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Ein Jahr Inselglück Romantischer Urlaubsroman von Oswald, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2019
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Ein Jahr Inselglück

Fenja ist gerade kurz davor, sich in Hamburg einen Namen als Designerin zu machen, als ihre geliebte Tante Trude stirbt. Sie vermacht ihr ein Haus auf Amrum. An ihre Zeit auf der Insel hat Fenja wunderbare Erinnerungen, und trotzdem ist Trudes Testament für sie ein Albtraum: Ihre Tante verdonnert sie zu einem Zwangsjahr auf der Insel, wenn sie nicht leer ausgehen möchte. Das passt so gar nicht in ihre Zukunftspläne. Doch die Erinnerungen, die mit dem Erbe verbunden sind, sind zu wertvoll, um sie loszulassen. Schweren Herzens packt Fenja Mops und Kater und macht sich auf den Weg auf die Insel ... Susanne Oswald schreibt mit Leidenschaft, und das spürt man in ihren Büchern. Gemeinsam mit ihrem Mann und dem Mops Töps lebt sie in Neuried in der Ortenau und betreibt dort neben ihrer Arbeit als Autorin eine Senfmanufaktur - die Senferia.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 02.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745750089
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 1814 kBytes
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Ein Jahr Inselglück

Kapitel 1

Prachtvoll. Dieses Wort drängte sich mir auf, als ich zusammen mit Coco an Rosenbeeten vorbei über den Steinplattenweg auf das Haus zuging. Prachtvoll und ehrwürdig, ergänzte ich in Gedanken und ließ meinen Blick über die schneeweiße Fassade und die in Erdtönen abgesetzten Simse wandern. Genau der passende Rahmen für diesen Anlass.

Entschlossen schob ich mit beiden Händen die schwere Eichentür auf, und wir betraten den kühlen Flur. Coco schnüffelte neugierig, während ich gar nicht anders konnte, als anerkennend die Augenbrauen zu heben und das aufwendig handgeschmiedete Treppengeländer ebenso wie die fein gearbeiteten Stuckverzierungen an den Decken zu bestaunen. Nobel ging die Welt zugrunde.

Unsere Schritte führten uns über glänzenden dunkelroten Marmor. Sonnenflecken, die durch ein Fenster über der Eingangstür ins Hausinnere fielen, tanzten über Wände und Boden. Das Holz der Treppe knarzte leise, als ich die ersten Stufen betrat.

Meine Nase kribbelte vom Bohnerwachsgeruch.

Mich auf die Details zu konzentrieren milderte meine Unruhe. Allerdings leider nur vorübergehend, das beklemmende Gefühl ließ sich nicht komplett vertreiben, was ja auch kein Wunder war. Alles in mir wehrte sich gegen diesen Termin. Ich wollte mich nicht mit Trudes Erbe auseinandersetzen. Es fühlte sich an, als würde sie mit der Verteilung ihres Besitzes erst endgültig sterben. Totaler Quatsch, sagte mein Verstand. Immerhin hatte ich an ihrem Grab gestanden, als die Urne versenkt wurde. Aber Verstand und Gefühl waren eben zwei unterschiedliche Angelegenheiten, und Zweiteres machte mir aller Vernunft zum Trotz schwer zu schaffen.

Mühsam schleppte ich mich die Stufen hinauf, als hätte ich bereits eine Mount-Everest-Besteigung in den Knochen und nicht nur einen gemütlichen Mopsspaziergang. Ich fühlte mich nicht wie Anfang dreißig, sondern eher wie sechzig - mindestens!

Im ersten Stock prangte rechts neben der Tür ein glänzend poliertes Messingschild: Dr. Ferdinand Waldmann - Notar. Beim Anblick des Namenszuges zog mein Magen sich noch fester zusammen. Während ich die Schrift musterte, holte ich tief Luft, wischte mir die vor Aufregung feuchten Hände an der schwarzen Stoffhose ab, die ich gestern erst fertig genäht hatte, und zupfte dann die Jacke zurecht.

Wenn ich dem Schicksal gegenübertreten musste, wollte ich dabei zumindest gut aussehen. Dass der kupferfarbene Blazer sehr gut zum Haselnusston meiner Haare passte, die im frisch geschnittenen Bob seidig mein Gesicht einrahmten, wusste ich. Und Henrik hatte es mir beim Abschied mit einem Pfeifen bestätigt. Er hatte mich einmal um meine eigene Achse gedreht und kommentiert: "Du könntest als Sandra-Bullock-Double gehen!"

Wie gern hätte ich die Sache umgedreht und Sandra Bullock stattdessen für mich zu diesem Termin gehen lassen. Ich verkniff mir einen Seufzer. Was erwartete mich? Was hatte Tante Trude wohl ausgeheckt?

Jetzt oder nie - ich musste es herausfinden!

Entschlossen drückte ich die Klinke nach unten, schob die Tür auf und blinzelte im nächsten Moment geblendet in das schräg durch hohe Fenster in den Raum fallende Sonnenlicht. Ich blieb stehen und versuchte etwas zu erkennen.

Wieder wurde mir bewusst, wie unpassend dieses Wetter doch war. Genau wie vor zwei Tagen bei der Beerdigung. Traurigkeit war schwarz, mindestens aber schmoddergrau. Auf keinen Fall jedoch passten das Himmelblau und fröhlich flirrende Staubpartikel im Sonnenlicht zu dem Anlass, der mich hierherführte. Es müsste regnen. Ach was, regnen, Dorsche und Seekatzen hageln müsste es, wie Tante Trude immer zu sagen pflegte. Wobei Trude das ganz sicher genau anders sehen würde. "Lass die Sonne scheinen, Fenchen", würde sie sagen. Trude war der einzige Mensch gewesen, der mich Fenchen nennen durfte. "Die Sonnenstrahlen sollen auf meinem Grab tanzen. Und du sollst mit einem warmen, glücklichen Gefühl an mich und an unsere schö

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