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Ein Augenblick für immer von Braun, Gabriele von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Ein Augenblick für immer

Ein schrecklicher Unfall. Eine Frau auf der Suche nach sich selbst. Eine leidenschaftliche Begegnung in der Normandie. Nach einem schweren Unfall reist Charlotte in die Normandie, um sich darüber bewusst zu werden, was sie von ihrem Leben erwartet. Sie ist einfach nicht mehr glücklich - weder mit ihrem Job noch in ihrer Ehe. Bei einem Spaziergang an der Küste trifft sie Pierre, einen erfolgreichen Maler aus Paris, der im malerischen Norden Frankreichs Ruhe sucht. Die beiden verstehen sich auf Anhieb - und erleben eine sehr intensive Zeit miteinander. Doch der Abschied ist unausweichlich. Schweren Herzens beschließen sie, keine Kontaktdaten auszutauschen, zu viel spricht gegen die Verbindung: Denn sowohl Pierre als auch Charlotte sind verheiratet. Jedoch verabreden sie im Gefühlsrausch, dass sie sich in genau einem Jahr in dem kleinen Restaurant in der Normandie wiedertreffen werden, wenn sie noch immer aneinander denken müssen. Werden Charlotte und Pierre sich wiedersehen? Ein herzerwärmender Roman über eine Frau, die zu sich selbst finden muss und erkennt, was wirklich wichtig ist im Leben. Ebooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 310
    Erscheinungsdatum: 01.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732551422
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1664 kBytes
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Ein Augenblick für immer

1

" Für jeden Schneckenfreund die passende Schnecke -- die Schneckenwochen im Backhaus König. Ein noch dämlicherer Claim für die Aktion ist euch wohl nicht eingefallen? Warum muss ich mich überhaupt mit diesem Mist herumärgern?", knurre ich ins Telefon. Mein Blick wandert über den Flyer-Entwurf, hin zu einer allzu niedlichen Schnecke mit riesigen Kulleraugen und langen Wimpern, die an verschiedenen Obstsorten vorbeikriecht. "Tommi, was soll diese Grafik? Fehlen nur noch dicke Schneckenbrüste. Sexismus at its best! Was für ein Dreck!"

"Charlotte, reg dich ab! Das Briefing kam von euch, von Herrn Zimmermann", sagt Tommi.

Tommi und ich kennen uns schon ewig. Mein Vater hat seine kleine Werbeagentur vor Jahren für unser Backhaus König engagiert.

"Der Zimmermann! Diesen Typen mit Marketingaufgaben zu betrauen, hätte ich mir besser sparen sollen. Bloß gut, dass mein Vater das nicht zu Gesicht gekriegt hat."

"Jetzt sei nicht so hart, der arme Mann ist doch erst seit einem Monat dabei."

"Nachsicht finde ich in diesem Fall völlig unangebracht. Er hätte es mir zeigen sollen, bevor er dir die Freigabe erteilt. Der kann was erleben!" Unruhig rutsche ich in meinem Schreibtischsessel hin und her.

"Deswegen habe ich es dir ja geschickt. Ich war mir auch nicht sicher."

"Alles muss man alleine machen! Der Flyer geht Montag früh in Druck. Was für ein Glück, dass du mich so gut kennst."

"Für mich ist das nicht immer ein Glück. Aber ich schenke dir gern an einem Samstag meine wertvolle Zeit."

Ich seufze. "Tommi, du bist nicht der Einzige, der heute arbeiten muss."

"Schon gut, ich hätte mich sonst eh nur gelangweilt. Was willst du haben?"

"Lass mich kurz überlegen." Ich krakele mit meinem Montblanc-Füller auf ein weißes Blatt Papier. "Der Begriff 'Schneckenwochen' ist leider seit Jahren gesetzt, da kommen wir nicht drum herum ...", murmle ich. In den sogenannten 'Schneckenwochen' bieten wir von der Streusel- über die Heidelbeer- oder Pudding- bis zur Rhabarberschnecke alle möglichen Sorten dieses Süßkrams an. "Gut, schreibe: 'Die majestätische Schneckenparade - Schneckenwochen im Backhaus König'. Dann muss noch mit rein, dass drei köstliche Schnecken nur 3,33 Euro kosten. Und nicht zu vergessen: 'Wir backen, was Sie begehren'. Setz der Schnecke eine Krone auf, mach die Augen kleiner und reiß ihr die Wimpern aus."

"Zu Befehl. Aber ich weiß nicht, ob ..."

"Tommi, so machen wir das jetzt!"

"Charlotte, du treibst mich noch in den Wahnsinn. Aber gut, bei den vielen Schneckenfreunden da draußen wird die Aktion bestimmt wieder ein Selbstläufer."

Ich grinse. "Ja, das denke ich auch. Schnecken gehen immer."

"Äh, und mit dem Claim bist du dir wirklich sicher, ja?"

"Keine Diskussion mehr!"

"Du bist die Chefin. Ich schicke dir den fertigen Entwurf nachher rüber."

"Ich danke dir, bis dann."

Ich zerknülle das vollgekrakelte Blatt Papier und pfeffere es in den Papierkorb.

Das Backhaus König wurde kurz nach dem Ersten Weltkrieg von meinem Urgroßvater eröffnet. Er hat sich damals hier in Hamburg einen Traum erfüllt, an dessen Fortbestand die nachfolgenden Generationen teilhaben dürfen. Müssen. Im Alter von siebenunddreißig Jahren stieg ich, Charlotte Hansen, geborene König, an die Spitze des Familienunternehmens auf. Das ist jetzt knapp drei Jahre her. Mein Vater hat sich damals nach einer Prostatakrebs-Erkrankung entschieden, sich zurückzuziehen. Aber das Loslassen ist nicht so seine Sache. Er mischt entweder von der fernen Insel Sylt oder auch hier von Hamburg aus rege mit. Für ihn - und zwangsläufig für mich auch - war seit meinem ersten Schrei klar, dass ich eines Tages ins Familienunternehmen einsteigen würde. So habe ich nach der Schule zunächst eine Bäckerlehre gemacht und anschließend BWL studiert.

Neben unserer Hauptfiliale, die sich seit über dreißig Jahren im

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