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Die vier Ecken des Himmels von Malone, Michael (eBook)

  • Verlag: Kein & Aber
eBook (ePUB)
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Die vier Ecken des Himmels

Michael Malone, bekannt als Drehbuchschreiber der erfolgreichen, amerikanischen Serie "One Life to Live", hat zehn Romane geschrieben, eine Erzählsammlung und zwei Sachbücher. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den "Edgar", den "O.-Henry-Preis", den "Writers Guild Award" und den "Emmy". Er studierte in Harvard, unterrichtet Theaterwissenschaften an der Duke University und lebt mit seiner Frau in Hillsborough, North Carolina. Bei Kein & Aber erschien 2010 sein Roman "Die vier Ecken des Himmels" und 2011 "Ein Winternachtsmord".

Michael Malone, bekannt als Drehbuchschreiber der erfolgreichen, amerikanischen Serie "One Life to Live", hat zehn Romane geschrieben, eine Erzählsammlung und zwei Sachbücher. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den "Edgar", den "O.-Henry-Preis", den "Writers Guild Award" und den "Emmy". Er studierte in Harvard, unterrichtet Theaterwissenschaften an der Duke University und lebt mit seiner Frau in Hillsborough, North Carolina. Bei Kein & Aber erschien 2010 sein Roman "Die vier Ecken des Himmels" und 2011 "Ein Winternachtsmord".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 720
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783036991085
    Verlag: Kein & Aber
    Größe: 2363 kBytes
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Die vier Ecken des Himmels

PROLOG

4. Juli 1982

In den kleinen Städten zwischen North Carolinas Piedmont-Plateau und der Küste sieht man die schönste Szenerie häufig am Himmel. Auf den flachen Landstrichen von rotem Lehm und Kiefern verlaufen die Tage eintönig und sicher, aber darüber können sich im Nu gefährliche Wolken zusammenbrauen, aus allen vier Ecken des Himmels hervor, und die Sonne so schnell ausschalten, dass in der plötzlichen Stille die Vögel kreischend in Deckung fliegen. Das flache träge Land erschauert, und dann kann alles Mögliche passieren.

In einem solchen Sturm, an Annie Peregrines siebtem Geburtstag, schenkte ihr Vater ihr das Flugzeug und verschwand Augenblicke später aus ihrem Leben.

Als der Donner sie wachschreckte, befand sie sich in seinem Cabrio, das auf einem Hügel nahe einer Scheune geparkt war. In der Ferne erhob sich ein großes weißes Haus mit einer breiten Veranda. Hinter dem Auto wand sich eine helle Schotterstraße, wie ein Band, das sich von einer Spule entrollt. Annie blickte über zwei Reihen rundlicher schwarzer Bäume hinweg auf gelbe Weizenfelder, die sich bis an den Rand des Himmels erstreckten. Ihr Vater und sie waren wohl in Pilgrim's Rest angekommen, dem Familiensitz der Peregrines in Emerald, North Carolina, dem Reiseziel ihrer ganztägigen Fahrt.

Sie glitt aus dem Auto und sah, wie er ihr schlank und schnell in seinem weiß schimmernden Hemd aus der Scheune heraus und über den dämmrigen Hof entgegenlief.

"Annie!" Als er bei ihr war, fiel ihr Vater auf die Knie und umarmte sie so stürmisch, dass ihr Herz schneller schlug. "Ich stecke in Schwierigkeiten. Ich muss dich eine Weile hierlassen, bei Tante Sam und Onkel Clark. Okay?"

Sie konnte nicht sprechen, konnte nur den Kopf schütteln. Wie oft hatte er ihr gesagt, dass das Haus, in dem er aufgewachsen war, dass Pilgrim's Rest für ihn eine Schlangengrube gewesen sei, ein Tigerkäfig?

Er nickte fortwährend, um sie auch zum Nicken zu bewegen. "Okay? Ich komme wieder. Sieh nur zu, dass du deine Mütze behältst." Er zog eine rosa Schirmmütze aus der Tasche und setzte sie ihr zärtlich auf den Kopf. Bunte Glasperlen über dem Schirm bildeten den Namen ANNIE; einzelne Perlen fehlten, formten Lücken in den Lettern.

Jenseits der Zufahrt stieß eine groß gewachsene Frau mit kurzem dichtem Haar das riesige Tor der Scheune geräuschvoll auf und rief Annies Vater zu: "Jack? Jack! Jack! Jack!"

Er drehte Annie der Frau zu, sprach dabei aber weiter mit jener nickenden Eindringlichkeit, die stets bedeutete, dass sie schnell handeln mussten. "Siehst du meine Schwester Sam da drüben? Ich hab dir doch gesagt, wie nett sie ist." Ein jähes Donnerkrachen ließ das Kind zurück in seine Arme fliehen. "Clark auch. Sie werden für dich sorgen. Ich ruf dich an. Denk dran, du bist eine Fliegerin!" Er zerrte ihr hartes blaues Köfferchen aus dem Cabrio und ließ es neben ihr auf den Schotter fallen. "Gib Sam das Bargeld."

"Hör auf! Wo gehst du hin?"

"Annie, ich weiß. Es ist gemein." Ein Regentropfen fiel auf sein Gesicht wie eine dicke falsche Träne. Weitere Tropfen klatschten auf die glänzenden Schnallen des Köfferchens. "Geh, sieh mal in die Scheune. Da ist ein Geschenk für dich. 'Sorry, kein Silberbecher.'"

Sie trat ihn, so fest sie konnte. Und dann schmiss sie mit einem weiteren Tritt den blauen Koffer um. "Ich will mit dir gehen", sagte sie. "Mit dir!" Doch bevor sie ihn aufhalten konnte, war ihr Vater zum Auto gelaufen und losgefahren.

Sie rannte hinter dem Mustang her, die Schotterstraße hinunter zwischen die dunklen Reihen von großen Eichen. Sie hatte Mühe, ihrer Stimme einen lauten Klang zu geben, aber schließlich schoss sie ihr die Kehle herauf, und sie konnte ihm nachschreien, er solle zurückkommen. Sie weinte schon, wusste schon, dass sie nicht schnell genug laufen konnte.

Hinter ihr rief die große Frau namens Sam immer noch: "Jack! Jack!"

Annie ahmte sie n

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