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Die Stunde des Schicksals Die Lytton Saga 3 - Roman von Vincenzi, Penny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Stunde des Schicksals

London 1953. Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs ist in das Leben der Lyttons endlich wieder eine gewisse Normalität zurückgekehrt. Doch dann folgt ein Paukenschlag: Die unlängst verwitwete Lady Celia verkündet, dass sie den Lytton-Verlag verlassen und wieder heiraten wird. Völlig vor den Kopf gestoßen, fragen sich ihre Kinder, was diese Entscheidung für ihre Leben, ihre Karrieren und ihr Erbe bedeutet. Die Machtverhältnisse verschieben sich im Familiengefüge und im Verlag - und schließlich muss Celia erkennen, dass nicht weniger als das Vermächtnis der Lytton-Dynastie auf dem Spiel steht ...

Penny Vincenzi (1939-2018) zählt zu Großbritanniens erfolgreichsten und beliebtesten Autorinnen. 1989 erschien ihr erster von insgesamt 20 Romanen, die sich weltweit über 4 Millionen Mal verkauften. Sie gilt als "Königin des modernen Blockbusters" (Glamour).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 800
    Erscheinungsdatum: 16.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641217099
    Verlag: Goldmann
    Serie: Die Lytton-Saga .3
    Originaltitel: Into Temptation
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Die Stunde des Schicksals

K APITEL 1

L ady Celia Lytton hatte im Laufe ihres langen Lebens schon mehrfach an der Schwelle des Todes gestanden. Natürlich nicht immer im wahrsten Sinne des Wortes, obwohl der Sensenmann sie bei einigen Gelegenheiten eindeutig ins Visier genommen zu haben schien. Allerdings war sie oft genug totgesagt worden. Für Letzteres gab es kein eindringlicheres Beispiel als den Frühlingstag im Jahr 1953, dem Krönungsjahr, als sie nicht nur ihre Verlobung mit ihrer alten Flamme Lord Arden, sondern auch ihren Rückzug aus dem Verlagshaus Lyttons ankündigte. Prompt schlussfolgerte der Großteil der Londoner Literaturwelt, sie befände sich (bestenfalls) im Anfangsstadium einer tödlichen Krankheit. Zur Mittagszeit erhob man seine Gläser mit Gin Tonic, Martini oder Champagner, gedachte ihrer Spritzigkeit und verlieh seinem großen Bedauern darüber Ausdruck, dass ein Leben, das Literatur und Kultur fast fünf Jahrzehnte lang derart bereichert hatte, nun sein Ende finden sollte. Anschließend wurde darüber gemutmaßt, was wohl auf ihrem Totenschein stehen und wer genau in ihre stets von eleganten Schuhen hinterlassenen Fußstapfen treten würde.

Diese Gerüchte kamen nicht sehr überraschend. Celia Lytton hatte der Öffentlichkeit gegenüber immer mit dem Brustton der Überzeugung geäußert, nur der Tod könne sie von ihrem Lytton-Verlag, der wahrhaft größten Liebe ihres Lebens, trennen.

Und wirklich verkörperte sie für die meisten Menschen Lyttons; sie repräsentierte den Verlag mit ihrem scharfen, kreativen Verstand, ihrem unfehlbaren literarischen Instinkt, ihrem einzigartigen Stil und ihrem zielsicheren Geschmack. Das war schon so gewesen, als sie vor knapp fünfzig Jahren als sehr junges Mädchen in das Unternehmen eingetreten war; doch seit dem Tod ihres Mannes Oliver Lytton vor einem Jahr war sie der Lebensmotor des Hauses geworden. Die jüngere Generation mochte Anteile besitzen, sich leidenschaftlich engagieren, ihre Fähigkeiten, Talente und jede Menge Fleiß einbringen - dennoch wurde kein wichtiger Titel erworben oder publiziert, kein neuer gestalterischer Weg beschritten, keine finanzielle Investition getätigt und kein leitender Mitarbeiter eingestellt, ohne dass Celia dazu ihr Plazet gegeben hätte.

Nicht einmal die organisatorische Herausforderung, die es bedeutete, sich bei allen einschneidenden Veränderungen die Zustimmung von Lyttons New York einzuholen, hatte an ihrem Führungsanspruch, an dem alles abperlte, kratzen können. "Ich kann mir die Meinung von denen - bessergesagt von ihr - durchaus vorstellen", lautete ihre Antwort, wenn jemand das Thema aufs Tapet brachte, und natürlich hatte sie absolut recht. Dafür gab es, wie allgemein bekannt, sehr triftige persönliche und auch professionelle Gründe ...

Lady Celia selbst, die die Aufregung sehr genossen hätte, wäre sie denn Zeugin davon geworden, saß auf einer Chaiselongue am Wohnzimmerfenster ihres Hauses im Cheyne Walk. Wie immer war sie hinreißend schön. Sie war vom Kreise ihrer Familie umgeben, von deren Mitgliedern einige sichtlicher erschüttert wirkten als andere. Neben ihr auf dem Tisch lag das Manuskript für den neuen Roman ihres jüngsten Sohnes, der den Abgabetermin - sehr zu ihrem Missfallen - um zwei Monate überzogen hatte.

Venetia Warwick, eine ihrer Zwillingstöchter, ergriff als Erste das Wort.

"Mummy, bist du dir wirklich sicher?"

"Was genau meinst du, Venetia? Meine Verlobung oder meinen Ruhestand?"

"Nun, beides. Aber wahrscheinlich eher den Ruhestand."

"Absolut." Lady Celias Tonfall war spitz. "Wie könnte daran der geringste Zweifel bestehen? Wie lange arbeitest du jetzt schon bei Lyttons, Venetia? Fünfzehn Jahre. Mit beachtlichem Erfolg, wie ich hinzufügen möchte. Sicher wirst du mir zustimmen, dass es Zeit für mich ist, Platz zu machen. Herrje, du selbst hast das während der letzten Jahre immer wieder angedeutet. In deiner Situation würde ich Erleichterung, wenn nicht s

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