslanger Schwesternbande, die - so sehr man sich bemüht, sie zu lösen - doch allen Stürmen des Lebens standhalten.

Eleanor Brown hat einen MA-Abschluss in Literatur und lebt in Denver, Colorado. Ihre Texte und Geschichten wurden in zahlreichen Anthologien, Magazinen und Literaturzeitschriften veröffentlicht. Die Shakespeare-Schwestern war ihr erster Roman, der sich auf Anhieb zum New York Times -Bestseller entwickelte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 374
    Erscheinungsdatum: 20.05.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458774303
    Verlag: Insel Verlag
    Originaltitel: The Weird Sisters
    Größe: 3647kBytes
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Die Shakespeare-Schwestern

Eins

Cordy hatte noch nie etwas gestohlen. Aus persönlichem Stolz hatte sie nie mitgemacht, wenn unsere Freunde als Teenager leichtfingrig die Regale der Geschäfte in Barnwell absuchten, hatte sich sogar geweigert, die billigen Ohrringe und den krümeligen Lippenstift zu tragen oder die geklaute Musik zu hören. Doch da stand sie nun in dieser gottverlassenen Wüstenstadt vor einer Wand voller Schwangerschaftstests und wusste sehr genau, dass sie nicht genug Geld hatte, um einen zu kaufen. Countdown im Wilden Westen: Cordy um zwölf Uhr mittags gegen kleine rosafarbene Stäbchen.

Sie hatte es an einem anonymen Ort erledigen wollen, in einem Geschäft mit breiten Gängen und leiser, unaufdringlich dahinplätschernder Musik, das einem Unternehmen und keiner Privatperson gehörte, doch solche Geschäfte waren längst clever modernisiert und hatten an ihren Türen Diebstahlsicherungen aufgestellt, die wie rundschultrige Wachmänner aussahen. Deshalb stand sie nun mit rebellierendem Magen und brennenden Wangen in dieser verstaubten kleinen Familiendrogerie.

"So rührt die Trommeln, ruft: wohlauf! Und fort!", murmelte sie leise und fing an zu kichern, während sie mit ihrer schmalen Hand verstohlen nach einer Packung griff – irgendeiner, es spielte keine Rolle. Sie würden ihr alle sagen, was sie ohnehin wusste, sich aber nicht eingestehen mochte.

Sie ließ die Schachtel aus der Hand in ihre offene Schultertasche gleiten und wühlte mit der freien anderen in deren Tiefen nach den Resten ihres letzten Monatsgehalts, den wenigen losen Münzen, die zwischen verklebten Pfefferminzbonbons für frischen Atem, Fusseln und ausgetrockneten Stiften vergraben waren. Auf dem Weg zum Ausgang nahm sie einen Schokoriegel aus einem Regal, legte ihn der Kassiererin hin und suchte gleichzeitig nach weiteren Pennys, und ihre Finger brannten, wenn sie gegen die in den Untiefen der Tasche versteckte Schachtel stießen.

Draußen vor dem Geschäft schockartige Erleichterung. "Zu einfach", sagte sie laut zu der menschenleeren Straße; ihr Rock fegte über den Gehsteig, der vom fortschreitenden Frühling bereits heiß und abweisend war, und ihre Sandalen waren so abgelaufen, dass sie die aufdringliche Wärme durch die Sohlen spüren konnte. Die Freude über das Verbotene hielt an, bis sie das baufällige dunkle Haus erreichte, wo sie zur Zeit wohnte und wo auf den schäbigen Möbeln im Wohnzimmer ein paar Leute herumlagen, die die Exzesse der vergangenen Nacht ausschliefen. Sie riss die Packung auf, warf die Gebrauchsanweisung Richtung Mülleimer und schritt zur Tat. Und wie sie da im Badezimmer auf der Toilette hockte, die Füße auf zersprungenen, morschen Kachelscherben, und die rosige Linie anstarrte, die blass war wie verblichene Druckerschwärze, packte sie das schlechte Gewissen.

"Viel tiefer kannst du nicht fallen, Cordy, alte Socke", hörte sie Bean fröhlich sagen.

"Wie willst du dich um ein Baby kümmern, wenn du dir nicht einmal einen Schwangerschaftstest leisten kannst?" Rose ließ nicht locker.

Cordy wischte unsere imaginären Stimmen beiseite und begrub den Beweis im Mülleimer. Eigentlich spielte es keine Rolle, sagte sie sich. Sie war ohnehin unterwegs nach Hause, ließ sich dabei aber treiben, wo immer der Wind oder die nächste Mitfahrgelegenheit sie hinführten. Sie hatte jetzt einfach die Bestätigung für das, was sie längst wusste – dass es, nach sieben Jahren des Sich-Treibenlassens wie Löwenzahnsamen, an der Zeit war, irgendwo sesshaft zu werden.

Sesshaft werden. Ihr wurde kalt.

Die Worte brachten e

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