text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Dr. Stefan Frank - Folge 2279 Das Kind der toten Patientin von Frank, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.02.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
1,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Dr. Stefan Frank - Folge 2279

Als die schwangere Patientin Ella Rosner bewusstlos in die Waldner-Klinik eingeliefert wird, sind Ärzte und Pfleger gleichermaßen entsetzt. Offenbar ist eine Arterie in Ellas Gehirn geplatzt und hat so irreparable Schäden verursacht! Schon nach wenigen Stunden steht die furchtbare Diagnose: Ella Rosner wird für hirntot erklärt. Das Leben der jungen Patientin ist nicht mehr zu retten, doch das Baby in ihrem Bauch scheint noch munter zu sein. Was nun? Natürlich will niemand, dass auch noch das Kind stirbt. Sollen die Ärzte also Ellas Körperfunktionen aufrechterhalten, damit ihr kleiner Sohn eine Chance bekommt? Andererseits: Ist es moralisch zu vertreten, den Körper der leblosen Patientin als Brutkasten für ihr Baby zu verwenden? Sie wenden sich an den Vater des Kindes, doch der scheint über Ellas furchtbaren Zustand gar nicht so unglücklich zu sein ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 24.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732509676
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 850 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Dr. Stefan Frank - Folge 2279

Die junge Juristin steuerte zielstrebig die Gerichtscafeteria an. Sie brauchte jetzt unbedingt einen Kaffee und etwas zu essen.

Obwohl sie den Sorgerechtsprozess für ihre Mandantin gewonnen hatte, empfand Jasmin keine besondere Genugtuung. Das lag vor allem daran, dass es sich um einen Routinefall gehandelt hatte, der für die Medien nicht von Interesse war. Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte sie nur noch Strafsachen bearbeitet: Mord, Raub ... Aber sie musste nun mal die Fälle übernehmen, die ihr der Chef der Großkanzlei übertrug.

Ausgesprochen spannend war das im Augenblick nicht. Wie sie es auch drehte und wendete, beruflich trat sie auf der Stelle.

Noch bevor sie ihr Ziel erreichte, läutete ihr Handy. Sie blieb stehen und trat ans Fenster, dann meldete sie sich.

"Hallo, Christoph."

"Wie geht's, Schatz?"

"Alles okay, gerade habe ich ..."

"Du, wegen heute Abend - es wird wohl später werden. Wir sitzen immer noch an unserem Projekt. Und wenn ich das richtig überschaue, wird es noch eine Weile dauern, bis wir der Lösung nähergekommen sind. Mach es dir daheim gemütlich, Liebes. Irgendwann werde ich schon eintrudeln."

Bevor sie auch nur ein Wort sagen konnte, hatte er auch schon wieder aufgelegt.

Na ja, ist ja auch nicht so wichtig , dachte Jasmin.

Warum auch sollte sich ihr vielbeschäftigter Mann ausgerechnet für die Familienstreitigkeiten fremder Menschen interessieren? Er hatte mit seinem gut gehenden Architekturbüro genug um die Ohren. Und dennoch, ihre Verstimmung wuchs.

Als sie sich an der Selbstbedienungstheke der Kantine einen Kaffee bestellte, knurrte ihr Magen. Also nahm sie auch noch eine der frisch belegten Semmeln, platzierte Teller und Tasse auf einem Tablett und schaute sich suchend in dem großen Raum um.

Um diese Zeit war nicht viel los. Sie steuerte einen der vielen freien Tische an.

Da bis zur nächsten Verhandlung noch Zeit blieb, konnte sie sich die Akten noch einmal anschauen. Diesmal ging es um einen Schadenersatzanspruch wegen mangelhafter Dacharbeiten an einem Einfamilienhaus. Für sie lag der Fall klar auf der Hand, doch natürlich wusste sie nicht, ob der Richter das genauso sah.

Lässig legte sie ihren Aktenkoffer auf dem Nachbarstuhl ab und warf ihre schwarze Robe über die Lehne. Dann nahm sie einen Schluck Kaffee und biss in ihre Semmel. Den Mann, der mit einer vollen Tasse in der Hand auf sie zukam, bemerkte sie erst, als er vor ihr stand.

"Hallo, Jasmin. Wie schön, dich zu sehen." Vorsichtig stellte er sein Getränk ab.

Eine freudige Röte belebte ihr Gesicht. "Martin, grüß dich! Das ist aber eine Überraschung. Was tust du denn hier, um Himmels willen?"

"Darf ich mich zu dir setzen?"

"Aber ja, was für eine Frage!"

Die junge Anwältin betrachtete den Freund aus vergangenen Tagen mit unverhohlener Neugier. Sie hatten sich schon länger nicht gesehen. Er trug einen hellen, gut geschnittenen Anzug und ein violettes Hemd mit einer zum Farbton passenden Krawatte. Ganz ohne Zweifel war er ein attraktiver Mann.

"Du siehst gut aus", sagte sie mit einem langen Blick in seine goldbraunen Augen.

"Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Genau das Gleiche wollte ich dir auch gerade sagen."

"Danke für das Kompliment." Jasmin versuchte die aufkeimende Verlegenheit mit einem schelmischen Lächeln zu überspielen, wusste aber nicht, ob ihr das auch gelang.

"Ich war als Gutachter in einem Prozess bestellt", berichtete Martin. "Einem Kollegen wurde ein Kunstfehler vorgeworfen. Wir Ärzte stehen ja immer mit einem Bein im Knast."

Beide lachten.

"Du übertreibst", sagte Jasmin. "Aber erzähl mal, bist du immer noch in der Waldner-Klinik?"

Fasziniert betrachtete sie den Mann, in dessen Augen sie schon sehr intime Bekenntnisse gelesen hatte. Das lag zwar eine Ewigkeit zurück, aber in den letzten Monaten musste sie i

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen