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Dr. Daniel 25 - Arztroman Qual der Erinnerung von Françoise, Marie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2015
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
eBook (ePUB)
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Dr. Daniel 25 - Arztroman

Dr. Daniel ist eine echte Erfolgsserie. Sie vereint medizinisch hochaktuelle Fälle und menschliche Schicksale, die uns zutiefst bewegen - und einen Arzt, den man sich in seiner Güte und Herzlichkeit zum Freund wünscht. 'Priska! Du bleibst!' herrschte Margarethe Germann ihre Stief-tochter an. 'Ich denke nicht daran! Ab heute bin ich volljährig, und da halten mich keine zehn Pferde mehr in diesem Haus!' Theatralisch hob Margarethe Ger-mann beide Hände. 'Dein armer Vater würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüßte, wie du mit mir sprichst.' Nahezu angewidert sah Priska ihre Stiefmutter an. 'Papi würde sich wohl eher im Grab umdrehen, wenn er wüßte, was du mir in den vergangenen Jahren alles angetan hast.' Dann drehte sie sich einfach um, ergriff den alten verschlissenen Koffer, den Margarethe ihr gnädigerweise zur Verfügung gestellt hatte, und verließ das Haus. Es war, als würde sie aus einem Gefängnis ins Freie treten. Priska blieb einen Augenblick stehen und atmete tief durch. In diesem Moment hielt das Taxi vor dem Haus, und rasch stieg Priska ein. 'Wo soll's hingehen, junge rau?' fragte der Fahrer freundlich. 'Weg', antwortete Priska. 'Bloß weg von hier.' Der Fahrer zeigte sein Erstaunen ganz offen, fuhr aber ohne weitere Fragen los, und erst als er die nächste Ecke passiert hatte, lehnte sich Priska aufatmend in den Polstern zurück. Irgendwie hatte sie immer noch das Gefühl gehabt, ihre Stiefmutter könne sie wieder ins Haus holen. Doch jetzt war sie wirklich frei. 'Zur Sparkasse bitte', wies sie den Fahrer nun an.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 10.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959793698
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Serie: Dr. Daniel Nr.25
    Größe: 454 kBytes
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Dr. Daniel 25 - Arztroman

"Priska! Du bleibst!" herrschte Margarethe Germann ihre Stief-tochter an.
"Ich denke nicht daran! Ab heute bin ich volljährig, und da halten mich keine zehn Pferde mehr in diesem Haus!" Theatralisch hob Margarethe Ger-mann beide Hände. "Dein armer Vater würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüßte, wie du mit mir sprichst." Nahezu angewidert sah Priska ihre Stiefmutter an. "Papi würde sich wohl eher im Grab umdrehen, wenn er wüßte, was du mir in den vergangenen Jahren alles angetan hast." Dann drehte sie sich einfach um, ergriff den alten verschlissenen Koffer, den Margarethe ihr gnädigerweise zur Verfügung gestellt hatte, und verließ das Haus. Es war, als würde sie aus einem Gefängnis ins Freie treten. Priska blieb einen Augenblick stehen und atmete tief durch. In diesem Moment hielt das Taxi vor dem Haus, und rasch stieg Priska ein. "Wo soll's hingehen, junge Frau?" fragte der Fahrer freundlich. "Weg", antwortete Priska. "Bloß weg von hier." Der Fahrer zeigte sein Erstaunen ganz offen, fuhr aber ohne weitere Fragen los, und erst als er die nächste Ecke passiert hatte, lehnte sich Priska aufatmend in den Polstern zurück. Irgendwie hatte sie immer noch das Gefühl gehabt, ihre Stiefmutter könne sie wieder ins Haus holen. Doch jetzt war sie wirklich frei. "Zur Sparkasse bitte", wies sie den Fahrer nun an. "In Ordnung, junges Fräulein", meinte er, dann sah er in den Rückspiegel, doch Priska bemerkte den prüfenden Blick nicht. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt, was sie mit ihrer neugewonnenen Freiheit anfangen sollte. "Das macht zehn Mark fünfzig", erklärte der Fahrer, als er vor der Sparkasse anhielt. "Ich muß mir erst Geld holen", entgegnete Priska beinahe schüchtern. "Warten Sie bitte hier auf mich." "Das werde ich ganz bestimmt", versicherte der Fahrer nachdrücklich. Es war offensichtlich, daß er um sein eben verdientes Geld fürchtete. Doch Priska bekam in der Bank keine Schwierigkeiten. Das Konto, das ihr Vater einst für sie angelegt hatte, stand ihr jetzt, an ihrem achtzehnten Geburtstag, zur Verfügung. Erleichtert stieg Priska wieder ins Taxi. "Zum Bahnhof, bitte." "Vielleicht bezahlen Sie erst mal die zehn Mark fünfzig", entgegnete der Fahrer mißtrauisch. Mit zitternden Fingern holte Priska ihre Geldbörse hervor und entnahm ihr einen Zwanzigmarkschein. Es war ungewohnt, daß sie plötzlich auf sich allein gestellt war, und diese fremde Welt hier draußen verunsicherte sie. Mit der Bezahlung wurde der Taxifahrer wieder freundlich. "Na, das reicht ja leicht bis zum Bahnhof", meinte er und fuhr los. Als er dann vor dem Backsteingebäude hielt, bekam Priska sogar noch vier Mark zurück. Sie betrachtete das Kleingeld in ihrer Hand. Ganz schwach erinnerte sie sich, was ihr Vater immer über Trinkgeld gesagt hatte. Ihre Stiefmutter hatte nie Trinkgelder gegeben, aber Papi hatte immer gemeint, so etwas gehöre sich. "Stimmt was nicht?" fragte der Fahrer, weil sie so lange zögerte, den Wagen zu verlassen. "Doch", antwortete Priska leise. "Ich überlege nur gerade, wieviel Trinkgeld ich Ihnen geben soll." Sie zuckte ein wenig hilflos die Schultern. "Wissen Sie, ich habe da keine Erfahrung." Sie zögerte, dann gab sie dem Fahrer die vier Mark zurück. "Nein, Mädelchen, das ist zuviel", erklärte er, behielt eine Mark und gab Priska den Rest wieder. Schüchtern lächelte sie ihn an. "Danke." Dann stieg sie aus und betrat das Bahnhofsgebäude. Zuletzt war sie mit ihrem Vater hiergewesen, aber das war schon mehr als zehn Jahre her. In der Zwischenzeit hatte sich eine ganze Menge veränd

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