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Die widerspenstige Witwe von Heyer, Georgette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2020
  • Verlag: beHEARTBEAT
eBook (ePUB)
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Die widerspenstige Witwe

England, 1813: Die bezaubernde Elinor Rochdale ist adeliger Herkunft. Aber da ihr Vater kurz vor seinen Tod das gesamte Vermögen verspielt hat, beschließt die junge Frau einen Posten als Gouvernante anzutreten, um den finanziellen Ruin abzuwenden. Auf dem Weg zu ihrem Arbeitgeber steigt Elinor versehentlich in die falsche Kutsche und wird unversehens zur Ehegattin des als Trunkenbold verschrienen Mr. Cheviot gemacht. Als derselbige unmittelbar nach der Hochzeit verstirbt, erbt die junge Frau nicht nur sein gesamtes Hab und Gut, sondern auch einige mysteriöse Feinde und Rätsel ... 'Die widerspenstige Witwe' (im Original: 'The Reluctant Widow') ist ein amüsanter Regency-Liebesroman mit einer charmanten Heldin. Jetzt als eBook bei beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert. 'Lebhaft, amüsant ... und mit einer überraschenden Wendung!' - Kirkus Reviews

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 216
    Erscheinungsdatum: 01.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732589159
    Verlag: beHEARTBEAT
    Größe: 1469 kBytes
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Die widerspenstige Witwe

Kapitel 1

Es dämmerte bereits, als die kursmäßige Postkutsche, die von London nach Little Hampton geht, in das Dorf Billingshurst einfuhr; ein frostiger Bodennebel kroch kniehoch über die trübe Szenerie. Die Kutsche hielt vor einer Gastwirtschaft, das Trittbrett wurde heruntergeklappt, damit ein Fahrgast bequemlich aussteigen könne. Eine Lady, gesetzt gekleidet - drappfarbener Mantel, rundes Hütchen ohne Feder -, trat auf die Straße heraus. Während sie wartete, dass ihr verschnürter Reisekorb und ein Handkoffer aus dem Wagenkasten herausgeholt wurden, hakte der Schwager - offenbar seinem Fahrplan um ein paar Minuten voraus - die Zügel fest, kletterte vom Kutschbock und begab sich, der Vorschriften für das Verhalten eines Postkutschers uneingedenk, wiegenden Schritts in den Ausschank, gewillt, sich dort einen ermutigenden Schluck zu genehmigen, mit dessen Hilfe er, ohne seine sichtlich geschwächte Konstitution zu gefährden, den Rest der Strecke zu bewältigen gedachte.

Der besagte Fahrgast stand inzwischen auf der Straße, den Korb neben sich, und hielt einigermaßen unsicher Umschau. Die Lady hatte wohl damit gerechnet, abgeholt zu werden, wusste aber bereits aus Erfahrung, dass man gemeinhin, um eine neue Gouvernante heimzubringen, eher ein leichtes einspänniges Gig als die gutsherrschaftliche Equipage aussandte; darum zögerte sie, sich dem einzigen im Umkreis sichtbaren Fahrzeug, einem respektablen Reisewagen, der auf der anderen Straßenseite hielt, zu nähern. Während sie noch um sich blickte, kam indessen ein galonierter Kutscher vom Bock erwähnten Reisewagens gesprungen, trat, die Finger an die Hutkrempe legend, zu ihr und fragte, ob sie wohl die aus London angesagte junge Dame sei, die aufgrund der Anzeige komme. Als sie dies bestätigte, verneigte sich der Galonierte kurz, nahm den Korb auf und geleitete die Lady über die Straße zu dem Reisewagen. Sie stieg ein, nun wieder gehobener Stimmung, da sie sich mit so unerwarteter Fürsorge behandelt sah; und nun wurde ihr gar die weitere Aufmerksamkeit zuteil, dass der Bediente ihr eine Decke über die Knie breitete und dazu die Hoffnung aussprach, die Lady werde in der scharfen Abendluft nicht frieren. Das Trittbrett wurde hochgeklappt, der Schlag ins Schloss geworfen, der Korb am Dach festgemacht, und alsbald setzte sich der Reisewagen in Bewegung, rollte auf eine Weise wohlgefedert dahin, die sich nach dem mehrstündigen Geschüttel und Gerüttel in der Postkutsche wohltuend spürbar machte.

Behaglich aufseufzend lehnte sich die junge Lady in die Polsterung des Sitzes zurück. Die Postkutsche war voll besetzt, die Fahrt keineswegs eine Annehmlichkeit gewesen. Die Lady fragte sich, ob es ihr wohl jemals gelingen werde, sich an die Unbehaglichkeiten zu gewöhnen, die uns Sparsamkeit und Armut auferlegen. Wohl kaum, da sie im Laufe der letzten sechs Jahre reichlich Gelegenheit gehabt hatte, sich mit solchen Entbehrungen abzufinden. Müde von der Reise, aber entschlossen, sich nicht entmutigenden Betrachtungen hinzugeben, wandte sie ihre Gedanken von der Misslichkeit ihrer allgemeinen Lage ab und den mutmaßlichen Chancen ihres neuen Postens zu.

Nicht dass sie sich kühnen Hoffnungen hingegeben hätte, als sie früh am Morgen von London abfuhr. Ihre Dienstgeberin - nur einmal, bei einer kurzen Begegnung in Fentons Hotel, gesehen - hatte nicht im Entferntesten jene freundliche Gesinnung gezeigt, die sie jetzt bewogen haben mochte, eine armselige Gouvernante in einem stattlichen Reisewagen abholen zu lassen. Miss Elinor Rochdale hatte sich eher versucht gefühlt, in dem üppigen Busen ihrer künftigen Dienstherrin ein Herz zu vermuten, das nicht minder frostig war als die hervorquellenden eiskalten Augen; hätte nur irgendein anderer Posten zur Wahl gestanden, so wäre sie wohl ohne Zögern bereit gewesen, den Dienst in diesem Haushalt von sich zu weisen. Doch hatte sich nichts anderes geboten. Allzu oft gab es in den Familien, die eine Gouve

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