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Die Wikinger - Der Verrat von Glendalough Historischer Roman von Nelson, James L. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Wikinger - Der Verrat von Glendalough

Irland, Mitte des 9. Jahrhunderts: Nach einem ereignislosen Winter platzen die Wikinger um Thorgrim Nachtwolf beinahe vor Tatendrang. Da kommt es gelegen, dass Thorgrim durch den irischen Stammeskönig Kevin von Glendalough erfährt, einer schlecht geschützten Abtei im Binnenland. Der Zeitpunkt ist günstig, denn der Jahrmarkt steht bevor und bringt zusätzliches Geld in den Ort. Thorgrim lässt sich auf den Raubzug ein. Doch schon auf der Fahrt über den Fluss nach Glendalough zeigt sich, dass Kevin wenig zu trauen ist ... Bevor er sich entschied, über das Segeln zu schreiben, lebte und arbeitete James L. Nelson sechs Jahre lang an Bord traditioneller Segelschiffe. Seine zahlreichen Sachbücher und Romane wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit Preisen der American Library Association. Nelson liest in ganz Amerika aus seinen Büchern und tritt regelmäßig im Fernsehen auf. Er lebt mit seiner Frau Lisa und den gemeinsamen Kindern in Harpswell, Maine.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 30.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732561360
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Glendalough Fair
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Die Wikinger - Der Verrat von Glendalough

2. Kapitel

Die Göttin des Goldregens,
die große Freude mir schenkt,
voll Stolz soll sie hören
von ihres kühnen Freundes Tapferkeit.

GISLI SURSSONS SAGA

T horgrim näherte sich der Bodenwelle, die zwischen ihm und dem Fluss lag und ihm den Blick auf den Kampf versperrte. Die Hand lag am Griff seines Schwertes Eisenzahn, und der Regen fiel ohne Unterlass weiter. Er hörte Schritte hinter sich und drehte sich um. Bersi Jorundarson rannte auf ihn zu und trat an seine Seite.

"Thorgrim", sagte Bersi. "Was sind das für Probleme?"

"Ich weiß es noch nicht", erwiderte Thorgrim. "Aber ich kann mir vorstellen, wer dahintersteckt."

"Kjartan?"

"Genau das nehme ich an."

Thorgrim hatte nie daran gezweifelt, dass die Männer von Vík-ló sich der einen oder anderen Gruppe anschließen würden und dass sich zwischen diesen Gruppen dann gewisse Feindseligkeiten ergaben. So waren die Männer eben. Seine größte Sorge war gewesen, dass sich die Norweger gegen die Dänen stellen würden. Doch so kam es nicht. Stattdessen hatten die Männer sich danach aufgeteilt, wem sie folgten: den Anführern, die später die einzelnen Schiffe kommandieren sollten.

Thorgrims Mannschaft stand größtenteils treu zu ihm, auch wenn einige - zumeist die Männer, die sich ihm erst vor sechs Monaten in Dubh-Linn anschlossen - sich mit Dänen angefreundet hatten und in andere Lager übergewechselt waren.

Die meisten Gefolgsleute von Grimarr dem Riesen folgten inzwischen Bersi und zeigten darum auch Thorgrim gegenüber eine gewisse Loyalität. Skidi Oddson, auch als Skidi Streitaxt bekannt, war ein weiterer, der unter den Männern eine herausgehobene Stellung errungen hatte, nach all den Verlusten, die er den Iren zugefügt hatte, und nach dem Tod von so vielen von Grimarrs früheren Unterführern. Skidi hatte seine eigene Gefolgschaft, und diese Männer waren nicht so glücklich darüber, dass Thorgrim zum Herrn von Vík-ló ernannt worden war. Allerdings war auch keiner von ihnen so entschieden dagegen, dass sie deswegen Ärger gemacht hätten, und man konnte sich auf sie verlassen, solange man niemandem zu viel abverlangte.

Doch einige der Männer, ungefähr eine Schiffsmannschaft von fünfzig oder sechzig Köpfen, waren unter den Einfluss von Kjartan Thorolfson geraten, der auch Langzahn genannt wurde. Kjartan diente niemandem außer sich selbst, und diese herausfordernde Haltung war genau das, was seine Leute an ihm bewunderten und worin sie ihm nacheiferten.

Kjartan hatte den ganzen Winter über Thorgrims Autorität untergraben; auf hunderterlei verstohlener Arten, aber nie so nachdrücklich, dass es eine Antwort mit den Waffen herausgefordert hätte. Auf Dauer jedoch würde das unausweichlich werden. Thorgrim konnte spüren, dass das bislang sorgfältig gewahrte Gleichgewicht bald kippen würde, und wenn es dazu kam, würde er Kjartan töten und abwarten, wie dessen Männer darauf reagierten.

Vielleicht ist es endlich so weit, dachte Thorgrim. Er stieg das letzte Stück die Anhöhe empor, hielt an und wischte sich den Regen aus den Augen. Vor ihm, auf der freien Fläche am Fluss, wo sie ursprünglich das Holz für den Schiffsbau gelagert hatten, bot sich der womöglich merkwürdigste Anblick, dem er je gegenübergestanden hatte.

Wenigstens hundert Männer waren dort, zu viele, um ihr Treiben noch als einfache Schlägerei abzutun. Es glich eher einer Schlacht mit klirrenden Schwertern, Männern, die reglos am Boden lagen, und anderen, die brüllend auf dem Feld aufeinander eindroschen.

Einen Moment stand Thorgrim verblüfft da. Das Geschehen erschien ihm wie verlangsamt in dem sturmgepeitschten Regen, der in Thorgrims Augen schlug und die Sicht erschwerte. Der Boden war weich und von der Auseinandersetzung zu einem schlüpfrigen Morast aufgewühlt. Ein paar der Männer waren schlammverschmiert, wo der Regen den Dreck nicht weggespült hatte, einige waren r

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