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Drachenboot Die Eingeschworenen 3 von Low, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2013
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Drachenboot

Sie kämpfen Seite an Seite - bis in den Tod! "Hört, ihr Götter! Wir schwören, dass wir einander Brüder sein wollen, mit Knochen, Blut und Stahl. Wir schwören auf Odins Speer, möge er uns bis in die Neun Reiche und darüber hinaus verfluchen, falls wir diesen Schwur gegeneinander brechen. Wenn wir in die Schlacht ziehen, dann wissen wir, dass jede Schulter neben uns einem Mann gehört, der für uns sterben würde - dies soll unser Schicksal sein!" HESTRING, Ostgotland, Frühherbst A.D. 972 Die letzten Überlebenden der Eingeschworenen sind nach den grauenvollen Ereignissen am Grabmal von Attila dem Hunnenkönig wieder in ihre Gefilde zurückgekehrt. Die grünen Felder Ostgotlands sollen den Wikingern ein neues Zuhause werden. Doch Odins Ruf lässt die Eingeschworenen und ihren Anführer Orm nicht zur Ruhe kommen. Schlachtenhungrig und begierig nach neuen Abenteuern setzen sie ihr Drachenboot wieder instand. Sie ahnen, dass die Götter ihnen ein anderes Schicksal vorherbestimmt haben. Nach einem blutigen Überfall auf ihre Siedlung schwören die Eingeborenen Rache. Gelockt von dem unsagbaren Silberschatz, der im Grab Attilas noch auf sie wartet, beginnen sie ihre gefährlichste Reise - Mann bei Mann, den Tod vor Augen. Robert Low ist Journalist und Autor. Mit 19 Jahren war er als Kriegsberichterstatter in Vietnam. Seitdem hat ihn sein Beruf in zahlreiche Krisengebiete der Welt geführt. Um seine Abenteuerlust zu befriedigen, nimmt er regelmäßig an Nachstellungen von Wikingerschlachten teil. Robert Low lebt in Largs, Schottland - dem Ort, wo die Wikinger schließlich besiegt wurden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 31.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641106355
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The White Raven
    Größe: 2401 kBytes
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Drachenboot

Am Tag ehe wir die Pferde herunterbringen wollten, regnete es. Ich steckte den Kopf zur Tür hinaus, und an der Art und Weise, wie der Wind vom Meer her pfiff und alles vor sich her trieb, erkannte ich, dass es tagelang regnen würde.

Drinnen rührte Thorgunna im Kessel über dem Feuer und legte Holz nach. Sie hatte ein verschmitztes Elfengesicht, dunkles Haar und war gebaut wie ein gutes Schiff, unsere Thorgunna, oder, wie Kvasir sich ausdrückte, sie war "eine Frau mit einem Bug". Sie hatte eine Art, die Augenbrauen hochzuziehen und einen aus ihren schwarzen Augen anzusehen, dass es einen vernichten konnte. Wir waren aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen, als Kvasir sie geheiratet hatte, und wie Finn bei der Hochzeit, als er betrunken war, gesagt hatte: "Der war zu lange auf See. Wozu braucht jemand wie Kvasir der Sabberer, eine Frau? Wenn er erst einen Winter mit der zusammengelebt hat, wird er darum betteln, wieder an Bord gehen zu dürfen."

Neben ihr stand Ingrid und hackte Grünkohl, im Gegensatz zu Thorgunna war sie blond und schlank, mit wippenden Zöpfen, und sie warf Botolf, wie sie dachte, heimliche Blicke zu. Sie hatte schon ein Kind von ihm und war ihm öffentlich versprochen. Thorgunna war die Schwester von Thordis, und beide kamen von Gunnarsgard, dem nächsten Hof. Thordis hatte Tor Eisenhand geheiratet, und Gunnarsgard gehörte den beiden Schwestern je zur Hälfte - eine unnatürliche Sache, denn ein guter Hof sollte immer an das älteste Kind gehen. Ihre Base Ingrid hatte ebenfalls bei ihnen gelebt.

Man hätte denken können, dass Tor mit drei Frauen unter einem Dach ein gutes Leben hatte, doch die, die es besser wussten, meinten, dass er ja auch dreifachen Ärger haben müsse. Er hätte auch Thorgunna gern geheiratet, um die andere Hälfte des Hofes ebenfalls zu bekommen, aber da meldete Kvasir sich und brachte sie nach Hestreng, und Ingrid gleich mit. Das war kurz nachdem er hier bei uns angekommen war.

"Wie sieht's da draußen aus?", fragte Thorgunna.

"Der Hof ist unter Wasser", berichtete ich und setzte mich ans Feuer. "Koch uns was Gutes - das können wir heute alle gebrauchen."

Sie schnaubte. "Das kann ich mir denken. Und dabei wird an so einem Tag kein Schlag Arbeit getan."

Das war ungerecht, denn es gab immer etwas zu tun, auch im Haus. Die zwei Webstühle hatten wochenlang nicht stillgestanden, als zwei Frauen, Leibeigene des Hauses, Bahnen von gestreiftem Vadmaltuch webten, das neue Segel für die Elk. Alle waren beschäftigt, selbst die Kinder, sei es mit Nähen, Stricken, Lederarbeiten oder einer Holzschnitzerei.

Allerdings belagerten die Kinder im Halbdunkel lieber Botolf und bettelten um Geschichten. Die drei älteren Jungen waren Söhne der Leibeigenen, die sie von ihren früheren Eigentümern hatten; die zwei Säuglinge waren Kinder meiner Eingeschworenen, dazu kam noch ein Kuckuckskind von Jarl Brand, und das Haus hallte wider von ihrem Lärm.

Die Männer kamen zum Essen herein, graue Gestalten an einem grauen Tag. Sie bliesen sich die Regentropfen von der Nasenspitze und schüttelten das Wasser aus ihren Umhängen.

Ich setzte mich auf meinen Hochsitz, wo ich Ruhe haben würde, während sich die Halle mit Lärm und Geschwätz füllte und der Geruch nach nasser Wolle sich breitmachte. Die irische Leibeigene, Aoife, versuchte gerade, ihrem Sohn eine wollene Tunika über die molligen Ärmchen zu ziehen, aus der er sich aber jedes Mal wieder herauswand. Endlich hatte sie es geschafft, gerade als Thorgunna ihr auf die Schulter klopfte und sie anwies, Muscheln aus dem Vorratshaus zu holen. Sie ging, wobei sie einen besorgten Blick auf ihren Jungen warf, der Cormac hieß und gerade im Begriff war, zu den Hirschhunden in der Ecke zu krabbeln.

Ich saß da in meinen wollenen Kleidern und brütete vor mich hin wie ein schwarzer Hund, das Runenschwert auf den Boden gestützt, während ich auf den Griff mit den hineingeritzten Zeichen

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