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Dinner mit Edward Die Geschichte einer unerwarteten Freundschaft von Vincent, Isabel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.08.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Dinner mit Edward

"Jeder sollte einen Edward haben." Toronto Star
Zu ihrem ersten Dinner mit Edward erscheint Isabel mit einer Flasche Wein, aber ohne große Erwartungen. Eigentlich ist sie nur hier, weil ihre Freundin sie um den Gefallen gebeten hat, bei ihrem alten Vater nach dem Rechten zu sehen. Doch der Mann, der jetzt in der Küche steht und Hühnchenbrust und luftiges Aprikosen-Soufflé für sie zubereitet, steckt voller Überraschungen. Isabels Besuch ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe von unvergesslichen Abenden, in deren Verlauf Edward zu ihrem teuren Freund und Ratgeber wird. Mit seiner Hilfe gelingt es ihr, das Leben neu zu betrachten und frische Wege einzuschlagen.
'Dinner mit Edward' ist ein inspirierendes Lieblingsbuch und das perfekte Gastgeschenk für jede Dinnereinladung.

Isabel Vincent ist in Toronto aufgewachsen und arbeitet heute als Reporterin für die New York Post. Ihre Texte wurden in Zeitschriften und Magazinen in aller Welt publiziert. Für ihre Sachbücher wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 13.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641225278
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Dinner with Edward
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Dinner mit Edward

1

Gegrilltes Sirloin-Steak, Sauce bourguignonne
Frühkartoffeln
Schokoladen-Soufflé
Malbec

Z u Anfang hatte ich immer eine Flasche Wein dabei, wenn ich Edward besuchte. "Du musst wirklich nichts mitbringen, Darling", sagte er, aber ich ignorierte diesen Hinweis häufig, weil es mir unangenehm war, mit leeren Händen zu einem Abendessen zu erscheinen.

Es sei auch überhaupt nicht nötig, anzuklopfen oder zu klingeln, erklärte er mir. Er wusste immer ganz genau, wann ich vor der Tür stand, denn der Portier rief ihn sofort an, nachdem ich das Haus betreten hatte. Abgesehen davon ließ er seine Wohnungstür immer unabgeschlossen. Dennoch bestand er, schon kurz nachdem wir uns angefreundet hatten, darauf, mir einen eigenen Schlüssel zu überlassen, nur für den Fall, dass die Tür ausnahmsweise einmal verschlossen sein sollte oder ich vorbeikommen wollte, während er sein morgendliches oder nachmittägliches Nickerchen auf dem Sofa machte. Er gab mir den Schlüssel, der an einem violetten Plastikanhänger befestigt war. Sein Vorname und seine Telefonnummer standen in großen Druckbuchstaben auf dem weißen Schildchen, das in den Schlüsselring eingefasst war. Wir wussten beide, dass ich den Schlüssel niemals benutzen würde, um sein Apartment zu betreten, aber ich nahm ihn dankbar entgegen - es war eine Geste der Freundschaft und eine tägliche Erinnerung daran, dass Edward nun Teil meines Lebens geworden war.

Wenn ich Wein mitbrachte, schrieb er jedes Mal meinen Namen auf das Etikett und legte die Flasche in seinen provisorischen Weinkeller in einem Schrank im Flur, in dem er auch seine Wintermäntel aufbewahrte. Bei meiner Ankunft hatte er die Weine für die Mahlzeit längst ausgesucht und hob meine Mitbringsel für eine passendere Gelegenheit auf.

Bei einem der ersten Abendessen beging ich den Fehler, ihm ein paar von den salzigen Kabeljau-Kroketten mitzubringen, die ich nach einem Rezept meiner Mutter zubereitet hatte. Es war völlig abwegig gewesen zu erwarten, dass er sie zusammen mit seinen Speisen servieren würde. Ich überraschte ihn ohne Vorwarnung damit. Das war noch zu Anfang unserer Freundschaft, als ich nicht ahnte, welchen Aufwand an Überlegungen und Vorbereitungen Edward für ein einziges Dinner betrieb. Ich erkannte meinen Fauxpas im selben Moment, als ich ihm das klobige, in Alufolie verpackte Päckchen mit den Kroketten überreichte, und bemerkte seinen verwirrten Gesichtsausdruck. Aber er nahm mein Geschenk dankend entgegen und lud mich zu einem weiteren Abendessen noch in derselben Woche ein, bei dem wir sie zusammen verspeisten.

Edward war weder ein Snob noch ein übertriebener Feinschmecker. Er liebte es einfach, aus allem das Beste zu machen, und kümmerte sich hingebungsvoll um jedes Ding, das er herstellte - sei es nun ein Möbelstück für sein Wohnzimmer oder ein literarischer Text. Tatsächlich hatte er alle seine Möbel selbst getischlert und aufgepolstert und verfasste Gedichte und Kurzgeschichten, die er handschriftlich und sehr geduldig immer wieder neu auf unlinierten Seiten notierte, bis er das Gefühl hatte, dass sie gut genug waren, um von einer seiner Töchter abgetippt zu werden. Beim Kochen ging er ebenso sorgfältig vor, obwohl er damit erst spät in seinem Leben angefangen hatte, nämlich als er die Siebzig schon überschritten hatte. "Paula hat zweiundfünfzig Jahre lang gekocht, und eines Tages sagte ich ihr, sie hätte genug gearbeitet und ich sei nun damit an der Reihe", erklärte er.

Schon als junger Mensch hatte Edward gutes Essen zu schätzen gelernt. Nachdem er mit vierzehn in der Schule sitzen geblieben war, schickten seine Eltern ihn von Nashville nach New Orleans, um dort den Sommer bei seiner Tante und seinem Onkel zu verbringen, die sehr wohlhabend waren. Seine Tante Eleanor war Lehrerin. Sie war sehr auf Disziplin bedacht und versuchte, ihn wieder auf den rechten Weg zu bringen. Gleichzeitig war sie sehr daran interess

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