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Die Verteidigung der Realität von Andernach, Heinz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2015
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Die Verteidigung der Realität

Dies ist ein La Palma-Roman der anderen Art. Ein surrealistisch und satirisch, aber auch philosophisch-wissenschaftlich angehauchter Roman um die Geschichte dreier Schachfreunde, die einen ersten gemeinsamen Urlaub auf dieser kanarischen Insel verbringen. Sie verstricken sich in amouröse Abenteuer und Drogenexperimente, und die Insel scheint ein Geheimnis zu bergen, sodass Gefahr besteht, dass ihnen ihre Realität entgleitet. Sie muss verteidigt werden. Wer eine Kombination von Mystery, Sex, Drogen und Schach, gewürzt mit Ironie und Philosophie, mag, kommt auf seine Kosten. Nebenbei lernt man eine wunderschöne Insel kennen.

Heinz Andernach ist ein im Rheinland lebender Autor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 412
    Erscheinungsdatum: 16.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739283951
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 510kBytes
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Die Verteidigung der Realität

- 1 -

Düsseldorf ist nass, kalt und dunkel, als der Flieger gegen Nachmittag abhebt, um mehr als zweihundert sonnenhungrige Deutsche in einen warmen und vielleicht trockenen Süden zu bringen. Vermutlich befindet sich ganz Deutschland im Griff eines Tiefdruckgebiets und den Einheimischen bleibt nichts anderes übrig, als das offene ungemütliche Land zu meiden und sich in ihre geheizten Wohnungen, zumindest aber in ihre Autos mit Scheibenwischer zurückzuziehen.

Das Flugzeug ist die radikalere Lösung. Mit viel Schub hebt es sich über die Wolken, der Regen spielt sich unten ab, und mancher hegt die Hoffnung, nur wenig von atmosphärischen Turbulenzen genervt zu werden.

Drei der Passagiere, Geschlecht männlich, haben sich das langweilige Warten im Flughafen mit Spielchen abgekürzt. Es gibt zwar Vorsätze, den Urlaub nicht zum Schachturnier verkommen zu lassen, aber wieso sollen sie nicht ein Spielchen machen, wenn nichts anderes anliegt. Frauen mustern, Gesichter studieren, all das kann man im Urlaub noch zu genüge. Im Übrigen ist heute Freitag und an diesem Tag treffen sich die Drei regelmäßig in ihrem Schachclub und spielen meist gegeneinander. Sie gehören zu den schwächeren Spielern ihres Vereins. Sonntags wird hin und wieder an einem der unteren Bretter der vierten Mannschaft für den Verein gespielt.

Mit hoher Geschwindigkeit entfernt sich das Flugzeug vom grauen Alltag. Klaus entfernt sich von seiner Frau, die er verlassen will, Ralf flüchtet, um den Feiertagen zu entgehen und Andreas braucht Abstand von Schule, Schülern und einer jungen Frau namens Nadja. Seine Frau kann er nicht verlassen, da sie ihn letztes Jahr verlassen hat.

Man mache sich aber keine falschen Vorstellungen vom grauen Alltag. Er umfasst mehr als Frauen und Weihnachten.

Im Flugzeug verzichten die Drei aufs Schachspielen. Sie beschäftigen sich mit Stewardessen, Bordkopfhörern und den Tageshöchsttemperaturen von La Palma. Dreiundzwanzig Grad sind an diesem Nachmittag erreicht worden. Klaus sind die dreiundzwanzig Grad zu wenig. Man hätte gleich nach Kuba fliegen sollen, da ist um diese Jahreszeit bestes Wetter, während die Kanaren im Winter nur Temperaturen knapp über der zwanzig Grad Marke zu bieten haben.

"La Palma hat statistisch zehn Regentage in den Wintermonaten Dezember, Januar", sagt er. "Du hättest ja nicht mitfliegen müssen", erwidert Andreas. Kuba hatte vor drei Monaten in der Abstimmung gegen La Palma verloren. Durchschnittlich fünf Sonnenstunden am Tag sollten reichen, aber die Befürchtungen von Klaus haben eine statistische Grundlage. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie vom grauen Alltag zu einem grauen Eiland stoßen würden. Jedenfalls sei das Winterwetter der Kanaren in der Regel besser als das Wetter an der Nordsee im deutschen Hochsommer, hieß es in den Diskussionen.

Andere Kommunikationsformen als das Schachspiel müssen auf der Insel eingeübt werden. Von den jeweiligen Problemen der anderen hat keiner der Drei eine richtige Vorstellung. Das bitter-süße Geheimnis um die junge Nadja hütet Andreas wie sein Augapfel. Dass die Ehe von Klaus kriselt, vermuten Andreas und Ralf vielleicht, aber sie kennen nicht die festen Absichten von Klaus, seine Frau zu verlassen.

Ralf soll bei einer astrophysikalischen Tagung, die in etwa vier Wochen stattfindet, Neues über seine Forschung referieren. Das Thema "Dunkle Materie" würde ihn noch einige Nerven kosten. Mit kaum gehorchenden Beinen wird er an das Rednerpult treten, nervös die Technik bedienen und mit zitterndem Zeigestab auf Bilder, Messungen und Ergebnisse deuten und das, obwohl er am Abend zuvor ein Valium nehmen wird, und kurz vor dem Vortrag zusätzlich eine Halbe. Das Auditorium würde keine Geistesblitze zu hören bekommen, sondern, wenn es ganz schlimm käme, einige Black-Outs des Referenten registrieren - Black-Outs eines Vortragenden mit einer eingefrorenen Panik.

Für diese Fälle, für diese Katastrophen bekommt Ra

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