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Die Tochter von Rungholt von Jasmund, Birgit (eBook)

  • Erschienen: 03.04.2014
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Die Tochter von Rungholt

Nordfriesland im Jahr 1361. Nachdem sein Vater von Wogensmannen erschlagen worden ist, sinnt Iven auf Rache. Doch dann verliebt er sich in die Kaufmannstochter Silja. Die beiden planen ihre Hochzeit - bis Iven erfährt, dass sie längst einem anderen versprochen worden ist. Aber Andreas, der von ihrem Vater ausgewählte Bräutigam, will Silja gar nicht. Er reist mit ihr nach Rungholt, um sie dort zu töten. Ein abenteuerlicher Kampf um Leben und Liebe beginnt - währenddessen naht die alles vernichtende Sturmflut.
Birgit Jasmund, geboren 1967, stammt aus der Nähe von Hamburg. Weite, flache Landschaften, über die der Wind pfeift, faszinieren sie. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Kiel hat das Leben sie nach Dresden verschlagen. Hier gibt es mehr Wind als mancher glaubt, und wenn er einem so richtig um die Nase weht, hält sie nichts im Haus Im Aufbau Taschenbuch Verlag erscheint von ihr der historische Roman 'Die Tochter von Rungholt', bei Rütten & Loening die Liebesgeschichte 'Krabbenfang'.

Produktinformationen

    Größe: 1683kBytes
    Herausgeber: Aufbau-Verlag
    Untertitel: Historischer Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 400
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783841207364
    Erschienen: 03.04.2014
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Die Tochter von Rungholt

KAPITEL 2
Iven kniff die Augen zusammen und betrachtete zwei Reiter, die sich aus Rungholt kommend der Levensenwarft näherten. In einem der Reiter erkannte er Ogge Jessen in Samtwams und Beinlingen. An seiner imposanten Erscheinung fehlte nur die Amtskette. Bei dem zweiten Reiter konnte es sich nur um einen seiner Knechte handeln, denn der Mann trug einfache, abgewetzte Kleidung.
Der junge Bonde fragte sich, was ihm einen Besuch des Hardesvogts bescherte. Bine, die neben dem Haus in der Sonne gelegen hatte, sprang auf, als aus einem Holunder ein Vogel aufflog. Nach zwei, drei Sprüngen gab die Hündin die Jagd auf und schlich mit eingekniffenem Schwanz zu Iven zurück. Sie sah verlegen aus, weil sie sich in ihrem gesetzten Alter noch zu so einer jugendlich verwegenen Tat wie der Vogeljagd hatte hinreißen lassen. Lächelnd bückte er sich und kraulte sie hinter den Ohren. Als er sich wieder aufrichtete, hatten Ogge Jessen und sein Knecht beinahe die Warft erreicht. Iven stellte sich aufrecht hin und erwartete seinen Besuch.
Der Hardesvogt war ein schwerer Mann, und das Pferd sah erleichtert aus, als er von dessen Rücken gestiegen war. Der Knecht nahm die Zügel und ging ein paar Schritte zur Seite, ließ die Pferde grasen, während er wartete.
"Herr Iven, ich grüße Euch."
"Hardesvogt." Iven überlegte einen Augenblick, ob er den Kopf beugen sollte. Sie waren beide freie Friesen, Bonden, er schaute dem Mann gerade in die Augen. "Was führt Euch auf den Levensenhof?"
"Mein Gewissen."
Als ob der Hardesvogt eines hatte.
"Ich möchte mein Beileid aussprechen zu dem schweren Verlust, den Ihr und Eure Schwester erlitten habt. Für die Zurückgebliebenen ist es schmerzhaft, aber die Verblichenen haben alle irdische Mühsal hinter sich gelassen und dürfen das Antlitz des Allmächtigen und unseres Herrn Jesus schauen."
"Ich werde meiner Schwester Eure Worte ausrichten."
Der Hardesvogt schaute sich um. Er sah nicht aus, als hätte er alles gesagt und wolle sich wieder verabschieden. Iven hatte auch nicht einen Moment geglaubt, er wäre wirklich gekommen, um sein Beileid auszusprechen. Er wappnete sich gegen Ogge Jessens Wünsche.
"Lasst uns ein paar Schritte gehen, Herr Iven."
Sie umrundeten die Levensenwarft, Bine ging dabei zwischen ihnen. Der Hardesvogt schaute sich interessiert um.
"Es ist bestimmt schwer für Euch und Eure Schwester ganz allein auf dem Hof."
Iven antwortete vorsichtig: "Wir kommen zurecht. Ich habe Knechte und Mägde und heuere Tagelöhner an, wenn wir die Arbeit nicht schaffen. So hat mein Vater es auch immer gehalten. In Niendamm kümmert sich Maart um die Schafe. Es geht seinen Gang."
Ogge Jessen schüttelte bedächtig den Kopf. "Es ist und bleibt eine große Aufgabe für so junge Leute wie Ihr und Eure Schwester."
Er sah dabei aus, als könne er es nicht verantworten, und Iven war auf der Hut. Er und Laefke waren keine Kinder mehr, und seit sie laufen konnten, hatten sie auf dem Hof geholfen. Es gab keine Arbeit, die sie nicht Dutzende Male ausgeführt hatten.
"Sagt frei heraus, was Ihr wollt. Wir sind Uhtländer und keine Hansekaufleute, die vor lauter Winkelzügen vergessen haben, was sie wirklich meinen."
"Eine sehr treffende Beschreibung." Ogge Jessen lachte kurz und trocken auf. "Ich fürchte, Euch wird alles zu viel werden, und ich bin deshalb bereit, Euch ein gutes Angebot für den Hof zu machen."
Iven war nicht überrascht - der Hardesvogt suchte seit längerem einen Besitz in Rungholt. Er hatte mehreren Leuten Angebote gemacht, doch

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