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Drei Männer, Küche, Bad von Günak, Kristina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.12.2015
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Drei Männer, Küche, Bad

Wenn Bloggerin Marie ihre schicke Berliner Altbauwohnung behalten will, müssen Mitbewohner her - und zwar schnell! Doch mit Damian und Matthias ziehen nicht nur zwei hübsche Männer sondern auch das Chaos ein. Plötzlich steht Maries Leben Kopf und ist voller Fragezeichen: Wer sind die neuen Menschen in ihrem Leben wirklich? Wieviel davon ist nur schöner Schein? Wieso schleppen alle so viele Geheimnisse mit sich herum? Und was macht man eigentlich, wenn man seinen Mitbewohner geküsst hat, obwohl man weiß, dass das gar keine gute Idee ist? Ein Roman über Schein und Sein, Wikinger im Hausflur, ganze Hunderudel und die Liebe, die immer dann kommt, wenn man sie gar nicht gebrauchen kann. 'Wenn es jemand mit Sophie Kinsella und Co. aufnehmen kann, dann definitiv Kristina Günak!' Literaturmarkt.info Kristina Günak wurde 1977 in Norddeutschland geboren. Nachdem sie jahrelang als Maklerin arbeitete, ist sie heute als Mediatorin und systemischer Coach tätig. 2011 erschien ihr erster Roman, und seither hat sie sich mit ihren humorvollen Büchern unter Liebesromanleserinnen einen Namen gemacht. Sie schreibt auch unter dem Pseudonym Kristina Steffan.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 03.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736300125
    Verlag: LYX
    Größe: 758 kBytes
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Drei Männer, Küche, Bad

Kapitel 1

Verschwinde!

Es ist das hässlichste Badezimmer der Welt. Außerdem ist es uralt. Die Wände haben keine Fliesen und sind bloß mit einer kackbraunen Ölfarbe gestrichen. Sehr praktisch, weil das Wasser davon abperlt. Was auch notwendig ist, weil weder der Duschkopf noch der Wasserhahn wissen, wie sie spritzfrei arbeiten könnten. Ich habe es mit Entkalken und schlussendlich sogar mit einer Neuanschaffung probiert, aber das Problem des in alle Richtungen spritzenden Wassers ist geblieben. Das Problem muss also tiefer liegen.

Ein tief liegendes und schwerwiegendes. Womit wir drei, Wasserhahn, Duschkopf und ich, zurzeit hervorragend zusammenpassen. Echte Buddys, die das Leben teilen.

Ich sitze auf dem geschlossenen Toilettendeckel. Seufzend lege ich die Füße an die Wand vor mir. Die Tatsache, dass ich das kann, zeigt, wie winzig dieses Bad ist. Zumindest in eine Richtung. Nach oben und von der Tür bis zum Fenster ist es riesig. Alles in allem also eine proportionale Katastrophe. Mein Onkel, seines Zeichens bedeutendster Industriedesigner der Welt (sagt er, ich habe diese Aussage nie auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft), behauptet: Es kommt immer auf die Proportionen an. Nun, somit hat das hässliche Schlauchbadezimmer mit kackbraunem Ölanstrich diesbezüglich mal komplett verloren.

Ich seufze. Tief. Der Situation angemessen. Dann lege ich den Kopf in den Nacken und lehne ihn gegen den harten Spülkasten. Es ist sonderbar, aber ausgerechnet in dieser abgrundtiefen Hässlichkeit, diesem absoluten Albtraum eines Badezimmers, kann ich ausgezeichnet nachdenken. Es ist mein persönlicher Think Tank. Schon immer gewesen, seit wir hier wohnen.

Mit einem tiefen Atemzug stelle ich die Füße wieder auf den hellen PVC-Boden, den ich in der irrigen Annahme verlegt habe, das Bad damit ein wenig ansehnlicher zu machen. Der Versuch kann nur als gescheitert betrachtet werden. Der Boden passt hervorragend in dieses Bad, was nur bedeutet, dass er ebenfalls ausgesprochen hässlich ist. Dabei sah er im Baumarkt eigentlich ganz gut aus.

Ich lehne mich nach vorne und lege den Kopf auf die Knie. Ich war schon immer sehr beweglich. Meine Mutter wollte, dass ich Balletttänzerin werde. Ich hätte mich allerdings eher einem Schafhirten angeschlossen, als meine Füße in rosafarbene, viel zu enge Spitzenschuhe zu zwängen. Vom Tutu mal ganz abgesehen. Ich bin mehr der Kapuzenpulli-Typ.

Aus dieser Perspektive sehe ich jeden Riss, jeden Fleck und jede Delle in dem billigen PVC-Boden, und so schweift mein Blick hin und her, um irgendwo etwas zu finden, worauf der Blick verweilen kann, ohne verschreckt zu werden. Ich lande beim Waschbecken-Unterschrank. Ebenfalls Baumarkt. Ebenfalls hässlich. Unter dem Waschbecken-Unterschrank (ob das jemals Unwort des Jahres gewesen ist?) lugen die Spitzen von ausgelatschten Turnschuhen hervor.

Jörn hat diese wunderbaren alten Adidas bei unserem ersten Date getragen. Ich weiß das so genau, weil ich zu diesem Zeitpunkt verzweifelt welche in genau dieser Farbkombination gesucht habe. Blau. Weiß.

Jetzt ist er ausgezogen und hat sie einfach zurückgelassen. Ich meine, wer tut so etwas? Selbst wenn er sie nicht mehr mag, weil er jetzt ein erwachsener Mann ist und nur noch Budapester und Slipper trägt, sollte man doch seiner Vergangenheit wenigstens so viel Respekt zollen und solche Schuhe nicht einfach irgendwo zurückzulassen!

Ich strecke den Arm aus und lehne mich zur Seite. Um nicht umzukippen und auf dem ollen PVC-Boden zu landen, halte ich mich mit einer Hand am Badewannenrand fest. Er fühlt sich kühl und rau an.

Meine Fingerspitzen erreichen den Schuh und ziehen ihn vorsichtig unter dem Schrank hervor. Ich hebe ihn hoch und setze mich wieder gerade hin. Er hat seine besten Zeiten hinter sich und ist völlig verbeult. Außerdem stinkt er dezent nach Schweißfuß, was mich veranlasst, ihn umgehend wieder fal

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