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Die vergessene Legion Roman von Kane, Ben (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die vergessene Legion

IHR KAMPF FÜR FREIHEIT, EHRE UND VERGELTUNG BEGINNT

Rom, 56 v. Chr. Die Zwillinge Romulus und Fabiola sind Sklaven. Als 13-Jährige werden sie getrennt: Fabiola wird an ein Bordell verkauft, Romulus an eine Gladiatorenschule. Dort freundet der junge Sklave sich mit Brennus an, dem besten Gladiator Roms. Als Romulus beschuldigt wird, einen Patrizier ermordet zu haben, flüchten die beiden Freunde gemeinsam. Sie schließen sich Auxiliartruppen an, die weit nach Osten ziehen. Noch ahnen Romulus und Brennus nicht, was sie am Ende der Reise erwartet: ein Platz in der Vergessenen Legion, dem größten Mysterium der römischen Antike.

Auftakt einer historischen Abenteuerserie von Bestsellerautor Ben Kane

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 751
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732514809
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Forgotten Legion
    Größe: 3031kBytes
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Die vergessene Legion

1. KAPITEL:
TARQUINIUS

D ER N ORDEN I TALIAS , 70 V . C HR .

Der Rabe hüpfte auf den Schädel des toten Lamms und starrte Tarquinius an. Noch war der junge Mann mehr als fünfzig Schritte von dem schwarzen Vogel entfernt, der höhnisch krächzte und mit seinem kräftigen Schnabel an den reglosen Augäpfeln des Lamms pickte. Das Lamm war gerade einmal drei Tage alt gewesen, und das bisschen Fleisch, das es auf den Rippen gehabt hatte, hatten längst die Wölfe aus den Bergen gefressen.

Tarquinius bückte sich, hob einen Stein auf und legte ihn in seine Schleuder. Er war von schlanker Erscheinung, hatte blondes Haar und trug eine locker fallende, knielange Tunika, die auf Taillenhöhe von einem Gürtel gehalten wurde; seine Füße steckten in robusten Sandalen.

"Lass den Vogel, er hat das Lamm nicht getötet." Olenus Aesar rückte den abgenutzten Lederhut auf seinem Kopf zurecht. "Corvus nimmt sich nur das, was übrig blieb."

"Aber ich mag es nicht, wenn er die Augen herauspickt." Langsam schwang Tarquinius den ledernen Streifen seiner Schleuder, wohl mit der Absicht, das Geschoss abzufeuern.

Der alte Mann verfiel in Schweigen und schirmte seine Augen gegen die grelle Sonne ab. Eine ganze Weile hatte er schon die Bussarde beobachtet, die hoch oben in den warmen Aufwinden mit breiten Schwingen ihre Kreise zogen.

Tarquinius wartete gespannt ab und hielt dabei das Geschoss bereit. Seitdem der Haruspex, der Wahrsager, ihn vor Jahren zu seinem Schüler erkoren hatte, hatte der junge Etrusker gelernt, auf jedes Wort und jede Geste seines Lehrers und Meisters zu achten.

Olenus zuckte die knochigen Schultern unter dem Umhang aus grob gesponnenem Stoff. "Kein guter Tag, einen heiligen Vogel zu töten", teilte er seinem Schüler mit.

"Warum nicht?" Mit einem Seufzer ließ er die Schleuder sinken. "Was ist nun wieder?"

"Mach nur, Junge." Olenus lächelte nachsichtig, was Tarquinius jedes Mal zur Weißglut brachte. "Tu, was du nicht lassen kannst." Mit ausladender Geste deutete er auf den Vogel. "Du bestimmst deinen Weg selbst."

"Ich bin kein Junge mehr." Tarquinius' Miene verfinsterte sich. Verstimmt ließ er den Stein zu Boden fallen. "Ich bin fünfundzwanzig!"

Kurz bedachte er seinen Lehrer mit einem düsteren Blick, stieß dann einen durchdringenden Pfiff aus und hob den rechten Arm. Ein schwarz-weißer Hund, der in der Nähe gewartet hatte, sprang auf und lief los, wobei er auf der steilen Anhöhe einen weiten Bogen beschrieb und die Schafe und Ziegen im Blick behielt, die das kurze Gras fraßen. Die Tiere spürten die Absicht des Hütehundes und trabten die Anhöhe weiter hinauf.

Unterdessen hatte der Rabe sein Mahl beendet und flog mit kräftigem Flügelschlag davon.

Fast wehmütig schaute Tarquinius dem Vogel nach. "Wieso durfte ich dieses verdammte Vieh nicht töten?"

"Wir stehen hier auf dem Boden, auf dem sich einst der Tempel des Tinia erhob. Er war der mächtigste unserer Götter ..." Olenus unterbrach sich, um die Spannung zu erhöhen.

Tarquinius schaute zu Boden und entdeckte einen roten Tonziegel, der aus dem Boden ragte.

"Und die Zahl der Bussarde dort oben beläuft sich auf zwölf."

Tarquinius richtete den Blick zum Himmel, blinzelte gegen die Sonne und begann zu zählen. "Warum sprecht Ihr immer in Rätseln?"

Olenus klopfte leicht mit seinem Lituus, einem kleinen gebogenen Stab, auf den zerbrochenen Ziegel. "Das ist nicht das erste Mal heute, oder?"

"Ich weiß, dass die Zahl Zwölf für unser Volk heilig ist, aber ...", Tarquinius schaute dem Hund nach, der inzwischen die Herde zusammengetrieben hatte, ganz nach dem Wunsch des jungen Etruskers, "... was hat das mit dem Raben zu tun?"

"Das Lamm war das zwölfte an diesem Morgen."

Tarquinius überlegte kurz und zählte im Stillen. "Aber von dem Lamm, das in der Senke lag, habe ich Eu

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