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Die Zeit der Erbin Roman von Vincenzi, Penny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Zeit der Erbin

England 1935: Cassia Tallow führt ein ruhiges Leben an der Seite ihres Ehemannes Edward, eines Landarztes, als ihre glamouröse Patentante Leonora ihr ein Vermögen hinterlässt. Der unverhoffte Glücksfall bringt Cassia nach London, geradewegs in die High Society - eine verführerische Welt voll dekadenter Feiern und früherer Liebhaber. Die finanzielle Unabhängigkeit gibt ihr Selbstvertrauen, und sie nimmt gegen den Willen ihres Mannes ihre Karriere als Ärztin wieder auf. Doch bald kommen Cassia Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Erbes - und alles, was sie sich erkämpft hat, steht auf dem Spiel ... Penny Vincenzi (1939 - 2018) zählt zu Großbritanniens erfolgreichsten und beliebtesten Autorinnen. 1989 erschien ihr erster von insgesamt 20 Romanen, die sich weltweit über 4 Millionen Mal verkauften. Sie gilt als "Königin des modernen Blockbusters" (Glamour).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 864
    Erscheinungsdatum: 16.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641252465
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Windfall
    Größe: 1637 kBytes
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Die Zeit der Erbin

KAPITEL 1

Juni 1935

C assia Tallow schrubbte gerade die Altarstufen, als sie erfuhr, dass sie eine halbe Million Pfund geerbt hatte. Später dachte sie oft, die Angelegenheit hätte so sehr aus einem Märchenbuch stammen können, dass sie ein Omen sein musste. Wäre sie einer ihrer üblichen Alltagsbeschäftigungen nachgegangen - die Kinder baden, den Garten pflegen, am Kopf der Tafel sitzen, den Terminkalender der Frauenvereinigung sichten oder eines der Hunderte von Telefonaten entgegennehmen, die jede Woche eintrafen, um ihren Mann an irgendein Krankenbett zu rufen -, hätte die Geschichte wohl nicht so einen Eindruck hinterlassen. Doch der Widerspruch zwischen diesen beiden Ereignissen, sie auf den Knien Steinstufen scheuernd, ach herrje, und zu hören, dass sie mit einem Mal unglaublich reich geworden war, war wirklich äußerst spannend und eines wahren Dramas würdig.

Natürlich war es nicht ganz so dramatisch verlaufen, wie sie es später in Erinnerung hatte. Edward war einfach mit Mr Brewster, dem Anwalt ihrer Taufpatin, in der Kirche erschienen, der ziemlich aufgelöst war, weil er sie mit seiner wichtigen Nachricht nicht zu Hause angetroffen hatte. Sie war tatsächlich mit ihm verabredet gewesen, hatte es allerdings vergessen. Und nun hatte Edward, wie immer verärgert über ihre Schusseligkeit, Mr Brewster zu ihr begleitet.

"Mr Brewster sagte, es sei von äußerster Wichtigkeit, dass er persönlich mit dir spricht und dir auch das Testament zeigt. Er ist den ganzen Weg aus London hergekommen. Ich finde deine Gedankenlosigkeit ziemlich bedauerlich", tadelte Edward.

Cassia entschuldigte sich und setzte sich mit beiden Männern auf die Kirchenveranda. Mr Brewster war ein ungewöhnlich langweiliges Sinnbild von einem Anwalt, bekleidet mit einem dunkelgrauen Anzug, einer dunkelgrauen Krawatte und einer schwarzen Melone und mit einer recht mitgenommenen Aktentasche bewaffnet. Obwohl seine Stimme ebenso langweilig, monoton und leicht nasal klang, lauschte Cassia aufmerksam, als er ihr die bedeutendste Passage des Testaments vorlas und sie ihr ausführlich erklärte. Nachdem er fertig war, sie die bahnbrechenden Worte gehört hatte, erwiderte sie, sie habe alles verstanden. Ob sie sofort etwas unternehmen müsse, was er verneinte. Also fragte sie, ob es ihn störe, wenn sie die Treppe zu Ende putzte. Mr Brewster, der sich offenbar schon lange nicht mehr vom Verhalten seiner Mitmenschen, ganz gleich wie exzentrisch, aus der Ruhe bringen ließ, entgegnete, selbstverständlich nicht. Doch Edward folgte ihr den Mittelgang entlang und baute sich neben ihr auf, als sie erneut den Lappen auswrang.

"Du hast schon verstanden, was er dir gerade mitgeteilt hat, oder?", sagte Edward. Cassia kauerte auf den Fersen und betrachtete ihn. "Ich meine den Betrag. Hast du richtig zugehört?"

"Ja. Ja natürlich. Danke."

"Gut. Ich war nämlich nicht sicher. Deine Reaktion erscheint mir ein wenig ... seltsam."

"Tut mir leid, Edward. Was hast du denn von mir erwartet?" Sie lächelte ihn an. "Dass ich laut zu singen anfange oder vielleicht ein inniges Dankesgebet spreche?"

"Nein, natürlich nicht. Aber du wirkst so ruhig. Ich, nun, ich muss zugeben, dass ich mich nicht sehr ruhig fühle."

"Entschuldige", antwortete Cassia, obwohl sie nicht sicher war, wofür sie sich entschuldigte.

"Außerdem solltest du meiner Ansicht nach mit nach Hause kommen."

"Warum die Eile? Ich sollte das hier erst noch fertig machen. Wirklich. Könntest du mit Mr Brewster nach Hause gehen und Peggy bitten, ihm einen Tee zu kochen? Ich bin gleich da."

Edward starrte sie an, förderte sein Taschentuch zutage und putzte sich die Nase. Das tat er immer, wenn er nicht wusste, wie er sich verhalten sollte. "Cassia", setzte er an, "ich frage mich wirklich, ob du dir dessen bewusst bist ..."

"Edward, ich bin mir dessen bewusst. Vielen Dank. Ich habe eine halbe Million P

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