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Dr. Karsten Fabian - Folge 154 Meine Prinzessin aus der Heide von Larsen, Ulrike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Dr. Karsten Fabian - Folge 154

Die Landarztfrau Florentine Fabian hat einen Verehrer! Lachend hat sie ihrem Mann von der Masche des Fremden erzählt. Angeblich sieht sie seiner ersten, bis heute unvergessenen Liebe zum Verwechseln ähnlich. Anfangs hat sich Dr. Fabian noch darüber amüsiert. Doch inzwischen macht er sich Sorgen um seine Frau. Denn dieser Mann stellt Florentine plötzlich überall nach. Keinen Schritt kann sie mehr unbeobachtet tun. Was ist, wenn er eines Tages durchdreht? Und dann wird es noch mysteriöser. Nach einem Hilferuf aus dem Nachbardorf steht Dr. Fabian vor einer Frau, die wirklich wie ein Abbild von Florentine ist ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 01.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732526420
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 473 kBytes
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Dr. Karsten Fabian - Folge 154

Das Haus der Familie Drewen gehörte zu den schönsten des Heidedorfes Altenhagen. Es stand unter Denkmalschutz, und so hatte der inzwischen verstorbene Rektor Otto Drewen Jahrzehnte lang daran gearbeitet und es in liebevoller Kleinarbeit restauriert.

Dr. Karsten Fabian war in den Abendstunden zu den Drewens gerufen worden. Er betreute Gertrud Drewen seit dem Tod ihres Mannes. Sie litt schon seit Jahren an einer Herzschwäche, die sie geschickt für allerlei Zwecke einsetzte.

Neben dem imposanten Wohnhaus erhob sich die alte Scheune. Auch sie war liebevoll restauriert, und über dem großen, in sattem Grün gehaltenen Tor zog sich ein breiter beschrifteter Balken.

In verschnörkelten Buchstaben war dort oben zu lesen: Was das Feuer brannte nieder, gab uns Gottes Hilfe wieder. A.D. 1795 .

Alte Linden, die schon ein paar hundert Jahre alt sein mussten, bildeten eine kleine Allee, die auf das Wohnhaus zuführte. Dr. Fabian wusste, dass den Drewens für dieses Anwesen schon viel Geld geboten worden war, doch mit dem alten Rektor war darüber nicht zu reden gewesen.

"Sie können sich wohl auch nicht sattsehen, Doktor Fabian?", fragte eine angenehm dunkle Frauenstimme hinter ihm.

Der Landarzt drehte sich um und lächelte, als er sich Monika Drewen gegenübersah. Sie war eine aparte Erscheinung. Die hellbraunen Locken glänzten in den letzten Sonnenstrahlen, die sanften braunen Augen leuchteten.

Es gab wohl niemanden in Altenhagen, der sich nicht darüber wunderte, dass Monika immer noch zu haben war. Sie war schon zweiunddreißig, hübsch und gut gewachsen, und dazu kam, dass sie nicht unvermögend war.

"Ja, Monika." Karsten seufzte. "Ich bin mit meiner Löwenvilla zwar sehr zufrieden, doch wenn man das hier sieht, wird einem das Herz weit."

"Ja, Papas Lebenswerk", stimmte sie zu und sah sich um. "Ich sehe das alles ja täglich - trotzdem bin ich immer noch in unser Haus verliebt."

"Und deiner Mutter geht's wieder schlecht?", fragte er.

Sie sahen sich an und wussten, dass sie beide ähnlich dachten. Mindestens zweimal im Monat wurde Dr. Fabian zu den Drewens gerufen, und jedes Mal erweckte Gertrud den Eindruck, als habe ihr letztes Stündlein geschlagen, was sich aber, wenn der Landarzt an ihrem Bett saß, schlagartig ändern konnte.

"Das Übliche, Doktor", antwortete Monika und sah zum Haus hinüber.

Vor den blanken Fenstern blühten pinke Geranien, ebenso am Rand des alten Brunnens. Rechts und links der alten Haustür erhoben sich zwei Rhododendren, die schon mehr als fünfzig Jahre alt sein mussten und die der alte Rektor durch geschickten Schnitt in Baumform gebracht hatte.

"Ihre Mutter ist zwar erst fünfundsechzig", begann der Landarzt vorsichtig, "aber ich bin der Ansicht, dass sie in einem Seniorenwohnheim besser aufgehoben wäre."

"Ich auch", entgegnete Monika düster. "Doch jedes Mal, wenn ich dieses Thema anschneide, bekommt sie einen Weinkrampf und behauptet, ich wollte sie abschieben."

Dr. Fabian schwieg und ging neben Monika zum Wohnhaus hinüber. Schon oft hatte er sich gefragt, was wohl aus Gertrud wurde, wenn Monika einmal dem Mann fürs Leben begegnete.

Ihre Hand lag schon auf der Türklinke, traurig sah Monika den Arzt an.

"Ich verdanke meinen Eltern alles, Doktor Fabian. Ich glaube, ich würde es nicht übers Herz bringen, Mama in einem Seniorenheim unterzubringen. Sie ist doch hier zu Hause."

Dr. Fabian nickte nur. Auch er wusste keine Lösung, die alle zufriedenstellte. Er könnte nur an Gertruds Vernunft appellieren, doch nicht heute, nicht wenn sie wieder eine ihrer berühmt-berüchtigten Herzattacken hatte.

"Lassen Sie uns hineingehen", schlug er resigniert vor.

Längst hatte Gertrud Drewen ihr Schlafzimmer ins Erdgeschoss verlegt, da ihr das Treppensteigen zu viel Mühe bereitete. Außerdem hatte Monika sich in der oberen Etage eine hübsche

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