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Easter Parade Roman von Yates, Richard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.06.2019
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Easter Parade

"Ein Meister der Zwischentöne" Deutschlandradio Kultur Sarah und Emily wachsen in den USA der 1930er-Jahre auf. Sie leiden unter den Launen ihrer rastlosen Mutter, die mit den Mädchen von einer Stadt in die nächste zieht. Über die Jahre hätten sich die Schwestern nicht unterschiedlicher entwickeln können. Sarah heiratet früh und bekommt drei Söhne, Emily macht Karriere und stürzt sich von einer Affäre in die nächste. Beide scheinen endlich das Leben zu führen, das sie immer wollten. Doch Sarahs Ehe ist nicht so glücklich, wie alle glauben. Und erst als Emily ihren Job verliert, wird ihr bewusst, wie einsam sie in Wirklichkeit ist ... Richard Yates wurde 1926 in Yonkers, New York, geboren und lebte bis zu seinem Tod 1992 in Alabama. Obwohl seine Werke zu Lebzeiten kaum Beachtung fanden, gehören sie heute zum Wichtigsten, was die amerikanische Literatur des 20. Jahrhunderts zu bieten hat. Wie Ernest Hemingway prägte Richard Yates eine Generation von Schriftstellern. Die DVA publiziert Yates' Gesamtwerk auf Deutsch, zuletzt erschien der Roman 'Eine strahlende Zukunft'. Das Debüt 'Zeiten des Aufruhrs' wurde 2009 mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in den Hauptrollen von Regisseur Sam Mendes verfilmt. 'Cold Spring Harbor', zuerst veröffentlicht 1986, ist Yates' letzter vollendeter Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 10.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641246075
    Verlag: Penguin Verlag
    Originaltitel: The Easter Parade
    Größe: 834 kBytes
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Easter Parade

1. KAPITEL Keine der Grimes-Schwestern sollte im Leben glücklich werden, und rückblickend schien es stets, daß die Probleme mit der Scheidung ihrer Eltern begonnen hatten. Das war 1930, als Sarah neun Jahre alt war und Emily fünf. Ihre Mutter, die von den Mädchen "Pookie" genannt werden wollte, zog mit ihnen fort aus New York und mietete ein Haus in Tenafly, New Jersey, weil sie glaubte, die Schulen wären dort besser, und weil sie hoffte, in der Vorstadt eine Laufbahn als Immobilienmaklerin einschlagen zu können. Es klappte nicht - kaum einer ihrer Pläne, unabhängig zu werden, klappte -, und sie verließen Tenafly nach zwei Jahren wieder, aber die Mädchen verbrachten dort eine unvergeßliche Zeit. "Kommt euer Vater denn nie nach Hause?" fragten andere Kinder, und immer übernahm es Sarah, zu erklären, was eine Scheidung ist. "Seht ihr ihn manchmal?" "Klar sehen wir ihn." "Wo lebt er?" "In New York City." "Was macht er?" "Er schreibt Überschriften. Er schreibt die Überschriften für die New York Sun ." Und so, wie sie es sagte, war klar, daß die anderen beeindruckt sein sollten. Jeder konnte ein großtuerischer, verantwortungsloser Reporter sein oder ein verläßlicher Langweiler, der die Artikel überarbeitete; aber der Mann, der die Überschriften verfaßte! Der Mann, der täglich die komplizierten Nachrichten durchlas, um die wesentlichen Punkte auszuwählen, und sie dann mit ein paar wohl überlegten Worten kunstvoll zusammenfaßte, damit sie auf begrenztem Raum Platz fanden - das war ein vollendeter Journalist und ein Vater, der diese Bezeichnung verdiente. Einmal, als die Mädchen ihn in der Stadt besuchten, führte er sie durch das Haus der Sun , und sie sahen alles. "Die erste Ausgabe wird gleich gedruckt", sagte er, "wir gehen runter in die Druckerei und schauen zu; dann führe ich euch oben herum." Er ging mit ihnen eine eiserne Treppe hinunter, auf der es nach Druckerschwärze und Zeitungspapier roch, und in einen großen unterirdischen Raum, in dem in Reihen die hohen Rotationspressen standen. Überall liefen Arbeiter herum, die steife kleine quadratische Hüte aus kompliziert gefalteten Zeitungen trugen. "Warum haben sie Papierhüte auf, Daddy?" fragte Emily. "Also, wahrscheinlich werden sie behaupten, damit keine Druckerschwärze in ihre Haare kommt, aber ich glaube, sie haben sie auf, damit sie keß aussehen." "Was heißt 'keß'?" "Na, ungefähr so wie dein Bär", sagte er und deutete auf eine mit Granaten besetzte Anstecknadel in Form eines Teddybären, die sie an diesem Tag an ihrem Kleid trug und von der sie gehofft hatte, daß er sie bemerken würde. "Das ist ein sehr kesser Bär." Sie sahen zu, wie die geschwungenen, frisch gesetzten Metalldruckplatten auf Förderrollen zu den Zylindern glitten, in denen sie festgeklemmt wurden; dann ertönte ein Klingeln, und die Pressen setzten sich in Bewegung. Der Stahlboden unter ihren Füßen bebte, und es kitzelte, und der Lärm war so überwältigend, daß sie nicht sprechen konnten: Sie konnten einander nur anschauen und lächeln, und Emily hielt sich die Ohren zu. Weiße Streifen Zeitungspapier liefen in alle Richtungen durch die Maschinen, und fertige Zeitungen kamen in ordentlicher, überlappender Fülle heraus. "Wie findet ihr das?" fragte Walter Grimes seine Töchter, als sie die Treppe wieder hinaufgingen. "Jetzt schauen wir uns die Redaktion an." Es war eine weite Fläche voller Schreibtische, an denen Männer saßen und auf Schreibmaschinen einhämmerten. "Dort vorn, wo die Schreibtische zusammengeschoben sind, das ist die Lokalredaktion", sagte er. "Der Lokalredakteur ist der kahle Mann, der gerade telefoniert. Und der Mann dort drüben ist noch wichtiger. Er ist der Chefredakteur." "Wo ist dein Schreibtisch, Daddy?" fragte Sarah. "Oh, ich arbeite am Redaktionstisch. Am Rand. Si

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