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Driftworld von Karl, Werner (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Driftworld

Driftworld. Eine raue Welt. Der Alltag ihrer Bewohner ist geprägt vom Alun, dem allgegenwärtigen Meer, auf dem die Überreste zerschlagener Kontinente als zahllose und schwimmende Inseln driften, den Winden und Strömungen ausgeliefert ... und der Grausamkeit König Rhazors, der seinen Machtanspruch darauf begründet, dass sein Königreich auf einem der letzten stabilen Orte Driftworlds liegt: Der Festen Insel Quorr. Der junge Zauberer Ceanag - Vertreter eines einst mächtigen und vom Aussterben bedrohten Volkes - sucht seit langem nach der ultimativen Waffe. Er ahnt, dass auch Rhazor seine Knochenkrieger nach ihr suchen lässt. Käme sie in die Hände des skrupellosen Königs, würden alle Völker Driftworlds einer Ära des Schreckens entgegensehen. Ceanag steht aber noch vor einem weiteren Problem: Er weiß nicht, wie die Waffe aussieht. Geschweige denn, wie sie zu handhaben ist. Und als ob das noch nicht Bedrohung genug wäre: In den Tiefen des Aluns werden zunehmend riesige Schatten gesehen. Es wird gemunkelt, dass die furchterregenden Wesen aus den Legenden wiedergekehrt seien ... Werner Karl, geboren in Nürnberg, schreibt Romane und Storys im Bereich der phantastischen Literatur. Besonders haben es ihm die Genres Dark-/History-Fantasy, Fantasy allgemein und die Science-Fiction angetan. Mehrere seiner Kurzgeschichten finden sich in diversen Anthologien, z. B. des NOEL- und des ATLANTIS-Verlages.Für mehrere Jahre war er Chefredakteur einer deutschen Online-Rezensionsplattform. Der Autor arbeitet im Hauptberuf in der Druckindustrie und lebt mit seiner Familie in Franken.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 488
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748587897
    Verlag: neobooks Self-Publishing
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Driftworld

Algenmänner

Gemächlich glitt die Seekönigin durch die trübe und sulzige Gelschicht, die auf Driftworld den obersten Bereich des Meereswassers darstellte. Die Bugklinge des Schaufelseglers schnitt leicht durch das Medium, das meist erst drei Mannslängen unter dem Kiel etwas flüssigerem Wasser wich. Ab einer Tiefe von zwanzig Mannslängen war das Alun in einem Zustand, wie Vor Dem Fall. Die Seekönigin war das größte Schiff des Chisso-Clans und somit das Flaggschiff dieser Algenmänner. Ein mächtiger Dreimaster mit riesigen Segeln, die selbst bei schwachem Wind das Schiff zügig über die Meere fahren ließen. Die beiden Schaufelräder, die mittschiffs in ihren Vorrichtungen oberhalb der Wasserlinie hingen, drehten sich leicht und geräuschlos im Fahrtwind.

Es war noch früher Morgen und außer den Männern, welche die letzte Wache hinter sich gebracht hatten und bald abgelöst werden würden, befand sich nur ein Mann an Deck. Er war groß gewachsen, hatte breite Schultern und graues, von einigen weißen Strähnen durchzogenes Haar, das ihm bis auf die Schultern fiel. Er trug einen hellbeigen Mantel, elegant geschneidert aus dem Fell eines jungen Wollbären, der ihm bis zu den Knöcheln reichte. Seine Füße steckten in schneeweißen Stiefeln, deren seidener Glanz ihre Herkunft verriet. Sie waren aus dem Leder von Schollenspringern gefertigt, was den Träger allein durch diese Details als reichen Mann erkennbar werden ließ. Schollenspringer gab es nur auf dem Nordpol. Gefährliche Jäger, die nicht leicht zu erlegen waren. Ihre Gerissenheit, ihre Unberechenbarkeit, sowie ihr kostbares Fell und Leder, bildeten die Hauptgründe für die horrenden Preise, welche die Eismänner des Nordens für jedes Produkt verlangten, was sie daraus herstellten. Am Kragen und über der Stelle des Herzens trug der Mantel ein aufwändig gesticktes Zeichen: ein blaues Algenbündel mit zwei gekreuzten Schwertern auf weißgelbem Grund, welche die Haupteinnahmequelle des Chisso-Clans, seine Wehrhaftigkeit und das Wasser der Weltmeere symbolisierten.

Kapitän Chisso hatte am Vorabend nur das Hauptsegel und das erste Vorsegel setzen lassen. Sie hatten es nicht eilig. Ein Großteil der Mannschaft war ohnehin noch damit beschäftigt, den Rest der letzten Ernte von Strünken und unerwünschtem Beifang zu befreien und für die Fahrt zum Ziel zu konservieren. Sie hatten vor zehn Tagen ein so ausgedehntes Algenfeld entdeckt gehabt und selbstverständlich auch abgeerntet, dass die Laderäume der Seekönigin bald das Maximum erreichen würden.

Chisso blickte zum Himmel und sah, dass die Wolken weit über ihnen nur wenig schneller als sein Schiff in die gewünschte Richtung zogen.

Manchmal muss man einfach auch nur Glück haben, dachte er. Dann beugte er seinen mächtigen Oberkörper über die Reling und begutachtete die Schleimschicht auf der Schiffswand, die über der Wasserlinie fast wie am Tag ihrer letzten Erneuerung aussah, naturgemäß aber spröde geworden war. Zwischen dem Heben und Senken der Wellen erkannte er jedoch, dass die Schicht darunter nicht mehr lange ein reibungsarmes Gleiten durch die See ermöglichen würde. Seiner Schätzung nach hielt der Schneckenschleim noch für höchstens ein Drittel der Strecke.

Wir werden wohl oder übel ein Dock in Anspruch nehmen müssen, grummelte er innerlich, richtete sich wieder auf, rollte ein wenig mit seinen breiten Schultern und fügte den Kosten für Algen als Futter für ihre Schnecken an Bord noch die Kosten für die Dockgebühren und die Arbeit der Schleimer hinzu. Unvermittelt grinste er. Aber wir haben wenigstens eigene Schnecken. Andere Kapitäne müssen Schleim kaufen. Und frischer Schleim ist immer noch der Beste. Die Ladung bringt auch nach Abzug aller Kosten einen stattlichen Gewinn.

Nicht umsonst nannten ihn andere Algenmänner Chisso, den Glückvollen. Er wollte sich gerade zu seinem Ersten Offizier begeben, als der Ausguck

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