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Dr. Stefan Frank - Folge 2218 Ich wünsche mir rosarote Rosen von Frank, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.12.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Dr. Stefan Frank - Folge 2218

Mit unsicheren Schritten nähert sich die siebenjährige Maja Feldmann der Praxis von Dr. Frank. Vor der Tür bleibt sie noch einen Moment stehen und schnuppert.

'Vorsicht, mein Schatz!', warnt der Grünwalder Arzt, als Maja ihre Hand nach einem blühenden Rosenbusch ausstreckt. 'Das sind Rosen, die haben Dornen, an denen du dich stechen könntest.'

'Oh!' Hastig zieht das blinde Mädchen die Hand wieder zurück. 'Die duften so gut. Welche Farbe haben die?'

'Rosarot.'

'Wenn ich sie doch nur sehen könnte!'

'Sie sehen genauso aus wie die Rosenblüten auf deinem Kleid', erklärt ihr Dr. Frank.

'Ich habe aber vergessen, wie mein Kleid aussieht', flüstert Maja. 'Ich habe sogar vergessen, wie 'rosarot' aussieht. Und bald werde ich auch vergessen haben, wie du aussiehst.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 19.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838751924
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Dr. Stefan Frank Folge.2218
    Größe: 1087kBytes
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Dr. Stefan Frank - Folge 2218

"Und? Was hat sie gesagt?"

Der Grünwalder Arzt hielt sich beide Hände vor den Mund, um das breite Grinsen dahinter zu verbergen, das er nicht mehr unterdrücken konnte, und simulierte ein Gähnen.

Das lange, verdutzte Gesicht seines Freundes und Kollegen Ulrich Waldner, der eben jetzt den Frühstücksraum betrat, sah einfach zu komisch aus.

"Ha!" Der Leiter der renommierten Münchner Privatklinik ließ sich auf einen der rustikalen Holzstühle fallen und zuckte dann erschrocken zusammen, als plötzlich ein lautes "Määh!" durch das offene Fenster ertönte.

"Was ist los?", rief er der weißen Ziege, die den Kopf zum Fenster hereinsteckte, missmutig fragend zu. "Liegt ein Notfall vor? Wenn nicht, dann bin ich heute für niemanden zu sprechen."

"Und?", wiederholte Stefan Frank lachend seine Frage. "Hat sich dein Gefühl bestätigt? Müssen wir sofort wieder packen und heute noch zurückreisen, weil in der Waldner-Klinik ohne dich alles drunter und drüber geht?"

"Wenn du es genau wissen willst ..." Ulrich Waldner drehte den Kopf in alle Richtungen und hielt besorgt nach einem Frühstücksbüfett Ausschau, doch da war keines. Frustriert seufzend fuhr er fort: "Die exakte Auskunft meiner lieben Gemahlin lautete: ‚Bleib, wo du bist, Ulrich, hier in der Klinik kräht kein Hahn nach dir'."

"Armer Uli!" Stefan spannte sämtliche Muskeln in seinem Gesicht an und presste die Lippen fest zusammen, um nicht in lautes Lachen auszubrechen. "Bestimmt sagt Ruth das nur so, um dich nicht zu beunruhigen."

Gegen Abend des vergangenen Tages waren die beiden Ärzte auf dem Wellness-Bergbauernhof Hügli in einem idyllischen kleinen Bergdorf im Schweizer Engadin angekommen. Während Stefan dem einwöchigen Aufenthalt mit Freude entgegensah, wollte bei Ulrich keine rechte Urlaubsstimmung aufkommen.

Erstens war er ein typischer Workaholic, der der Meinung war, seine Klinik würde keinen Tag lang ohne ihn weiterbestehen; zweitens gefiel ihm der Gedanke, entbehrlich zu sein, nicht besonders – und drittens war er ganz und gar nicht freiwillig hier. Seine Frau, die Anästhesistin Dr. Ruth Waldner, hatte ihn, nachdem er eine Woche lang fast durchgehend am Operationstisch gestanden und danach einen kleinen Schwächeanfall erlitten hatte, zu diesem Erholungsurlaub genötigt.

Und da auch Stefan Frank schon länger keine Pause mehr eingelegt hatte und seine Freundin, die Augenärztin Dr. Alexandra Schubert, sich zurzeit auf einer Vortragsreise durch Europa befand, hatte er seine Praxis dichtgemacht und sich seinem Freund angeschlossen.

"Suchst du was, Uli?", wollte er nun schmunzelnd wissen und sog die kühle, klare Bergluft tief in seine Lungen.

Der Chefarzt, der aufgestanden war und nun in jeden einzelnen der bäuerlich bemalten Tontöpfe blickte, die auf einer Anrichte am Fenster der rustikalen Stube standen, drehte sich zu Stefan um.

"Ein Frühstück würde ich suchen, wenn du nichts dagegen hast. Ich bin hungrig! Ich habe die ganze Nacht lang nichts gegessen, obwohl ich einen sehr anstrengenden Traum hatte." Er hob eines der irdenen Gefäße hoch, nahm den Deckel ab, warf einen prüfenden Blick hinein und schüttelte es. "Da sind ein paar tote Fleischfliegen drin. Meinst du, das könnte es sein? So eine Art Alpen-Sushi?"

In dem Moment betrat Urs Hügli, ein kleiner stämmiger Mann im mittleren Alter, mit schulterlangem Haar und noch längerem Bart, die Stube.

"Grüezi! Na, haben die Herren ein guets Nächtli gehabt?", begrü

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