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Die Wagenlenkerin Roman von Köster-Lösche, Kari (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.09.2015
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Die Wagenlenkerin

Eine Frau allein gegen die Götter: 'Die Wagenlenkerin' von Kari Köster-Lösche jetzt als eBook bei dotbooks. Die Götter höchstpersönlich haben den Frauen verboten, Wagen zu lenken - ein Gesetz, an das sich die junge Griechin Alexandra bisher strikt gehalten hat. Doch nun wünscht sie sich nichts sehnlicher, als selbst die Zügel in der Hand zu halten. Mit der Entscheidung, als Wagenlenkerin an den Olympischen Spielen teilzunehmen, nimmt ihr Leben eine dramatische Wendung: In aller Heimlichkeit trainiert Alexandra ihr Pferde-Gespann für große Turniere und erringt, als Mann verkleidet, zahlreiche Siege. Das bringt bald schon Neider auf ihre Spur, unter ihnen die skrupellosen Priester des Apollon. In einem gefährlichen Netz aus Missgunst, Intrigen und Mord muss Alexandra nicht nur gegen machtgierige Männer kämpfen, sondern sich auch gegen die Götter behaupten. "Für Fans historischer Romane besteht akute Suchtgefahr." BILD AM SONNTAG "Eine rasant erzählte Frauengeschichte." STERN Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Die Wagenlenkerin' von Kari Köster-Lösche. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Kari Köster-Lösche, 1946 in Lübeck geboren, Tierärztin und Wikingerexpertin, hat einen Großteil ihrer Jugend im schwedischen Uppsala, dem Zentrum der nordischen Kultur, verbracht. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin in Nordfriesland. Kari Köster-Lösche veröffentlicht bei dotbooks bereits die historischen Romane "Die Erbin der Gaukler", "Jagd im Eis", "Die Wagenlenkerin", "Die Hexe von Tondern", "Die Reeder", "Die Heilerin von Alexandria" und das Kinderbuch "Stille Nacht, eisige Nacht" sowie zwei historische Romanserien: DIE WIKINGER-SAGA: Der Thorshammer. Band 1 Das Drachenboot. Band 2 Die Bronzefibel. Band 3 DIE SACHSEN-SAGA: Das Blutgericht - Erster Roman Donars Rache - Zweiter Roman Mit Kreuz und Schwert - Dritter Roman

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 515
    Erscheinungsdatum: 03.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958242234
    Verlag: dotbooks GmbH
    Serie: List Taschenbücher 60211
    Größe: 1523 kBytes
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Die Wagenlenkerin

Im dritten Jahr der 210. Olympiade:
Die Steinigung

Kapitel 1

Es war der sechste Tag des Monats Thargelion im dritten Jahr der zweihundertzehnten Olympiade. Einer der Tage, an denen die Sonne des Frühlingsmorgens die Haut sanft wärmt und der Wind, der von den Bergen Arkadiens herunterweht, die Nase mit dem frischen Duft von Kiefern und Myrtensträuchern erfreut.

Alexandra seufzte vor Behagen, rückte sich auf den schmalen Latten des Zauns unter ihren Oberschenkeln zurecht und schloß die Augen. In ihrer Nähe hörte sie die gedämpften Geräusche der weidenden Pferde und ihr gelegentliches Schnauben, das wie ein zufriedenes Zwiegespräch über das saftige Gras klang. Die Pferde ihres Vaters genossen den Morgen nicht weniger als sie selbst.

Ein Windstoß erfaßte sie von hinten.

"Stell dir vor" , sagte eine artige Stimme an ihrem Ohr, "dieser Jubel der Zuschauer, wenn der Ölbaumkranz über dein Haar gelegt wird! Dann das Siegesmahl im Prytaneion unter den Augen des römischen Kaisers. Und deine Statue im Heratempel!"

So ein Unsinn, dachte Alexandra. Das Übermaß an Bildung begann ihre Gedanken zu verwirren. So sprach nur ein geschulter Rhetoriklehrer. Vielleicht sollte sie doch gelegentlich an Spinnrad und Webstuhl denken.

"So würde Ururgroßmutter sprechen. Ich aber sage dir: Brüllen werden sie, wenn du im Streitwagen bei den Olympischen Spielen gewinnst, und sie werden die Tribünen vor Begeisterung zertrampeln. Würde dir das gefallen?"

Alexandra schüttelte erstaunt den Kopf. "Wer spricht denn da so rotzfrech?" fragte sie laut.

"Pan! Halbgott. Wenn nicht Ganzgott."

Alexandra warf den Kopf zurück und lachte. Jemand erlaubte sich einen Scherz, vielleicht die kleinen Jungen des Nachbarn. Aber sie war bereit, mitzuspielen. "Wenn die Götter - die anderen, die großen, meine ich - es nicht verboten hätten, würde ich es tun!"

"Blödsinn!" schob Pan ein.

"Aber", fuhr Alexandra mit erhöhter Lautstärke fort, "sie haben es nun mal verboten. Es ist deshalb nicht üblich, daß Frauen an Spielen von Männern teilnehmen. Ganz abgesehen davon, daß die Götter sich hüten würden, mich siegen zu lassen. Sie sind auch nur Männer."

"Frauen mit festem Willen finden einen Weg. Und wie du dich ärgern wirst, wenn du es nie versucht hast! Wenn dein Vater dich erst einmal verheiratet hat, ist es zu spät. Verheiratete Frauen lassen sie ja nicht einmal als Zuschauerinnen zu! Dann ist es ZU SPÄT!"

Es war ein blöder Scherz. Aber endlich war Ruhe. Alexandra schüttelte sich. Den Duft der Pferde in der Nase, begann sie wieder über den neuartigen Kehlriemen nachzudenken.

"Und was heißt, nicht üblich? Hast du noch nie von Juliana aus Kappadozien gehört, die mit dem Viergespann gewann? Und von Severa, die auf dem Fohlen drei Mal siegte?"

Alexandra wurde aufmerksam. Sie hatte sich geirrt. Die Nachbarjungen bekamen keinen Unterricht. Von solchen Dingen konnten sie nichts wissen. "Das sind doch Römerinnen, soviel ich weiß!" wandte sie höflich ein.

"Wo ist der Unterschied zwischen dir und ihnen?"

"Ich habe bessere Pferde."

"Eben." Pan kicherte.

Alexandra errötete. Gut, daß ihr Rhetoriklehrer die danebengegangene Diskussion nicht gehört hatte. Dann blickte sie mit gerunzelten Augenbrauen um sich. Sie sah nichts, aber Pans Stimme mischte sich unter das Rauschen der alten Eichen. Irgendwo über den Wipfeln verwehten seine Abschiedsworte. "Wahrscheinlich traust du dich nur nicht."

"Es ist eine Unverschämtheit, mir Angst zu unterstellen", schnaubte sie. "Das gestatte ich nicht einmal Ganzgöttern." Und dann fiel ihr noch etwas Aufregendes ein. "Woher weißt du, daß Nero teilnehmen wird, Pan?" Aber nur noch die Zweige der Eichen bogen sich unter dem Gewicht des hinwegschwebenden göttlichen Bengels.

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