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Du und Ich Roman von Ammaniti, Niccolò (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2012
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Du und Ich

Lorenzo weiß selbst nicht, warum er behauptet hat, dass er mit einer Clique in die Skiferien fährt. Nun kann er nicht mehr zurück, seine Mutter freut sich viel zu sehr, dass er endlich Freunde gefunden hat. Also besorgt er sich einen Fernseher, Bücher, Computerspiele, ein paar Vorräte und Selbstbräunungslotion und versteckt sich am ersten Ferientag im Keller des Hauses. Alles läuft nach Plan, bis seine Halbschwester Olivia in seinem Verschlag auftaucht, auf der Suche nach einem Platz zum Schlafen und nach ein bisschen Bargeld für den nächsten Schuss ... Anrührend, komisch und tragisch zugleich - eine kurze Geschichte vom Erwachsenwerden. Niccolò Ammaniti wurde in Rom geboren. Er hat bis dato sechs Romane veröffentlicht und ist nach Umberto Eco der wohl erfolgreichste Autor Italiens. Seine Bücher wurden in 44 Sprachen übersetzt und erreichen weltweit eine Gesamtauflage von 5 Millionen Exemplaren. Nach 'Du und ich' erschien zuletzt auf Deutsch 'Lasst die Spiele beginnen'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 12.03.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492955959
    Verlag: Piper Verlag
    Originaltitel: Io e te
    Größe: 941 kBytes
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Du und Ich

Und dies ist für meine Mutter und meinen Vater In a real dark night of the soul it is always three o'clock in the morning. Francis Scott Fitzgerald, Pasting It Together But can you save me? Come on and save me If you could save me From the ranks of the freaks Who suspect they could never love anyone. Aimee Mann, Save Me Die Bates'sche Mimikry liegt vor, wenn eine harmlose Tierart ihre Ähnlichkeit mit einer ungenießbaren oder giftigen Art, die auf dem gleichen Territorium lebt, ausnutzt und es ihr gelingt, deren Färbung und Verhalten zu imitieren. Auf diese Weise wird die Mimikry-Art von Räubern für die gefährliche gehalten, und ihre Überlebenschancen erhöhen sich. Cividale del Friuli 12. Januar 2010 " Kaffee ? " Eine Kellnerin wirft mir über ihr Brillengestell einen prüfenden Blick zu. In der Hand hat sie eine silberne Thermoskanne. Ich reiche ihr die Tasse. "Danke." Sie gießt sie bis zum Rand voll. "Sind Sie wegen des Markts da?" Ich schüttele den Kopf. "Was für ein Markt?" " Der Pferdemarkt. " Sie schaut mich an. Sie erwartet, dass ich ihr sage, aus welchem Grund ich mich in Cividale del Friuli aufhalte. Schließlich zieht sie einen kleinen Block hervor. "Welches Zimmer haben Sie?" Ich zeige ihr den Schlüssel. "Einhundertneunzehn. " Sie notiert sich die Nummer. "Wenn Sie noch mehr Kaffee wollen, können Sie sich selbst welchen am Büffet holen." " Danke. " " Bitte, bitte. " Als sie weg ist, ziehe ich einen zweimal gefalteten Zettel aus dem Portemonnaie. Ich falte ihn auf dem Tisch auseinander. Meine Schwester Olivia hat ihn geschrieben, vor zehn Jahren, am vierundzwanzigsten Februar zweitausend. Ich war vierzehn Jahre alt und sie dreiundzwanzig. Rom Zehn Jahre zuvor 1 Am Abend des achtzehnten Februar zweitausend ging ich früh zu Bett und schlief sofort ein, doch nachts wurde ich wieder wach und konnte keinen Schlaf mehr finden. Um zehn nach sechs hatte ich das Federbett bis zum Kinn hochgezogen und atmete mit offenem Mund. Das Haus war still. Man hörte nur den Regen, der gegen das Fenster schlug, meine Mutter, die im oberen Stockwerk zwischen Schlafzimmer und Bad hin und her ging, und mein lautes Ein- und Ausatmen. Bald würde meine Mutter mich wecken kommen, um mich zu dem Treffen mit den anderen zu bringen. Ich knipste meine Zikadenlampe auf dem Nachttisch an. Eine Ecke des Zimmers, wo der mit Anziehsachen vollgestopfte Rucksack, die Daunenjacke, die Tasche mit den Skistiefeln und die Ski lagen, wurde in grünes Licht getaucht. Zwischen dreizehn und vierzehn war ich plötzlich aufgeschossen, als hätte man mich gedüngt, und überragte nun meine Altersgenossen. Meine Mutter sagte, zwei Zugpferde hätten mich gestreckt. Ich verbrachte eine Menge Zeit vor dem Spiegel, um meine blasse, sommersprossige Haut und die Härchen auf den Beinen zu betrachten. Mein Haar war eine kastanienbraune Matte, aus der die Ohren herausstanden. Die Pubertät hatte meine Gesichtszüge verändert, und zwischen meinen grünen Augen saß eine imposante Nase. Ich stand auf und schob meine Hand in die Tasche des Rucksacks, der neben der Tür stand. "Das Messer ist da. Die Taschenlampe auch. Alles da", sagte ich mit leiser Stimme. Die Schritte meiner Mutter auf dem Gang. Sie trug bestimmt die blauen Schuhe mit den hohen Absätzen. Ich sprang zurück ins Bett, machte das Licht aus und stellte mich schlafend. "Lorenzo, aufwachen. Es ist spät." Ich hob den Kopf vom Kissen und rieb mir die Augen. Meine Mutter zog den Rollladen hoch. "Was für ein scheußlicher Tag ... Hoffen wir, dass es in Cortina besser ist." Im fahlen Morgenlicht waren die Umrisse ihrer schlanken Figur zu sehen. Sie hatte den Rock und die graue Jacke angezogen, die sie immer trug, wenn sie etwas Wichtiges vorhatte. Den Pullover mit dem runden Ausschnitt. Die Perlen. Und die blauen Schuhe mit den hohen Absätzen. "Guten Morgen", sagte ich gähnend, als wäre ich gerade wach geworden. Sie setzte sich au

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