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Du bist nie allein Roman von Sparks, Nicholas (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Du bist nie allein

Vier Jahre nach dem tragischen Tod ihres Mannes fühlt sich Julie bereit für eine neue Beziehung. Zwei Verehrer werben um ihre Liebe: der charmante, weltgewandte Richard und der schüchterne Mike. Als Julie schließlich ihre Wahl trifft, glaubt sie, ihr Glück gefunden zu haben. Doch die rasende Eifersucht des Zurückgewiesenen verwandelt ihr Leben in einen Albtraum. Nicholas Sparks, 1965 in Nebraska geboren, lebt in North Carolina. Mit seinen Romanen, die ausnahmslos die Bestsellerlisten eroberten und weltweit in über 50 Sprachen erscheinen, gilt Sparks als einer der meistgelesenen Autoren der Welt. Mehrere seiner Bestseller wurden erfolgreich verfilmt. Alle seine Bücher sind bei Heyne erschienen, zuletzt "Seit du bei mir bist".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641060107
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Guardian
    Größe: 3882 kBytes
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Du bist nie allein

Prolog

Heiligabend 1998

G enau vierzig Tage nachdem sie das letzte Mal die Hand ihres Mannes gehalten hatte, saß Julie Barenson am Fenster und sah hinaus auf die stillen Straßen von Swansboro. Es war kalt. Seit einer Woche war der Himmel düster verhangen, und der Regen klopfte sacht gegen das Fenster. Die kahlen Bäume reckten ihre knorrigen Äste wie verkrümmte Finger in die frostige Luft.

Jim, das wusste Julie, hätte gewollt, dass sie an diesem Abend Musik hörte. Im Hintergrund sang Bing Crosby leise "White Christmas". Jim zu Ehren hatte sie auch den Baum aufgestellt. Dabei hatte es, als sie sich endlich dazu durchrang, einen zu besorgen, vor dem Supermarkt nur noch verdorrte, kümmerliche Exemplare gratis zum Mitnehmen gegeben. Doch das spielte keine Rolle. Es fiel ihr schwer, überhaupt etwas zu fühlen, seit Jim an dem Tumor im Kopf gestorben war.

Nun war sie mit fünfundzwanzig Jahren schon Witwe, und sie hasste alles an dem Wort: wie es klang, was es bedeutete, wie ihr Mund sich anfühlte, wenn sie es aussprach. Also nahm sie es gar nicht erst in den Mund. Wenn sich andere nach ihrem Befinden erkundigten, zuckte sie nur die Achseln. Aber manchmal spürte sie den Drang, zu antworten. Du willst wissen, wie es war, meinen Mann zu verlieren? , hätte sie dann gern gefragt. Ich werd's dir sagen .

Jim ist tot, und jetzt, da er fort ist, fühle ich mich ich auch wie tot .

Ob die Leute das hören wollten?, fragte sich Julie. Oder lieber doch nur irgendwelche oberflächlichen Sätze? Ich komme schon klar. Es ist schwer, aber das stehe ich schon durch. Danke der Nachfrage . Sie hätte natürlich die Tapfere spielen können, aber das wollte sie nicht. Es war einfacher und ehrlicher, bloß die Achseln zu zucken und nichts zu sagen.

Schließlich hatte sie keineswegs das Gefühl, klarzukommen. Die meiste Zeit über fürchtete sie eher, den Tag nicht zu überstehen, ohne zusammenzubrechen. Abende wie diese waren am schlimmsten.

Im Widerschein der Christbaumkerzen legte Julie die Hand ans Fenster und spürte das kalte Glas an ihrer Haut.

Mabel hatte sie gefragt, ob sie zum Abendessen kommen wollte, aber Julie hatte abgelehnt. Mike, Henry und Emma hatte sie ebenfalls einen Korb gegeben. Sie alle hatten zumindest so getan, als hätten sie Verständnis dafür, obwohl sie es im Grunde wohl nicht gut fanden, dass Julie an diesem Abend allein war. Und vielleicht hatten sie Recht. Alles im Haus, alles, was sie sah und roch und berührte, erinnerte sie an Jim. Seine Sachen nahmen die Hälfte des Kleiderschranks ein, sein Rasierer lag immer noch neben der Seifenschale im Bad, und am Vortag war per Post die neueste Ausgabe von Sports Illustrated gekommen. Im Kühlschrank lagen noch zwei Flaschen Heineken, sein Lieblingsbier. Früher am Abend hatte Julie bei ihrem Anblick vor sich hin geflüstert: "Die wird Jim nie mehr trinken", hatte die Kühlschranktür zugemacht, sich dagegen gelehnt und eine Stunde lang in der Küche geweint.

Julie nahm nur verschwommen wahr, was jenseits der Fensterscheibe geschah. Ganz in Gedanken versunken, kam ihr erst nach und nach zu Bewusstsein, dass ein Ast gegen die Hauswand schlug. Er pochte hartnäckig, und es dauerte eine Weile, bis sie merkte, dass das Geräusch, das sie hörte, gar nicht von diesem Ast herrührte.

Jemand klopfte an die Tür.

Benommen stand Julie auf. An der Tür blieb sie kurz stehen und fuhr sich mit den Händen durchs Haar, in der Hoffnung, dadurch einen halbwegs akzeptablen Anblick zu bieten. Falls es ihre Freunde waren, wollte sie nicht den Eindruc

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