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Dr. Stefan Frank - Folge 2292 Einsatz in Afrika. von Frank, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.05.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Dr. Stefan Frank - Folge 2292

Noch gut erinnern sich Dr. Frank und Dr. Waldner an die hübsche Pflegerin Paula, die vor einigen Jahren an der Waldner-Klinik gearbeitet hat. Irgendwann hat es sie dann nach Äthiopien gezogen, um 'den Ärmsten der Armen' zu helfen. Dort arbeitet sie noch immer an einem kleinen Provinzkrankenhaus. Eines Tages erhalten sowohl Stefan als auch Ulrich eine E-Mail von ihr: 'Lieber Herr Dr. Frank, lieber Herr Dr. Waldner, heute schreibe ich Ihnen beiden, weil wir hier sehr dringend Hilfe brauchen. Drei Ärzte sowie sechs Schwestern und Pfleger versorgen hier Tag für Tag achtzig bis hundert Patienten, und wir haben den Eindruck, dass es immer mehr werden. Könnten Sie vielleicht in Deutschland Werbung für uns machen? Es gibt sie doch bestimmt, die idealistischen Frauen und Männer, die sich vorstellen können, auch in einer abgelegenen Gegend wie der unseren für einige Wochen oder auch Monate unentgeltlich zu arbeiten. In herzlicher Verbundenheit, Ihre Paula'. Für beide ist sofort klar: Sie werden selbst ihre Koffer packen und für einige Wochen vor Ort helfen, Alexandra und Ruth werden sie selbstverständlich mitnehmen. Und so beginnt für die vier engagierten Ärzte eine der aufregendsten Reisen ihres Lebens ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 26.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732510726
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 1012kBytes
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Dr. Stefan Frank - Folge 2292

Dr. Ulrich Waldner sah den Besucher, der mit gesenktem Kopf vor seinem Schreibtisch saß, nachdenklich an.

"Ich kann Sie nicht behalten, Herr Weiler. Sie stören den Betriebsfrieden, und ich glaube, das wissen Sie auch."

Der Angesprochene - ein großer, schlanker Mann mit breiten Schultern, siebenundzwanzig Jahre alt - presste statt einer Antwort die Lippen zusammen. Seine blonden Haare trug er ziemlich lang, die blauen Augen wurden von den gesenkten Lidern verdeckt.

Ulrich Waldner beugte sich vor.

"Sie sind einer der besten Pfleger, die wir je hatten", sagte er ruhig. "Sie können wunderbar mit Patientinnen und Patienten umgehen; Sie sind umsichtig und haben erstaunliche medizinische Kenntnisse; Sie vergessen nie etwas, speichern jede Information, die Sie bekommen, und werden nie ungeduldig. Mit anderen Worten: Sie können fast alles, nur eins offenbar nicht - sich unterordnen."

Sein Mitarbeiter schwieg noch immer.

"Wenn eine Ärztin oder ein Arzt Ihnen sagt, was Sie tun sollen, fangen Sie überflüssige Diskussionen an, gern auch im Beisein von Patienten", führte Dr. Waldner aus. "Gelegentlich weigern Sie sich sogar, Weisungen zu befolgen, und lassen auch schon mal durchblicken, dass Sie es besser wissen. Korrigieren Sie mich bitte, wenn ich Ihnen unrecht tue."

Da Konrad Weiler weiterhin schwieg, stellte er schließlich die Frage, auf die seine lange Rede zuvor hinausgelaufen war:

"Warum tun Sie das, Herr Weiler?"

"Weil ich es tatsächlich manchmal besser weiß", antwortete Konrad Weiler. Er hob den Kopf und sah seinen Chef direkt an, zum ersten Mal während dieses Gesprächs, das bereits über eine halbe Stunde dauerte. Die blauen Augen, von denen so manche Patientin schwärmte, blitzten angriffslustig. "Manche Ärzte wissen weniger als ich, und das sage ich dann auch laut und deutlich."

"Sie denken, dass es so ist", korrigierte Ulrich Waldner mit einer gewissen Schärfe in der Stimme.

Er hatte die Waldner-Klinik am Englischen Garten in München-Schwabing vor langen Jahren gegründet und stand ihr seitdem als Chef vor. In dieser Zeit hatte er viel erlebt mit seinem Personal, aber jemand wie dieser junge Mann war ihm bisher noch nicht untergekommen.

"Wir legen bei der Auswahl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter äußerst strenge Kriterien an, das gilt für das medizinische Personal ganz besonders", fuhr er, etwas milder, fort. "Die Waldner-Klinik hat nicht zuletzt wegen ihrer ausgezeichneten Ärztinnen und Ärzte einen so guten Ruf. Ich will damit nicht sagen, dass Ärzten niemals ein Fehler unterläuft. Wir sind alle Menschen, und Menschen machen nun einmal Fehler. Aber wenn es so ist, und Sie bemerken es, dann ist es trotzdem ungehörig, denjenigen, dem der Fehler unterlaufen ist, vor anderen bloßzustellen. Es würde Ihnen auch nicht gefallen, wenn jemand Sie so behandeln würde. Oder irre ich mich?"

"Nein", gab Konrad Weiler widerstrebend zu. "Aber mich bringt das auf die Palme, auch wie eingebildet manche Ärzte sind. Die halten sich wirklich für Halbgötter. Das kann ich nicht ausstehen."

"Das haben Sie schon mehr als einmal überdeutlich zum Ausdruck gebracht", bemerkte der Klinikchef trocken. "Aber seit Sie hier sind, herrscht Unruhe unter den Angestellten, und das gefällt mir nicht. So gut Sie mit den Patienten umgehen, so unzugänglich sind Sie gegenüber Kolleginnen und Kollegen. Auch den anderen Pflegern und einigen Schwestern sagen Sie ständig, was sie alles falsch machen. Aber stellen Sie sich vor: Die Waldner-Klinik existiert schon sehr lange, und sie hat, wie schon erwähnt, einen ausgezeichneten Ruf. So schlimm kann es also mit den Wissenslücken unseres medizinischen Personals nicht sein."

"Weil immer jemand da ist, der die Fehler ausbügelt. Dass man sich damit nicht beliebt macht, war mir klar, aber dass Sie mich gleich feuern wollen ..."

"Von wollen kann keine Rede sein. Eher ist es

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