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Effi Briest von Fontane, Theodor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.10.2011
  • Verlag: HörGut! Verlag
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Effi Briest

Mit 'Effi Briest' erscheint nun der sicherlich bekannteste der großen Frauenromane Theodor Fontanes. Dies liegt nicht nur an den vielen populären Literaturverfilmungen, sondern auch daran, das viele den anrührenden Roman schon in ihrer Schulzeit kennengelernt haben. Die wunderschön melancholische Geschichte der zu jung verheirateten Effi, stellt Gesellschafts- und Beziehungsmodelle in Frage, die auch heute unverändert aktuell erschein, wenn wenn auch im Äußere und in der Sprache das eine oder andere sich verändert haben mag.

Die vorliegende Fassung ist ungekürzt und enthält den kompletten Text mit auführlichen Worterklärungen. Sie können den Text auch auf einen eBook Reader lesen oder auf Computer, iPad, iPhone und Androidhandy mit entsprechender Lesesoftware überspielen und darstellen.

Download möglich unter www.hoergut-verlag.de und allen bekannten Downloadportalen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 302
    Erscheinungsdatum: 18.10.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783938230497
    Verlag: HörGut! Verlag
    Größe: 420 kBytes
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Effi Briest

Dreiunddreißigstes Kapitel (S. 272-273)

Am zweitfolgenden402 Tage trafen, wie versprochen, einige Zeilen ein, und Effi las: "Es freut mich, liebe gnädige Frau, Ihnen gute Nachricht geben zu können. Alles ging nach Wunsch; Ihr Herr Gemahl ist zu sehr Mann von Welt, um einer Dame eine von ihr vorgetragene Bitte abschlagen zu können; zugleich aber – auch das darf ich Ihnen nicht verschweigen –, ich sah deutlich, dass sein "Ja" nicht dem entsprach, was er für klug und recht hält. Aber kritteln403 wir nicht, wo wir uns freuen sollen. Ihre Annie, so haben wir es verabredet, wird über Mittag kommen, und ein guter Stern stehe über Ihrem Wiedersehen."

Es war mit der zweiten Post, dass Effi diese Zeilen empfing, und bis zu Annies Erscheinen waren mutmaßlich keine zwei Stunden mehr. Eine kurze Zeit, aber immer noch zu lang, und Effi schritt in Unruhe durch beide Zimmer und dann wieder in die Küche, wo sie mit Roswitha von allem möglichen sprach, von dem Efeu drüben an der Christuskirche, nächstes Jahr würden die Fenster wohl ganz zugewachsen sein, von dem Portier, der den Gashahn wieder so schlecht zugeschraubt habe (sie würden doch noch nächstens in die Luft fliegen), und dass sie das Petroleum doch lieber wieder aus der großen Lampenhandlung Unter den Linden als aus der Anhaltstraße holen solle – von allem möglichen sprach sie, nur von Annie nicht, weil sie die Furcht nicht aufkommen lassen wollte, die trotz der Zeilen der Ministerin, oder vielleicht auch um dieser Zeilen willen in ihr lebte. Nun war Mittag. Endlich wurde geklingelt, schüchtern, und Roswitha ging, um durch das Guckloch zu sehen.

Richtig, es war Annie. Roswitha gab dem Kinde einen Kuss, sprach aber sonst kein Wort, und ganz leise, wie wenn ein Kranker im Hause wäre, führte sie das Kind vom Korridor her erst in die Hinterstube und dann bis an die nach vorn führende Tür. "Da geh hinein, Annie." Und unter diesen Worten, sie wollte nicht stören, ließ sie das Kind allein und ging wieder auf die Küche zu. Effi stand am andern Ende des Zimmers, den Rücken gegen den Spiegelpfeiler, als das Kind eintrat. "Annie!" Aber Annie blieb an der nur angelehnten Tür stehen, halb verlegen, aber halb auch mit Vorbedacht, und so eilte denn Effi auf das Kind zu, hob es in die Höhe und küsste es.

"Annie, mein süßes Kind, wie freue ich mich. Komm, erzähle mir", und dabei nahm sie Annie bei der Hand und ging auf das Sofa zu, um sich da zu setzen. Annie stand aufrecht und griff, während sie die Mutter immer noch scheu ansah, mit der Linken nach dem Zipfel der herabhängenden Tischdecke. "Weißt du wohl, Annie, dass ich dich einmal gesehen habe." "Ja, mir war es auch so." "Und nun erzähle mir recht viel. Wie groß du geworden bist! Und das ist die Narbe da; Roswitha hat mir davon erzählt.

Du warst immer so wild und ausgelassen beim Spielen. Das hast du von deiner Mama, die war auch so. Und in der Schule? ich denke mir, du bist immer die Erste, du siehst mir so aus, als müßtest du eine Musterschülerin sein und immer die besten Zensuren nach Hause bringen. Ich habe auch gehört, dass dich das Fräulein von Wedelstädt so gelobt haben soll. Das ist recht; Ich war auch so ehrgeizig, aber ich hatte nicht solche gute Schule. Mythologie war immer mein Bestes. Worin bist du denn am besten?" "Ich weiss es nicht." "Oh, du wirst es schon wissen. Das weiß man. Worin hast du denn die beste Zensur?" "In der Religion." "Nun, siehst du, da weiß ich es doch. Ja, das ist sehr schön; ich war nicht so gut darin, aber e

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