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Dr. Stefan Frank - Folge 2264 Ärztin ohne Gewissen. von Frank, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Dr. Stefan Frank - Folge 2264

'Herr Dr. Frank, ich war ausnahmsweise bei ihrer neuen Kollegin, Frau Dr. Lindenau. Es war die schlechteste Idee, die ich seit Langem hatte. Diese Frau hat mich behandelt wie... wie den letzten Dreck. Sie... sie hat gesagt, dass ich zwar theoretisch ein neues Kniegelenk bräuchte, dass ich aber tatsächlich keins mehr bekommen würde - weil ich zu alt sei! So teure Operationen an alten Leuten seien reine Geldverschwendung.'

Voller Entsetzen mustert Dr. Frank seine Patientin Leni Windermann. Ob das stimmt, was die alte Dame ihm da gerade erzählt hat? Andererseits: Er hat noch von niemandem etwas Gutes über die neue Grünwalder Allgemeinmedizinerin Dr. Anna Lindenau gehört. Es sieht ganz danach aus, als hätte sie es ganz allein auf das Geld der reichen Privatpatienten abgesehen. Aber dass sie nicht einmal davor zurückschreckt, einen Patienten durch unterlassene Hilfeleistung zu töten, daran hätte er nie geglaubt. Und doch passiert genau das nur wenige Tage später...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 11.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732503414
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 941kBytes
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Dr. Stefan Frank - Folge 2264

"Frau Windermann!" Dr. Frank konnte nicht verhindern, dass seine Stimme leicht schockiert klang, als er die Patientin sah, die nun sein Sprechzimmer betrat.

Die alte Frau konnte kaum laufen. Mühsam schob sie sich vorwärts, auf ihren Rollator gestützt, den sie so fest umklammerte, dass die Knöchel weiß hervortraten. Nach jedem zweiten Schritt blieb sie schwer atmend stehen, als hätte sie einen ganzen Marathon zurückgelegt und nicht nur die paar Meter vom Wartezimmer bis hierher.

Schwester Martha, eine der beiden Sprechstundenhilfen des Grünwalder Arztes, ging an ihrer Seite, bereit, jeden Moment helfend einzugreifen. Sie warf ihrem Chef einen besorgten Blick zu.

Dr. Frank war bereits aufgestanden und rückte den Stuhl vor seinem Schreibtisch zurecht. Während Schwester Martha den Rollator nahm und zur Seite stellte, packte Dr. Frank die alte Dame und half ihr vorsichtig, sich hinzusetzen.

"Soll ick Ihnen ein Glas Wasser bringen, Frau Windermann?", fragte Schwester Martha.

Leni Windermann versuchte ein Lächeln, aber es glückte ihr nicht.

"Gern", sagte sie. "Das täte mir jetzt bestimmt gut."

Dr. Frank zog sich den zweiten Stuhl heran, setzte sich neben die alte Dame und nahm ihre Hand. Er spürte, wie ihre Finger zitterten.

"Was ist passiert?", wollte er wissen. "Als ich Sie das letzte Mal gesehen habe, konnten Sie noch gut laufen. Das war vor ..."

"... zwei Jahren, Chef", sprang Schwester Martha ein, die wieder ins Sprechzimmer zurückgekehrt war. "Hab's gerade noch mal nachgeguckt."

Sie stellte das Glas Wasser vor Leni Windermann ab, dann verließ sie den Raum.

"Verraten Sie mir, was mit Ihren Beinen ist?"

Leni trank einen Schluck.

"Das Problem sind nicht die Beine, Dr. Frank, sondern mein rechtes Knie", korrigierte sie ihn dann. "Es will einfach nicht mehr."

"Hm, aber so was kommt nicht von heute auf morgen", erwiderte er. "Das muss Sie doch schon länger plagen."

"Tut es ja auch." Leni Windermann nickte. "Aber ich hatte einfach keine Zeit, um krank zu werden. Sie wissen doch, mein Johann ... ich habe ihn bis vor drei Monaten gepflegt, bis er mir schon mal vorangegangen ist."

Sie wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel.

"Ich wollte ihn doch nicht weggeben, nur weil ich nicht mehr gut laufen konnte", fügte sie dann erklärend hinzu.

"Ach, Frau Windermann." Dr. Frank tätschelte ihre Hand. "Sie hätten ihn ja nicht gleich weggeben müssen, nur weil Sie mal zu mir zur Untersuchung kommen! Ich hätte Ihnen doch helfen können. Und dann wäre es jetzt vielleicht gar nicht so schlimm."

"Ja, vermutlich haben Sie recht. Es war dumm." Die alte Dame blickte zu Boden. "Ich scheine in letzter Zeit überhaupt viel Dummes zu machen."

"Was denn?"

"Ich bin Ihnen untreu geworden."

Der Grünwalder Arzt schaute sie so verblüfft an, dass sie nun doch lächeln konnte.

"Na ja, ich bin so viele Jahren Ihre Patientin und war immer zufrieden mit Ihnen, weil man mit Ihnen auch so prima reden kann. Sie haben immer ein offenes Ohr, und man kann Ihnen jederzeit sein Herz ausschütten - und das gehört bei einem guten Arzt doch dazu, oder?"

"Ja, das tut es." Dr. Frank lächelte. "Das ist manchmal sogar wichtiger - und wirkungsvoller - als ein Medikament."

Die alte Dame nickte. "Deshalb bin ich ja immer zu Ihnen gekommen statt zu Dr. Radertshauer, obwohl der seine Praxis gleich bei mir um die Ecke hatte." Sie stöhnte leise auf und strich mit der Hand über ihr Knie. "Ich fand ihn immer ein bisschen zu barsch, auch wenn er bestimmt ein guter Arzt war."

Sie schwieg einen Moment, trank noch einen Schluck.

"Aber jetzt hat er seine Praxis weitergegeben, an diese Neue, Frau Dr. Lindenau. Und weil ich mich nun wirklich nicht mehr bewegen kann, habe ich gedacht, dann gehe ich eben

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