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Die vergessene Freundin Roman von Martin, Rebecca (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2019
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Die vergessene Freundin

Frankfurt. Elisabeth Kramer, einst eine berühmte Schauspielerin, ist entsetzt als sie von den Plänen ihrer Nichte erfährt. Diese möchte eine Festschrift zum 90. Jubiläum des Lichtspieltheaters Odeon schreiben lassen. Elisabeths Vater gründete das Odeon einst, und die alte Frau fürchtet, dass mit den Recherchen ihre Vergangenheit aufgerührt wird. Eine Vergangenheit, die sie seit Jahrzehnten verdrängt hat - und damit eine lang zurückliegende Schuld ... Die Geschichte nahm ihren Anfang im Jahr 1923 als die forsche und doch verletzliche Tonja in Elisabeths Klasse kam. Eine tiefe Freundschaft begann - und sie endete in einer Katastrophe. Rebecca Martin studierte Englisch und Deutsch in Frankfurt am Main und in Dublin, Irland. Ihre Leidenschaft gehört dem Reisen und dem Schreiben. Ihr Roman 'Die verlorene Geschichte' gelangte sofort nach Erscheinen auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, gefolgt von 'Der entschwundene Sommer', 'Die geheimen Worte' und 'Das goldene Haus'. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf im Nahetal.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 14.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641180232
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Diana-Taschenbücher .35884
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Die vergessene Freundin

4

FRANKFURT AM MAIN, 2013

Dieser Märztag fühlte sich wie der erste Frühlingstag nach einem viel zu langen, grauen Winter an. Fast ein Jahr war es jetzt her, dass die sechsundzwanzigjährige Carina ihr Studium mit Bravour abgeschlossen hatte. Und was hatte es ihr gebracht? Ihre dreimonatige Anstellung bei einem Projekt war nicht verlängert worden. An den Wochenenden kellnerte sie immer noch in dem kleinen Café, in dem sie schon während des Studiums gejobbt hatte, gab Nachhilfe und half in der Fachbereichsbibliothek aus. Irgendwie hatte Carina sich ihr Leben nach dem Studium anders vorgestellt: Sie war es gewohnt, für harte Arbeit belohnt zu werden, aber das wahre Leben belohnte einen nicht.

Sie müsse forscher sein, hatte Jan gesagt. Seit dem ersten Semester waren sie zusammen, damals, als es ausgesehen hatte, als läge ihnen, den beiden exzellenten Studenten, die Welt zu Füßen. Manchmal fühlte sie sich unverstanden, wenn er so etwas sagte, doch sie biss die Zähne zusammen und schwieg. Womöglich hatte er ja recht.

Carina seufzte. Trotzdem, das letzte Jahr war wirklich nicht einfach gewesen. Zuerst hatten sich ihre Eltern getrennt, und Carina hatte trotz aller vorausgehenden Warnzeichen stärker darunter gelitten, als ihr erwachsenes Ich das wahrhaben wollte. Sie hatte in dieser Zeit auch häufig über Jan und sich nachgedacht. Ergebnislos. Er war ihr Partner. Sie mochte ihn. Sie vermisste ihn, wenn er nicht da war. Sie galten immer noch als das Traumpaar schlechthin, aber was machte ihre Beziehung eigentlich aus?

"Wo willst du in fünf Jahren sein?", hatte sie ihn einmal gefragt. "So beziehungstechnisch, meine ich."

Er hatte sie irritiert angesehen und dann gelacht.

"Ach komm, das fragst du jetzt nur, weil das mit deinen Eltern passiert ist. Und du bist neidisch, weil ich eine Doktorandenstelle bekommen habe und du nicht."

Vielleicht hatte er recht. Vielleicht lag es daran. Vielleicht lag es auch daran, dass er sich auf Molekularbiologie spezialisiert hatte und nicht auf Geschichte, was eh niemand brauchte.

Carinas Blick verlor sich in der Ferne.

Ich sollte jetzt aussteigen. Schließlich habe ich einen Termin.

Die Anzeige war ihr Anfang dieser Woche bei der morgendlichen Zeitungslektüre aufgefallen. Soweit sie dem Text entnehmen konnte, ging es um eine Festschrift zu einem Firmenjubiläum. Es wurde eine gute Bezahlung in Aussicht gestellt. Ganz entgegen ihrem eigentlichen Naturell hatte Carina sofort angerufen und aufgeregt nach Worten gesucht, während sie dem Freizeichen lauschte, um dann erschrocken aufzulegen, als sich der Anrufbeantworter meldete. Eine junge Frauenstimme. Sie war überrascht gewesen, konnte aber auch nicht sagen, was sie eigentlich erwartet hatte. An diesem Tag hatte sie nicht mehr angerufen. Am nächsten Tag hatte sie keinen Erfolg gehabt. Erst am dritten Tag erreichte sie endlich jemanden. Sie stotterte dermaßen, dass sie überzeugt war, man werde sie noch am Telefon abwimmeln, wenn der Job nicht ohnehin längst vergeben war. Doch die junge Frauenstimme - dieselbe, die sie auf dem Anrufbeantworter gehört hatte - klang tatsächlich erfreut. Sie stellte sich als Alea Kramer vor und sagte, dass sie Carina gern zu einem Gespräch treffen würde. Bisher habe man noch niemand geeigneten gefunden. Sie tauschten Adressen und Telefonnummern und machten einen Termin für den nächsten Tag aus. Erst gegen Ende des kurzen Gesprächs hatte die Frau plötzlich gesagt: "Es muss passen, wissen Sie? Ich kann Ihnen die Stelle jetzt noch nicht versprechen."

"Natürlich", hatte Carina unsicher geantwortet. "Das ist doch selbstverständlich."

Und hier bin ich nun. Carina warf einen Blick auf das Display ihres Navis. Sie haben ihr Ziel erreicht.

Als sie die Autotür öffnete, sog sie die milde Frühlingsluft tief in ihre Lungen. Wie herrlich, dass man nicht mehr sofort fröstelte, wenn man ohne Winterja

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