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Die Sonnentänzerin Roman von Kirchner, Bharti (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.01.2019
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)

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Die Sonnentänzerin

Wenn Heim- und Fernweh so dicht beieinander liegen: Der berührende Indien-Roman "Die Sonnentänzerin" von Bharti Kirchner jetzt als eBook bei dotbooks. Meena ist eine starke und unabhängige Frau, sie hat einen tollen Job in San Francisco und Menschen, die sie lieben. Eigentlich ist sie eine typische Amerikanerin - mit einem Unterschied: Sie wurde als junges Mädchen aus einem Dorf in Indien adoptiert. Tief in ihrem Herzen hat Meena nie die kleinen Lehmhütten, die feinen Gewürze und Gerüche ihrer Heimat vergessen - und erst recht nicht den Mann, dem sie dort vor vielen Jahren ihr Herz versprochen hat ... Und so macht sie sich auf den Weg nach Indien, auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und ihrer verlorenen Liebe. Nie hätte Meena jedoch damit gerechnet, dass auch der Schriftsteller Antoine, der sie auf ihrer Reise begleitet, zarte Gefühle in ihr wecken könnte ... Sehnsüchte, Träume und die Suche nach sich selbst - Bharti Kirchner entführt uns in ihrem ergreifenden Roman in die Farbenpracht Indiens und wagt es gleichzeitig, den Blick auch auf die Schattenseiten des einfachen Lebens in diesem faszinierenden Land zu richten. Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der gefühlvolle Liebesroman "Die Sonnentänzerin" von Bharti Kirchner - ein Indien-Roman über Sehnsucht, Heimat und eine alte Liebe. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Bharti Kirchner, geboren in Indien, war lange Zeit in der IT-Branche tätig, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Neben ihren Romanen veröffentlichte sie mehrere preisgekrönte Kochbücher und ist heute als freie Journalistin für zahlreiche bekannte Zeitschriften und Tageszeitungen tätig. Kirchner lebt mit ihrem Mann in Seattle.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 459
    Erscheinungsdatum: 04.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961482542
    Verlag: dotbooks
    Größe: 1179 kBytes
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Die Sonnentänzerin

Kapitel 1

Sieben ist die Zahl der Verheißung. Das glaubte ihr Volk schon so lange, wie man nur denken konnte. Alle sieben Jahre nahm das Leben einen neuen Lauf.

Aus diesem Grund kam es Meena Kumari auch ganz natürlich vor, daß sie an ihrem siebten Geburtstag, am Tag des Vollmonds, Vishnu Chauhan heiraten würde. Auch Vishnu war sieben Jahre alt. Sie waren zusammen in Karamgar aufgewachsen, einem kleinen Dorf mit nicht einmal hundert Lehmhütten am Rande der großen Wüste Rajasthans. Seit Meena denken konnte, waren sie und Vishnu Freunde. Morgens gingen sie zusammen in die Schule, und nachmittags spielten sie in den Sandhügeln, ließen Drachen steigen, flochten Kränze und Ketten aus Ringelblumen und scheuchten die wilden Pfauen, die in den Dorfstraßen nach Nahrung stöberten.

Am Morgen des Hochzeitstages schaute Meena zu, wie ihre Mutter den braunen Lehmboden ihrer Hütte mit dem Bambusbesen ausfegte. Dies war etwas, das sie jeden Morgen tat, um den Sand zu entfernen, den der Wind über Nacht zu ihnen hereingeblasen hatte. Die runde strohgedeckte Behausung mit den beiden Zimmern lag so dicht an den umliegenden Sanddünen, daß die Kamele ihnen in die Töpfe spucken konnten - jedenfalls sagte das ihr Großvater immer. Die Silhouette ihrer Mutter hob sich im Türrahmen ab, dunkel und groß gegen das Sonnenlicht. Aus ihren schwarzen Zöpfen ringelten sich kleine goldene Härchen in die Luft. Es sah wunderschön aus. Sie trug einen langen Rock, ein weiches, schmiegsames Oberteil und einen breiten Schal, der ihr vom Kopf gerutscht war. Man konnte sie alles fragen. Mataji wußte auf alles eine Antwort.

"Mataji, gehe ich hinterher wieder mit dir nach Hause?" fragte Meena.

Mataji hielt mit der Arbeit inne und schenkte dem kleinen Mädchen ein liebevolles Lächeln. "Habe ich dir das denn noch nicht oft genug erklärt? Ihr beide seid noch zu jung, um zusammenzuleben. Du ziehst erst zu Vishnu, wenn du vierzehn bist." Sie lachte fröhlich. "Danach wirst du ganz schön viel zu tun haben. Das Haus von Vishnus Familie ist doppelt so groß wie unseres. Aber du wirst dich daran gewöhnen. Genau wie ich damals, als ich zu deinem Vater und seiner Familie gezogen bin. Alle Frauen tun das. Schon seit ewigen Zeiten."

Vierzehn. Das waren noch einmal sieben Jahre! Noch einmal ein ganzes Leben. Aber es war nur ein kurzer Spaziergang bis zu Vishnus Haus. Kein Grund also, den Kopf hängen zu lassen.

Meena sah aus dem Fenster. Die Sonne schien viel heller als sonst und tauchte alles in ein warmes, goldgelbes Licht. Sie fragte sich, was Vishnu wohl gerade tat.

Am Vortag waren sie nach der Schule bis an den Rand des Dorfes gelaufen und hatten sich dabei zum ersten Mal an den Händen gehalten. Als Meena auf einem Schattenfleck am Boden einen hellen Kieselstein entdeckte, hatte sie ihm den geschenkt und gesagt, er müsse ihn immer behalten. Bis an sein Lebensende. Danach hatten sie an einer Stelle gespielt, wo die Sanddünen an den Feldweg reichten. Sie hatten zugeschaut, wie die Eidechsen aus ihren Löchern huschten, und hatten sich geschworen, daß "Eidechse" von nun an ihr geheimes Losungswort sein würde. Wenn Freunde oder Fremde zu einem von ihnen kämen und "Eidechse" sagten, würden sie immer wissen, daß sie nun eine Nachricht von dem anderen erhielten. Wenn Vishnu zum Beispiel auf die bessere Schule in der großen Stadt geschickt würde, so wie es seine Mutter vorhatte, würden sie sich mit diesem Wort immer nahe sein. Danach waren sie von den Sanddünen aus um die Wette gerannt, bis zu dem Laden mit den Süßigkeiten, der in der Mitte des Dorfes lag. Meena hatte gewonnen, aber der Mann, dem der Laden gehörte, hatte ihr mit dem Finger gedroht und gesagt: "Mädchen rennen nicht! Und schon gar nicht schneller als die Jungen."

Meena hatte weggeschaut und statt dessen die Lagen Laddoo beäugt, die sich in seinem Schaufenster türmten. Auf der ganzen Welt gab es nichts Besseres als Laddoo aus gestoßenen goldglänzenden

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