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Die Wachsmalerin: Das Leben der Madame Tussaud Historischer Roman von Weiß, Sabine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.04.2016
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)

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Die Wachsmalerin: Das Leben der Madame Tussaud

Das Leben der legendären Madame Tussaud als einzigartig lebendiger Roman: 'Die Wachsmalerin' von Sabine Weiß jetzt als eBook bei dotbooks. Paris im Sommer 1794: Marie hat ihren Glauben an die Revolution verloren. Vor wenigen Jahren noch hat sie mit ihren Kameraden auf den Ruinen der Bastille getanzt, nun sitzt sie selbst auf der Anklagebank. In ihren letzten Momenten schaut Marie auf ihr bewegtes Leben zurück und versucht zu verstehen, wie es dazu kommen konnte - angefangen bei ihrer schweren Kindheit als Enkelin eines Scharfrichters, über die hoffnungsvollen Lehrjahre als Wachsbildnerin bis hin zum Aufbau des erfolgreichsten Wachsfigurenkabinetts der Welt. Selbst am französischen Hof in Versaille ging sie ein und aus, ein Privileg, das sie nun in höchste Gefahr bringt ... Nur wenig ist über das Leben der Marie Grosholtz bekannt. Auf Basis ihrer jahrelangen Recherchen legt Sabine Weiß dennoch einen fundierten und lebendigen Roman vor, der die Pariser Jahre der berühmtem Madame Tussaud nachzeichnet. 'So spannend, lebensprall und atmosphärisch, dass es eine Lust ist, ins Paris des 18. Jahrhunderts einzutauchen.' TV-Spielfilm Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Die Wachsmalerin' von Sabine Weiß. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Sabine Weiß, geboren 1968, studierte Germanistik und Geschichte, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Für ihre Romane 'Die Wachsmalerin' und 'Das Kabinett der Wachsmalerin' reiste sie monatelang auf den Spuren der Wachskünstlerin Marie Tussaud durch Frankreich, England, Irland und Schottland. Die Autorin im Internet: www.sabineweiss.com Die Autorin bei Facebook: https://www.facebook.com/pages/Sabine-Weiss-Autorin/126749097370127

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 04.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958244337
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 1618 kBytes
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Die Wachsmalerin: Das Leben der Madame Tussaud

Prolog

Paris, im Erntemonat Messidor 1794

Die Männer, die sie in den Tod führen sollten, kamen mit einem Lächeln. Marie und ihre Mutter Anna waren gerade dabei, feuchte Tücher über die Wachsfiguren zu legen, um sie vor der Sommerglut zu schützen, als es am Eingang laut klopfte. "Öffnet die Tür!", forderte eine tiefe Männerstimme. Marie zuckte zusammen, ihre Mutter bekreuzigte sich und warf Marie einen entschuldigenden Blick zu. Es war gefährlich, zu seinem christlichen Glauben zu stehen.

Obwohl die Sonne gerade erst die Höhe der Dächer erreicht hatte, begann sich die Hitze im Wachsfigurenkabinett bereits zu stauen. Angst zeichnete sich auf dem Gesicht ihrer Mutter ab. Ein gewöhnlicher Besucher konnte es so früh am Morgen nicht sein. Anna war dünnhäutig geworden. Die letzten Jahre hatten ihr zugesetzt. Die Angst um Curtius, der in diesen gefährlichen Tagen im Auftrag von Robespierre im Rheinland unterwegs war, machte ihr zu schaffen. Und Anna sorgte sich um Marie. Ihre Nähe zum französischen Hof hatte sie genauso in Gefahr gebracht wie die geheimen Aufträge im Namen des Konvents. Dabei hatte Marie kaum über diese Aufträge gesprochen - je weniger ihre Mutter davon wusste, desto besser. Anna hatte nur zu gerne weggesehen, wenn ihre Tochter wieder einmal die Tasche mit ihrem Werkzeug packte. Doch so ganz konnte sie ihre Augen nicht vor dem verschließen, was in ihrem Haus vor sich ging. Der Hunger, die viele Arbeit und die Angst waren allgegenwärtig. Die Nahrungsmittel waren teuer, und die neuen Banknoten, die verhassten Assignaten, so wenig wert, dass Marie damit schon einmal ein Loch in der Wand gestopft hatte. Anna musste manchmal stundenlang für einen Laib Brot anstehen oder versuchen, Kleidung und Schmuck gegen Lebensmittel einzutauschen.

Ihre Mutter wirkte blass, die Haare hingen strähnig unter ihrer Haube hervor. Heute sah man Anna ihre fünfzig Jahre wahrlich an. Auch Marie hatte schon bessere Tage gesehen, das wusste sie, obwohl sie nur selten einen Blick in den Spiegel warf. Wäre ich eine meiner Wachsfiguren, ich würde mich restaurieren oder einschmelzen, dachte sie und musste lächeln. Es kostete sie viel Kraft, den Anschein der Gleichmütigkeit aufrechtzuerhalten. Man sagte ihr nach, sie sei kaltblütig, dabei hatte sie lediglich lernen müssen, ihre Gefühle zu kontrollieren, sich keine Blöße zu geben, um sich und ihre Familie nicht in Gefahr zu bringen.

Heute galt es mehr denn je, sich unauffällig zu verhalten. Das Revolutionstribunal diente allein einem Zweck: die Feinde des Volkes zu bestrafen. Für alle Delikte gab es nur noch eine einzige Strafe: den Tod. Das Rasiermesser der Nation, die heilige Guillotine, wie das Volk sie nannte, arbeitete im Akkord. Zu Hunderten waren die Köpfe in den letzten Wochen vom Richtblock gerollt. Die täglichen Hinrichtungen verwandelten Paris in ein Leichenhaus. Das Blut lief von den Plätzen nicht mehr ab, die Hunde mussten verscheucht werden, damit sie es nicht aufleckten. In der Nähe der Friedhöfe lag ein süßlicher Verwesungsgeruch in der Luft. Die Massengräber waren überfüllt und mancherorts ragten die Gebeine der Toten hervor, weil sie nur notdürftig verscharrt worden waren. Dennoch wehrten sich die Bürger nicht - das Blutbad schien sie abgestumpft zu haben. Einige versuchten sogar noch immer, ihren Gewinn aus dem Terror zu ziehen. Denunziationen waren an der Tagesordnung. Der Vorwurf, ein Feind der Republik zu sein, reichte aus, um eine Verhaftung zu erwirken. Beweise waren nicht mehr nötig. Schnell war ein missliebiger Nachbar, ein geschäftlicher Konkurrent oder ein ungeliebter Ehemann aus dem Weg geschafft. Der Nächste war zum Feind geworden.

Marie trat ans Fenster. Der Boulevard du Temple, bis vor kurzem eines der Vergnügungsviertel der Handwerker und der reichen Müßiggänger, der Halbseidenen und der Adeligen, war wie ausgestorben. Früher schien die Allee ein einziger großer Jahrmarkt zu sein. Im Schatten de

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