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Die Telefonistin - Mrs. Dalton hört mit Roman von Berg, Gretchen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2020
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Die Telefonistin - Mrs. Dalton hört mit

USA 1950: Eine Kleinstadt, eine neugierige Telefonistin und ein unerhörtes Gerücht, das ihre ganze Welt verändert Niemand kennt die Einwohner einer beschaulichen Kleinstadt in Ohio so gut wie Telefonistin Vivian Dalton. Sie verbindet Telefonleitungen und Leben. Zuhören darf sie zwar streng genommen nicht, doch sie tut es trotzdem. Eines Nachts belauscht sie ein Gespräch und erfährt, dass ihr Mann angeblich mit einer weiteren Frau verheiratet sein soll. Empört will Vivian beweisen, dass an diesem Gerücht nichts dran ist - das wäre ja ein Skandal! Schon bald merkt sie aber, dass in einer Kleinstadt immer ein Geheimnis zum nächsten führt ... USA 1950: Eine Kleinstadt, eine neugierige Telefonistin und ein unerhörtes Gerücht, das ihre ganze Welt verändert Inspiriert vom Leben ihrer Großmutter schreibt Gretchen Berg einen Roman voll 1950er-Jahre-Flair, Petticoats, knallrotem Lippenstift und pikanter Skandale Für Fans von The Marvelous Mrs. Maisel, Ku damm 56 und Cable Girls Gretchen Berg wurde an der Ostküste der USA geboren und wuchs im Mittleren Westen auf. Sie lehrte Englisch in Südkorea und im Nordirak und bereiste alle sieben Kontinente. Heute lebt sie in Chicago, Illinois. Ihr Debutroman "Die Telefonistin. Mrs. Dalton hört mit" ist inspiriert von der Geschichte ihrer Großmutter, die in den 1950er-Jahren in einer Telefonvermittlung arbeitete.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 11.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641249755
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Diana-Taschenbücher 29235
    Originaltitel: The Operator
    Größe: 1428 kBytes
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Die Telefonistin - Mrs. Dalton hört mit

KAPITEL 2

Der Glühlampenschrank war bereits seit ein paar Minuten dunkel. Vivian schob die Sprechmuschel ein Stück weg und stützte ihr Kinn auf der Hand ab, während sie sich einen Spionageskandal in Wooster vorstellte. Nicht allzu wahrscheinlich, wenn man sie fragte, aber Wooster hatte durchaus aufregende Zeiten erlebt. Es hatte besondere Ereignisse gegeben. Jene Art von Ereignissen, die sich in das kollektive Gedächtnis der Kleinstadtmenschen einbrannten und ihnen in seltenen, einsamen Momenten zu denken gaben. Ereignisse, die Gesprächsstoff lieferten, auch nachdem sie lange vorbei waren.

Wie die Aufregung vor fünf Jahren um den versuchten Raubüberfall und die Schießerei im William Annat Company-Kaufhaus zu Weihnachten. Eine Schießerei! In Wooster! Wer hätte das je für möglich gehalten, aber da hatten doch tatsächlich drei bewaffnete Männer aus Akron versucht, den Laden auszurauben! Akron, woher auch sonst. Von jemandem aus Wooster würde man nie hören, dass er zu Weihnachten mit einer Pistole in einem Kaufhaus herumballerte, Herrgott noch mal. Wären nicht der beherzte Kaufhausleiter gewesen und jene Verkäuferin, die blitzschnell schaltete und in der Telefonzentrale anrief, um sich zur Polizei durchstellen zu lassen, wer weiß, was dann passiert wäre? Die blitzschnell mitdenkende Verkäuferin war Vivians jüngere Schwester Violet gewesen, und Vivian wäre regelrecht durchgedreht, hätte sie an jenem Abend Dienst gehabt. Stattdessen hatte Ellen Leonhard den Anruf entgegengenommen.

"Grundgütiger!", hatte Vivian ausgerufen, als ihr Ellen den Tumult in der Bell'schen Telefonzentrale an jenem Abend schilderte. "Jesus Christus, Allmächtiger im Himmel!", hatte sie zu Violet gesagt. Denn sie wusste zwar, wie man sich in Gesellschaft ausdrückte, bei ihrer eigenen Familie jedoch wollte sie nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen müssen.

Violet hatte kurz darauf bei William Annat gekündigt, da sie bereits einen Ehemann, zwei Kinder und zwei Katzen hatte und nicht noch mehr Scherereien brauchte. Ellen Leonhard war infolge des Krisenabends in der Telefonzentrale nach Cleveland gezogen, um dort für Bell zu arbeiten, da sie sich nun bereit fühlte für eine größere Stadt und größere Herausforderungen. Vivian dachte bei sich, das sollte sie auch besser sein, denn wenn schon Leute aus Akron zu Weihnachten in Kaufhäusern herumballerten, was würde sie dann erst in Cleveland erwarten?

Der versuchte Raubüberfall war die nächsten Jahre Stadtgespräch gewesen. Zumindest bis letzten Juni, als der gerissene Gilbert Ogden 250 000 $ der Wayne-Building-&-Loan-Kreditanstalt in der North Market Street veruntreute, wo er als Kassier arbeitete. Er hatte sich laut Titelblatt des The Daily Record mit dem Geld abgesetzt und war mit der Sekretärin des Bankdirektors durchgebrannt. Auch wenn Vivian die Bedeutung erahnte, hatte sie "veruntreuen" in dem Wörterbuch nachgeschlagen, das sie Charlotte für die Schule gekauft hatte.

Veruntreuen

hinterziehen, in die eigene Tasche stecken, (umgangssprachlich) auf die Seite bringen/schaffen

Beispiel: Gelder veruntreuen

Charlotte ging in die zehnte Klasse der Wooster Highschool. Sie hatte ein Jahr übersprungen, nachdem sie ihre Lehrerin auf ihre fälschliche Verwendung von "wieder" anstelle von "wider" aufmerksam gemacht hatte, und kannte Wörter wie "veruntreuen" und "profund" und "mannigfaltig". Sie las außerdem gerne Bücher und war dafür bekannt, dass sie jedes Mal die Augen verdrehte, wenn sich ihre Mutter ihrer "guten Menschenkenntnis" rühmte.

Vivian hatte sich tagelang den Kopf zerbrochen, ob sie je ein Telefongespräch zwischen Gilbert Ogden und der Sekretärin mitgehört hatte, bevor sie die Gelder veruntreut hatten. Wie sie sagte, hätte sie schon immer "so eine Ahnung gehabt", was diesen Gilbert Ogden anging, mit seinem unsteten Blick hinter der runden Nickelbrille, und seiner Krawatte, an der er nervös herumfu

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