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Dunkle Wolken über dem Palast Digital Edition von Marton, Dana (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.12.2015
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Dunkle Wolken über dem Palast

Seit die schöne Julia in Scheich Karim Abdullahs Märchenpalast wohnt, schwankt sie zwischen Angst und Verlangen: Angst, weil Karims Land in Aufruhr ist - Verlangen, weil der Herrscher ihr mit glutvollen Blicken ungeahnte Sinnesfreuden verspricht ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 09.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733743048
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 1070 kBytes
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Dunkle Wolken über dem Palast

1. KAPITEL

"Verdammt, am Wagen hat jemand herumgebastelt", fluchte Karim. Fieberhaft blickte er sich um, während er seine Fluchtmöglichkeiten abwägte und herauszufinden versuchte, wo sich die Bombe befand.

Er wünschte, er könnte unter seinen Sitz sehen. Er wünschte, er hätte seine Aktentasche nicht einfach auf die Rückbank geworfen, wo sie jetzt außer Reichweite lag. Aber vor allem wünschte er, er wäre nicht in dieses verdammte Auto gestiegen.

Leider besaß er keine Wunderlampe, und es tauchte auch kein Geist auf, der ihm drei Wünsche erfüllte.

Einen kurzen Augenblick lang saß Karim absolut regungslos da, während sich Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten. Als Erstes musste er herausfinden, wo sich der Auslöser befand. Würde der Wagen in die Luft fliegen, sobald er den Zündschlüssel umdrehte? Oder erst, wenn er ausstieg?

Vielleicht befand sich der Auslöser auch in der Tür, die noch offen stand. Möglicherweise hatte er überhaupt keine Chance. Vielleicht beobachtete ihn derjenige, der ihn umbringen wollte, aus einem der umliegenden Fenster. Beobachtete ihn mit einer Fernbedienung in der Hand.

"Ich bin der Wahrheit zu nahe gekommen." Karim sah zu den Fenstern hoch, konnte aus seiner Position jedoch nicht viel erkennen, und er traute sich nicht, sein Gewicht zu verlagern.

Jetzt wurde er wütend. Wenn er sterben musste, dann sollte es wohl so sein. Doch bei allem, was ihm heilig war, erst wollte er den Mörder seines Zwillingsbruders finden.

"Es tut mir leid, Aziz."

Wenn er den Mörder nicht finden konnte, dann würde es niemand schaffen. Tariq, sein anderer Bruder, ging davon aus, dass Aziz' Anwesenheit an der Ölquelle zur Zeit der Explosion nur ein Zufall gewesen war. Tariq glaubte immer an das Gute - er hatte von den Schattenseiten des Lebens nicht so viel mitbekommen wie er selbst. Außerdem war Tariq im Augenblick ohnehin nicht ganz zurechnungsfähig, weil er frisch verliebt und erst seit Kurzem verheiratet war.

Allerdings musste Karim sich eingestehen, dass er selbst auch nicht ganz zurechnungsfähig war. Schließlich sprach er regelmäßig mit seinem toten Zwillingsbruder. Manchmal hatte er Aziz' Gegenwart im vergangenen Monat so leibhaftig gespürt, dass er nicht nur mit ihm geredet, sondern sogar eine Antwort erwartet hatte.

Aber Aziz war nicht mehr da, denn er war ermordet worden. Der Verlust seines Zwillingsbruders war für Karim eine ebenso schreckliche Erfahrung wie das Einbüßen seiner Sehkraft auf dem rechten Auge, damals vor zwanzig Jahren. Nur dass Aziz'Tod ihn viel härter getroffen hatte.

Zusammen mit seinem Bruder hatte er auch die Hälfte seiner Seele verloren. Und er wusste, dass er sie nicht zurückbekommen würde - auch wenn er den oder die Mörder fand - genauso wenig, wie er Aziz zurückbekommen würde. Trotzdem würde er diese Mistkerle nicht laufen lassen, selbst wenn es ihn das Leben kostete, sie aufzuspüren.

Eine Bombe!

"Ich hätte es voraussehen können." Aber in Gedanken war er mit den Entschädigungen beschäftigt gewesen, die er den Familien zahlen wollte, deren Angehörige zusammen mit seinem Bruder an der Ölquelle gestorben waren.

Wäre er nicht so in Gedanken versunken gewesen, als er aus dem MMPOIL Hauptsitz in Tihrin - Beharrains schnell wachsender Hauptstadt - gekommen war, hätte er bemerkt, dass der Sicherheitsposten nicht an seinem Platz war. Leider war er sich der Gefahr erst bewusst geworden, als er in den Wagen gestiegen war und das kleine blaue Kabelummantelungsteil auf der Fußmatte entdeckt hatte.

Jemand anders hätte sich vermutlich nichts dabei gedacht.

Aber seit seiner Geburt hatte man immer wieder versucht, ihn umzubringen, und es schon einige Male fast geschafft. Daher hatte er einen siebten Sinn entwickelt, wenn es darum ging, Vorboten des Todes zu erkennen.

Er blickte auf die Straße, wo die Autos keine dreißig Meter entfernt von ihm vorbeifuhren. Zum Glück kam im Moment

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