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Dr. Stefan Frank - Folge 2291 Der Duft der Freiheit von Frank, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.05.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Dr. Stefan Frank - Folge 2291

Freiheit, was ist das? Mit diesen Worten ließe sich wohl das Leben der jungen Katharina Mohris überschreiben. Margot Mohris, Katharinas Schwiegermutter, sitzt seit einem Autounfall vor zwei Jahren im Rollstuhl. Und sowohl sie als auch ihr Sohn Ferdinand sehen es als Katharinas Aufgabe an, die alte, mürrische Frau Tag und Nacht zu umsorgen. Zeit für eigene Interessen wird ihr nicht zugestanden, denn angeblich hat ausgerechnet die sonst so umsichtige Katharina durch ihr gewagtes Fahrverhalten den Unfall damals verursacht! Niemand, der die Geschichte hört, kann sich das vorstellen. Doch da Katharina selbst sich an nichts erinnern kann, muss man Margot und Ferdinand wohl glauben. Ihre Schuldgefühle zwingen Katharina dazu, sämtliche Schikanen über sich ergehen zu lassen - bis eines Tages eine ganz ungeheuerliche Wahrheit ans Licht kommt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 19.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732510719
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 1248 kBytes
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Dr. Stefan Frank - Folge 2291

"Kati!"

Katharina Mohris zuckte zusammen und hielt sich unwillkürlich die Ohren zu, als die schrille, fordernde Stimme ihrer Schwiegermutter erklang.

Nicht schon wieder , dachte sie. Kann sie mir denn nicht mal fünf Minuten Ruhe gönnen, nachdem sie mich die ganze Zeit herumgehetzt hat?

" Kati! Kati!!! Ich muss aufs Klo. Glaubst du vielleicht, ich kann es durch die Rippen schwitzen?"

Da half kein Ohrenzuhalten, Margots Worte übertönten alles.

Und wenn ich einfach hier sitzen bleibe? , dachte Kati in einem Anfall von Trotz. Was will sie dann tun? Vielleicht aus dem Rollstuhl springen und mir hinterherrennen?

Doch im gleichen Moment schlug die junge Frau entsetzt die Hand vor den Mund. War es schon so weit mit ihr gekommen, dass sie sich keinen Deut besser benahm als ihr Mann und ihre Schwiegermutter? Wie konnte sie nur so etwas Hässliches denken?

Katis Schultern sackten herab. Einen Moment lang saß sie so da, ganz in sich zusammengesunken, dann straffte sie sich wieder und stand auf.

Es ist meine Buße , sagte sie sich, während sie die Bibliothek verließ, den einzigen Raum in ihrem eigenen Haus, in dem sie sich noch heimisch fühlte. Schließlich ist es meine Schuld, dass Margot im Rollstuhl sitzt. Ich habe damals den Wagen gefahren! Ich habe den Unfall verursacht, der ihre Gesundheit ruiniert hat.

Es war eine Schuld, die immer auf ihr lasten würde und die sich nicht vergessen ließ.

Die dein Mann und seine Mutter dich auch nicht vergessen lassen , meldete sich eine kleine Stimme in ihren Gedanken. Sie erinnern dich schließlich Tag für Tag daran.

" Kati! "

"Bin schon unterwegs!", rief sie zurück.

Vor der Schlafzimmertür ihrer Schwiegermutter blieb sie einen Augenblick stehen und atmete tief durch. Dann öffnete sie die Tür und trat ein.

Wie ich sie verabscheue , dachte Kati, als sie Margot betrachtete. Doch sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen.

Margot Mohris, eine unsympathisch wirkende Frau Ende sechzig, blickte ihrer Schwiegertochter misstrauisch entgegen.

"Was hast du gemacht? Wo warst du? Wieso bist du nicht sofort gekommen? Hast wohl wieder keine Lust gehabt, dich um mich zu kümmern, was? Ich bin ja auch nur eine hilflose alte Frau, und dir ist es völlig egal, ob ich leide oder nicht ..."

Kati schaltete ab. Sie kannte die Litanei. Sie hörte sie jeden Tag. Wie pflichtvergessen sie sei, wie rücksichtslos, wie völlig ohne Mitleid, wie selbstsüchtig und durch und durch schlecht.

Eine Beschreibung, die viel eher auf Margot Mohris selbst zutraf.

Katis Schwiegermutter war bei jenem Unfall schwer verletzt worden, hatte innere Verletzungen erlitten und sich zudem das rechte Bein gebrochen. Nach Aussage der Ärzte wäre sie dennoch wieder genesen, wenn sie nicht im Krankenhaus zusätzlich einen Schlaganfall erlitten hätte. Seitdem fehlte ihr die Kraft in Beinen und Händen, sie konnte nicht mehr laufen und auch nicht mehr richtig greifen. Sie war in allem auf Unterstützung angewiesen.

Kati schob den Rollstuhl Richtung Bad, öffnete die Tür und manövrierte Margot in das helle, geräumige Badezimmer. Dann hob sie ihre Schwiegermutter aus dem Rollstuhl und setzte sie auf die Toilette.

"Verschwinde", befahl Margot. "Ich rufe dich, wenn ich dich brauche. Aber komm diesmal gefälligst sofort. Sonst sage ich Ferdi, dass du dich schon wieder nicht um mich gekümmert hast."

Kati wandte sich wortlos ab und verließ den Raum, wartete draußen auf dem Flur. Sie lehnte sich gegen die Wand und schloss für einen Moment die Augen.

Wenn sie doch bloß nicht so müde und erschöpft wäre! Wenn sie wenigstens ab und zu einmal aus dem Haus entkommen und für eine oder zwei Stunden ein bisschen Freiheit schnuppern könnte! Wenn sie nur für eine kleine Weil

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