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Die Wolkenkönigin (Abenteuerroman) von Kabel, Walther (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.06.2016
  • Verlag: e-artnow
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Die Wolkenkönigin (Abenteuerroman)

Dieses eBook: 'Die Wolkenkönigin (Abenteuerroman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Walther Kabel (1878-1935) gilt als einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller der 1920er Jahre. Aus dem Buch: 'An demselben Tag hatte Odysseus Nemo wieder einmal den Raum besucht, in dem die beiden Gefangenen, die angeblichen Spione, untergebracht waren. Der Namenlose fühlte sich jetzt seltsam hingezogen zu diesen Männern, die ohne Murren in ihrem engen Gelaß mit dem kleinen, stark vergitterten Fenster - es war die Gepäckkammer für kostbare Sendungen - ausharrten und die so hartnäckig stumm blieben, mochte man sie auch fragen, was man wollte. Nemos anfängliche stille Feindseligkeit gegen Dixon und Herbst war schnell geschwunden, als erst Stuart Burne die Station verlassen und als er nicht mehr Gelegenheit hatte, durch andauernde giftige Bemerkungen gegen die ''verdammten Schleicher und Unheilstifter'' des Namenlosen klaren Blick und kühle Urteilsfähigkeit zu trüben. Der Inspektor hatte in dieser Hinsicht einen weit stärkeren Einfluß auf Nemo ausgeübt, als dieser selbst gemerkt hatte. Kaum war Burne mit den Offizieren und dem Sprengkommando abgerückt, da begannen auch schon des Namenlosen Gedanken die Vorgänge der letzten Tage kritisch zu prüfen. Zeit genug hatte er dazu. Er war hier ganz auf sich allein angewiesen. Die nächste Stadt, in der Europäer wohnten, lag acht Eisenbahnstunden entfernt. So manches stieß Odysseus Nemo jetzt auf, was er bis dahin nicht beachtet hatte. Er entdeckte kleine Widersprüche in des angeblichen Professors Verhalten, die, allein genommen und gewogen, nichts bedeuteten, die zusammen aber die Person dieses Howard Pinkerley in ein recht zweifelhaftes Licht rückten.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 663
    Erscheinungsdatum: 17.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026854197
    Verlag: e-artnow
    Größe: 1185 kBytes
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Die Wolkenkönigin (Abenteuerroman)

Erster Teil.
Die Burg im Heiligen See
Inhaltsverzeichnis 1. Kapitel
Inhaltsverzeichnis
Der Nachtzug Haidarabad-Dschaipur lief in den Bahnhof des Städtchens Balmir ein. Drei strahlende Riesenkugeln bewegte der Regenwind an ihren Masten träge hin und her. Auf dem Bahnsteig warteten nur wenige Reisende; ein paar englische Offiziere, zwei hochgewachsene Brahmanen, vier Europäer in langen Gummimänteln und ärmeres eingeborenes Volk für die billigste Wagenklasse.

Im Schatten eines der Masten der Bogenlampen stand ein schlanker Mensch in graugrünem Sportanzug, eine kleine Reisetasche in der Linken. Diese Bogenlampe war nicht eingeschaltet. Wenn ihre Nachbarin ein wenig stärker pendelte, traf der Lichtschein doch zuweilen das bartlose, hagere, leicht gelblichbraune Gesicht dieses Reisenden, der Grund zu haben schien, erst im letzten Augenblick den Zug zu besteigen.

Der Mann ahnte nicht, daß er beobachtet wurde.

Links von ihm hinter einem Wellblechhäuschen duckte sich ein anderer Mann in das Dunkel hinein: klein, mager, langer Kopf, vorgebautes Kinn, dicke blonde Brauen, darunter halb zugekniffene Augen, kurze Nase, bartlos. - Er hatte den Kragen der Ölpelerine hochgeschlagen, trat nervös von einem Fuß auf den anderen, murmelte im Selbstgespräch: "Verdammt, - was das Weib nur von ihm will!! Seit gestern ist sie hinter ihm drein ..."

Und hinter dem Mann im Sportanzug, dem der feine Sprühregen nur angenehm war mit seinen die Aussicht hindernden Schleiern, lehnte wieder im Schatten eines Pfeilers der Vorhalle eine Frau, von der nichts zu sehen war als der seidene Regenmantel, der weiche schwarze Lackhut, darunter ein dicker Knoten blonder Haare, über den hinweg ein weißer Schleier sich bis zum Kinn hinab zog. Vor der Frau stand ein einfacher Koffer. Sie verhielt sich ganz regungslos. Ihre Augen hafteten wie gebannt auf der Gestalt dessen, der vielleicht dorthin unterwegs war, wo ihre einzige Sehnsucht weilte.

Die Bremsen des Zuges kreischten. Braune Schaffner öffneten faul die Türen. Die Wartenden verschwanden in den Wagen.

Hinten am Zuge befanden sich die beiden Schlafwagen.

Der Mann im Sportanzug bestieg den einen, reichte dem Beamten ein Trinkgeld, sprach einige Worte. Ein Abteil mit tadellos weißem Bett nahm den Mann auf. Ihm folgte der andere im Ölumhang. Auch er flüsterte etwas, zeigte dem Schaffner eine zerdrückte, abgerissene Karte, auf der links ein kleines Lichtbild aufgeklebt war. Der Beamte dienerte sofort unterwürfig.

"Sehr wohl, Herr Inspektor. Also das Abteil nebenbei. - Bitte."

Auch dieser Mann zog hinter sich die Tür zu, war allein.

Als letzte betrat die Frau den Wagen. Abermals erhaschte der Schaffner ein Trinkgeld. Und die Frau erhielt die Kabine links neben dem Gelbbraunen. Sie setzte ihren Koffer ab, stellte sich an das Gangfenster.

Der Zug glitt weiter - schneller und schneller, hinein in die Ebenen, Dschungel, Wälder und Klüfte Radschputanas.

Eine Laderampe flog vorüber. Zahme Elefanten beluden bei elektrischem Licht Plattformwagen mit schweren Stämmen, trugen das Holz in den gewickelten Rüsseln, bewegten sich gravitätisch, folgten jedem Wink des zwischen den Riesenohren hockenden Mahuts.

Das Bild verschwand. Der Zug durchbrauste ein Tal. Ein Eingeborenendorf, von Dornenverhauen gegen Tiger und Panther umgeben, tauchte auf. Vor den Hütten flackerten Feuer. Dunkle Gestalten drehten sich auf einem freien Platz im Reigen. Vielleicht ein Dorffest ...

Wieder dunkle Nacht. Und die Frau starrte geradeaus, ließ den Zugwind ihr Gesicht kühlen. - Ach - diese Jagd regte sie noch immer auf ... Gestern hatte sie die Spur verloren. Dann in Haidarabad erkannte sie ihn wieder trotz des gefärbten Gesichts. - Welche Angst hatte sie ausgestanden, ihn vielleicht gerade hier in Indien aus den Augen zu verlieren - gerade hier.

Abermals ein Dorf. Dicht an de

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