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Die Zisterne Psychothriller von Blake, Jennifer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.12.2012
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Die Zisterne

Was idyllisches Refugium hätte werden sollen, verwandelt sich für die sensible Künstlerin Laurel in einen Ort des Grauens: Seit sie mit ihrem zehn Jahre jüngeren Geliebten Alec ihren Garten neu gestaltet, werden kaltblütig Anschläge auf sie verübt. Laurels Hund wird vergiftet, ihre Werkstatt geht in Flammen auf, sie fühlt sich beobachtet, verfolgt, belauert. Auch Alec wird zur Zielscheibe des grenzenlosen Hasses. Doch selbst in ihren schrecklichsten Angstträumen ahnt Laurel nicht, welches Motiv der Täter haben könnte. Noch liegt es im Dunkeln - uneinsehbar wie der tiefe Grund ihres finsteren Brunnens...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 07.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955761462
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 501 kBytes
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Die Zisterne

1. KAPITEL

W ie der Blitz kam sie aus dem hell erleuchteten Haus gerannt. Mit durchdringender, klarer Sopranstimme rief sie irgendetwas dem riesigen schwarzen Schäferhund zu, der bedrohlich laut knurrte. Zu dem Zeitpunkt, als die morsche Fliegengittertür wieder hinter ihr zufiel, war sie schon fast die ganze Treppe an der Vorderveranda heruntergestürmt. Dem Mann kam sie beinahe wie ein Racheengel vor, als sie so in ihrem hauchdünnen, wehenden Nachthemd auf ihn zurannte. Ihr langes Haar wehte wie eine Fahne im Wind, es schimmerte silberblond im Mondlicht. Kaum schienen ihre Füße den Boden zu berühren; die makellos reinen Züge ihres Gesichts wirkten angespannt. Alec Stanton glaubte, niemals zuvor ein so faszinierendes Geschöpf gesehen zu haben.

"Sticks! Bei Fuß!" rief sie, während sie sich geschmeidig unter den tief hängenden Zweigen der Magnolie hindurchduckte. Sie hielt den Blick fest auf den Hund gerichtet, der nun auf der niedrigen moosbewachsenen Mauer stand und wütend das Anwesen verteidigte. Das Tier knurrte wieder; das Grollen schien aus den tiefsten Tiefen seiner mächtigen Brust zu kommen. Sticks ließ Alec nicht aus den Augen und fletschte die Zähne, das Nackenfell gesträubt. Als die Frau näher kam, schob sich der Hund schützend vor sie. "Was ist denn, mein Junge? Warum regst du dich so auf?" Ihre Stimme klang wachsam, aber nicht ängstlich.

Dann entdeckte sie Alec. Sie blieb so abrupt stehen, dass ihr langes Haar nach vorn wehte und sich wie ein Umhang aus Mondstrahlen um ihre bloßen Arme schmiegte. Sie ballte die Hände zu Fäusten, straffte sich und stand schließlich so erstarrt da wie eine bleiche Marmorstatue.

Für Alec hörte der Hund plötzlich auf zu existieren. Auch vergaß er völlig, weshalb er eigentlich hier war, in dieser wuchernden Wildnis, die ursprünglich einmal der Vorgarten der alten Villa "Ivywild" gewesen war. Wie in Trance trat er einen Schritt aus der Dunkelheit heraus.

Mit einem Satz griff der Hund an; vierzig Kilo Muskeln, Sehnen und todbringende Wut. "Aus! Sticks, aus!" schrie die Frau, doch es war offensichtlich, dass das Tier nicht mehr gehorchen konnte oder wollte.

Alles, was Alec je gelernt hatte, kam ihm instinktiv und schlagartig wieder in Erinnerung. Er wich zurück, um den Aufprall des schweren Hundekörpers abzuschwächen; gleichzeitig umfasste er den massigen Schädel mit eisenhartem Griff. Sofort fand er die entscheidenden Punkte und drückte fest zu, während er in die Knie ging. Innerhalb weniger Sekunden war alles vorbei. Als Alec sich aufrichtete, lag das Tier benommen und flach atmend auf dem Weg.

Die Frau kniete sich mit einem Schreckenslaut hin und zog den Kopf des Hundes auf ihren Schoß.

"Keine Sorge, der wird wieder", beschwichtigte Alec sie sanft.

Sie antwortete nicht, aber er merkte, wie sie den Atem anhielt, als sich der Hund leise jaulend zu bewegen anfing. Abrupt hob sie den Kopf, ihre Augen schimmerten feucht. "Sie hätten ihn umbringen können!"

"Wenn ich das gewollt hätte, wäre er jetzt tatsächlich tot. Ich habe ihn nur für ein paar Minuten außer Gefecht gesetzt, damit wir ungestört ein paar Dinge besprechen können." Er hätte sie auch darauf hinweisen können, dass ihr kostbarer Sticks im Begriff gestanden hatte, ihm die Kehle zu zerfleischen, doch das hätte momentan wohl wenig gebracht.

Sie umschlang den Hund fester. "Sie befinden sich auf Privatbesitz. Wenn Sie nicht sofort verschwinden, rufe ich die Polizei. Habe ich mich deutlich genug ausgedrückt?"

Die ganze Sache lief so ganz anders als geplant. Er hatte ganz höflich anklopfen und ihr dann in aller Ruhe auf der Veranda den Grund für seinen Besuch erklären wollen. Er hatte nicht damit gerechnet, dass es ihm den Atem verschlagen würde beim Anblick dieser in ein Nichts gehüllten Frauengestalt. In seinen kühnsten Träumen hatte er sich nicht ausgemalt, dass ihm so etwas je passieren könnte, nicht ihm, und schon gar nicht be

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