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Ein Kerl zur Brotzeit Roman von Lenz, Caroline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Ein Kerl zur Brotzeit

Weißwurst statt Currywurst Die junge Ärztin Elly fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass sie einen Gutshof in den Alpen geerbt hat. Eigentlich ist sie ein absoluter Stadtmensch, eine mietfreie Unterkunft kann die junge Mutter allerdings gut gebrauchen. Kurzentschlossen zieht sie mit ihrer kleinen Tochter von Berlin ins Berchtesgadener Land. Nicht alle Dorfbewohner sind begeistert, eine alleinerziehende Stadtzicke zur Nachbarin zu haben. Aber Elly lässt sich nicht unterkriegen und startet eine Charme-Offensive, der selbst ihr Nachbar Phillip nicht widerstehen kann. Er ist der Tierarzt im Ort und ein richtiger Eigenbrötler ... Caroline Lenz, geboren 1981, hat Medizin studiert und arbeitet seit einigen Jahren als Kinderärztin. Wann immer ihr der Schichtdienst Zeit dazu lässt, widmet sie sich ihrer Leidenschaft, dem Schreiben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 09.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843707343
    Verlag: Ullstein
    Größe: 1913 kBytes
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Ein Kerl zur Brotzeit

Kapitel 1

"Wenn Sie beide das nicht in den Griff bekommen, werde ich mich von einem von Ihnen beiden trennen müssen", brüllte Doktor Sperling cholerisch.

Mann, hat der Chef mal wieder eine miese Laune, grummelte Elly in Gedanken. Sie wollte nach einem endlos langen Nachtdienst einfach nur noch ins Bett.

Stattdessen hatte Sperling sie in sein Büro zitiert und ließ den tobenden Chefarzt raushängen. Da fuhr er auch schon fort: "Det finden Se wohl och noch witzig!"

Mist, sie hatte sich offenbar zu sehr bemüht, ihren freundlich verständnisvollen Blick aufzusetzen. Wenn Sperling anfing zu berlinern, wurde es ernst. Vielleicht sollte sie die Mundwinkel nicht so krampfhaft anspannen und lieber ver-suchen, die Augen offen zu halten.

"Frau Paul, Sie brauchen überhaupt nicht so verdutzt aus der Wäsche zu gucken. Sich vor Patienteneltern lautstark mit einem Kollegen zu streiten gehört sich einfach nicht!"

Na, Sie sind auch nicht gerade diskret mit Ihrer Brüllerei, dachte sie mürrisch.

"Sie ruinieren den Ruf unserer Abteilung!" Sperlings Halsschlagader schwoll bedenklich an.

"Ganz ehrlich, ich glaube, der ist schon ruiniert", konterte Elly. Es wurde Zeit, das Gespräch zu beenden. Bevor sie nach Hause ging, wollte sie unbedingt noch ihre zwei Jahre alte Tochter im Kindergarten besuchen. Mia würde furchtbar enttäuscht sein, wenn sie nicht pünktlich zum zweiten Frühstück mit den versprochenen Muffins auftauchte.

"Was soll'n det heißen?" Sperlings Kopf war tiefrot.

Wenn er so weitermachte, würden ihm die Augen aus dem Gesicht ploppen.

Elly musste sich ein Grinsen verkneifen: "Ach bitte, das wissen Sie doch genau. Jeder hier weiß es."

Genau das war das Problem. Jeder, selbst der fast blinde und taube Alte, der immer rauchend am Kiosk rumlungerte, wusste es. Sogar die Studenten zerrissen sich ihre Mäuler darüber, wie Jan, Ellys langjähriger Freund, jetzt Exfreund, sie mit ihrer Kollegin Vicky betrogen hatte. Vermutlich war es nicht Jans erste Affäre. Da Vicky aber bereits im sechsten Monat schwanger war, konnte selbst Elly nicht mehr darüber hinwegsehen. Jan, dieses elende ...

"Arschloch", entfuhr es Elly leise, aber unüberhörbar.

"Bitte?!" Sperlings Augen quollen noch weiter hervor.

Elly versuchte ihren Ausbruch als Hustenanfall zu tarnen.

Sperling war nicht so blöd, darauf reinzufallen.

"Ich erwarte, dass Sie und Doktor Petersen auch nach -Ihrer Trennung professionell zusammenarbeiten."

Elly öffnete den Mund und schloss ihn sofort wieder.

"Na det hätten Se mal eher machen sollen."

"Bitte was?"

"Na den Mund halten."

Okay jetzt reicht's. "Zum Streiten gehören ja wohl immer noch mindestens zwei", auch Elly hatte ihre Stimme er-hoben.

Sperling hob abwehrend die Hände.

"Sie kennen die Konkurrenz zwischen den Berliner Kinderkliniken. Sie haben hier Leistung abzuliefern. Die privaten Belange meiner Mitarbeiter haben in der Abteilung nichts verloren."

"Das ist wohl kaum möglich, wenn Ihr feiner Herr Oberarzt mich ständig zu den unmöglichsten Zeiten einteilt und sich weigert, sich um seine Tochter zu kümmern."

"Wollen Sie mir gerade weismachen, dass Sie als Einzige unserer berufstätigen Mütter eine Sonderbehandlung verdient haben?"

"Nein, aber ..."

"Ich habe hier eine schriftliche Beschwerde über Sie." Sperling wedelte mit einem zerknitterten grünen Zettel des Beschwerdemanagements vo

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