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Dunkle Fluten Roman von Berg, Hendrik (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.04.2012
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Dunkle Fluten

Der Spreewald - eine Gegend voller unheimlicher Mythen und Legenden. Für einen ehemaligen Berliner Kommissar wird der erhoffte Neuanfang zu einem Alptraum ohne Erwachen ...
Ein Umzug von der Großstadt in den idyllischen Spreewald - für den Berliner Kommissar Robert Lindner, der wegen einer Schussverletzung den Dienst quittieren musste, ist es der Beginn eines Alptraums. Während seine Frau Marie mit den beiden Kindern und der Renovierung eines alten Hotels beschäftigt ist, leidet er selbst unter unvorstellbaren Ängsten. Ihm scheint, dass sich im undurchdringlichen Wasserlabyrinth der Spree ein Geheimnis verbirgt, das seine Familie bedroht. Auf der Suche nach Beweisen verliert sich Robert immer mehr in unheilvollen Mythen und Legenden ...

Hendrik Berg wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach einem Studium der Geschichte in Hamburg und Madrid arbeitete er zunächst als Journalist und Werbetexter. Seit 1996 verdient er seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Drehbüchern. Er wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 17.04.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641076276
    Verlag: Goldmann
    Größe: 728 kBytes
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Dunkle Fluten

2

D er schwarze Mercedes rammte ihre rechte Vorderseite. Der Passat kam von der Spur ab, donnerte gegen einen der Betonpoller neben der Fahrbahn, drehte sich zweimal um seine Achse, rutschte über den regennassen Bürgersteig mitten durch einen Kiosk und krachte schließlich in das Schaufenster eines türkischen Supermarktes.

"Scheißkerle", stöhnte Piet.

Robert starrte ungläubig auf die zerquetschten Tomaten, Zucchini und Orangen in der kaputten Holzkiste vor sich auf der Motorhaube. Wütend legte er den Rückwärtsgang ein. Die Kupplung knirschte. Als der zerbeulte Passat langsam durch die Trümmer des kleinen Ladens zurück auf den Bürgersteig fuhr, knackten Scherben unter den Reifen.

Durch die Regenschlieren auf der Windschutzscheibe sah Robert, wie Passanten entsetzt in Richtung des zerstörten Supermarktes starrten. Im Laden stand eine Frau mit Kopftuch und hob schreiend die Hände zum Himmel, während eine andere erschrocken ihr Baby an die Brust drückte. Fußgänger riefen panisch um Hilfe und deuteten immer wieder auf den Wagen mit dem blinkenden Blaulicht.

Doch Robert und Piet hatten keine Zeit. Sie mussten weiter, der Mercedes war schon nicht mehr zu sehen. Entschlossen legte Robert den Gang ein und ließ den Motor aufheulen. Mit durchdrehenden Reifen schossen sie zurück auf die Fahrbahn. Tomaten flogen gegen ihre Scheibe, als sie auf der Straße davonrasten.

Sie nahmen die Verfolgung wieder auf. Der Mercedes hatte inzwischen den Mehringdamm nahe dem Halleschen Tor verlassen und raste über die Skalitzer Straße unter der stählernen S-Bahn-Trasse vorbei am Kottbusser Tor in Richtung Treptow. Die Straße war durch den Feierabendverkehr und die vielen Baustellen in Kreuzberg völlig verstopft. Am Görlitzer Bahnhof ging gerade ein Flohmarkt zu Ende. Die Händler hatten ihre Wagen, darunter viele mit polnischen Kennzeichen, in der zweiten Reihe abgestellt und verstauten im strömenden Regen hastig ihre nicht verkauften Waren, als der Mercedes heranrauschte. Wie ein Panzer rammte sich der Wagen den Weg frei. Die Menschen flohen in alle Richtungen, Plastiktüten mit Büchern und Trödel flogen durch die Luft und landeten auf dem nassen Asphalt. Robert riss das Steuer rum, doch zu spät. Der Passat ruckte kurz, als er den kleinen Körper überfuhr.

"Nein!", schrie Robert entsetzt.

"Nur eine Puppe, Mann! Es war nur eine Puppe."

Robert blickte zurück und sah den aufgeplatzten Plastikkörper. Ihm war, als würde ihm unter dem blonden Haar ein schwarzes Auge nachstarren. Benommen schüttelte er den Kopf und atmete tief durch.

"Verdammt, wo bleibt die Verstärkung?", fluchte Piet.

Robert hatte sich wieder nach vorn gewandt und suchte die Straße ab. Wo war der Mercedes? Er konnte ihn nicht mehr entdecken. Fluchend drückte er das Gaspedal durch und jagte den Dienstwagen auf gut Glück weiter durch Kreuzberg.

Als er aufstoßen musste, schmeckte er Zwiebeln und öliges Fleisch. Scheiß Döner! Wieso nur hatte er heute Mittag nichts Richtiges gegessen? Aber er wusste ja, warum: weil er auch diesen Morgen keine Zeit für ein ordentliches Frühstück gehabt hatte und mittags dann völlig ausgehungert gewesen war, hatte er einfach so schnell wie möglich so viel wie möglich runtergeschlungen. Er stöhnte auf und versuchte den Gedanken an das fettige Fleisch zu verdrängen.

Endlich hatte er den Mercedes wieder im Blick. Der Wagen näherte sich jetzt dem Schlesischen Tor. Auch hier hatten Bagger die Straße aufgebrochen, die Autos stauten sich auf dem alten Kopfsteinpflaster. Von beiden Seiten rasten zwei Streifenwagen mit grellem Blaulicht auf die Kreuzung zu. Verstärkung, endlich. Doch bevor sie dem Mercedes den Weg abschneiden konnten, rauschte dieser zwischen ihnen hindurch in Richtung Oberbaumbrücke.

"Na bitte", grinste Piet, "jetzt haben wir die Dreckskerle da, wo wir sie haben wollen."

"Bist du dir da sicher?" Robert warf seinem Freund ein L

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