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Ein Kindermädchen zum Verlieben Roman. von Turano, Jen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2018
  • Verlag: Gerth Medien
eBook (ePUB)

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Ein Kindermädchen zum Verlieben

Millie Longfellow hat genaue Vorstellungen von ihrer Arbeit als Nanny. Doch leider stößt ihre unkonventionelle Art bei den Eltern ihrer Zöglinge nicht gerade auf Begeisterung, sodass sie ihre Anstellung immer wieder schnell verliert. Als der Junggeselle Everett Mulberry händeringend nach einer neuen Nanny für seine drei wilden Pflegekinder sucht, wird ihm Millie vermittelt ... Während diese sich Hals über Kopf in den jungen Mann verliebt, bemüht sich Everett darum, die Erwartungen der feinen Gesellschaft zu erfüllen und eine Dame aus guter Familie zu ehelichen. Doch allmählich beginnt er zu ahnen, dass zu einem glücklichen Leben mehr gehört als Geld und die Anerkennung der Gesellschaft.

Jen Turano steht für humorvolle Geschichten mit skurrilen Charakteren und spannenden Verwicklungen. In den USA hat sie sich damit bereits einen Namen gemacht. Sie lebt mit ihrer Familie in Denver, Colorado.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 15.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961223039
    Verlag: Gerth Medien
    Größe: 1309 kBytes
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Ein Kindermädchen zum Verlieben

1

Long Island, New York, Juli 1882

S ie sind entlassen. Mit sofortiger Wirkung!"

Millie Longfellow musste die Augen zusammenkneifen, da plötzlich ein grelles Licht in die enge Besenkammer fiel, in der sie stand. Sie unterdrückte ein Seufzen, als Mrs Cutling sich vor ihr aufbaute. Die junge Frau schluckte den Kloß hinunter, der sich in ihrer Kehle bildete, und trat zögernd einen Schritt vor. "Entschuldigen Sie, Ma'am, aber haben Sie soeben 'entlassen' gesagt?"

"Allerdings."

"Aber warum?"

Mrs Cutling, die seit einer ganzen Woche Millies Arbeitgeberin war, stemmte eine Hand in ihre Hüfte. Wie alle Damen ihrer Gesellschaftsschicht war sie nach der neuesten Mode gekleidet. "Ich denke doch, dass der Grund für Ihre fristlose Kündigung auf der Hand liegt."

"Für mich leider nicht."

Mrs Cutling kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. "Habe ich Sie eingestellt, um auf die Kinder aufzupassen?"

"Ja, natürlich, aber -"

"Und Sie glauben, Sie kommen dieser Aufgabe auf zufriedenstellende Weise nach, wenn Sie sich in dieser Besenkammer verstecken?"

"Oh, ich habe mich nicht versteckt, Mrs Cutling. Ich habe nur an einem Ort, an dem die Kinder mich ganz bestimmt nicht sehen, ein wenig gewartet."

"Und diese Ausrede sollte mich geneigt machen, Sie doch zu behalten? Es wird mir keine Probleme bereiten, umzudisponieren und meine Kinder in Zukunft von einem anderen Kindermädchen betreuen zu lassen."

"Ich weiß nicht genau, was 'umdisponieren' bedeutet, Ma'am, aber da ich hier nur gewartet habe, damit die Kinder nicht denken, ich würde bei unserem Versteckspiel schummeln, finde ich schon, dass Sie mir erlauben sollten, meine Stelle zu behalten." Millie lächelte. "Es sieht zwar vielleicht so aus, als würden wir nur spielen, aber in Wirklichkeit kümmere ich mich um die mathematischen Fähigkeiten der Kinder. Es wird Sie freuen zu hören, dass der kleine James mit seinen fünf Jahren vorgeschlagen hat, dass ich bis tausend zählen soll, bevor ich anfange, ihn und Edith zu suchen."

Mrs Cutlings Lippen bildeten nun einen dünnen Strich. "Ich bin sicher, dass James keine Vorstellung davon hat, wie lange Sie brauchen, um bis tausend zu zählen. Außerdem hätten Sie wissen müssen, dass es unklug ist, die Kinder so lange unbeaufsichtigt zu lassen."

"Die Kinder wollten sichergehen, dass ich lange genug aus dem Weg bin, damit sie ein gutes Versteck finden können."

"Und das haben sie tatsächlich gefunden!" Mrs Cutling trat auf Millie zu und legte die Hand wie einen Schraubstock um ihren Arm.

Millie zuckte mit keiner Wimper. In all den Jahren, die sie nun bereits als Kindermädchen oder Zofe tätig war, hatte man ihr schon Ohrfeigen gegeben und sie an den Haaren gezogen, und einmal hatte man sogar mit einem Bettwärmer nach ihr geworfen. Bei diesem Vorfall hatte sie Glück gehabt, dass sie den heißen Kohlen hatte ausweichen können. Aber wenn Millie ehrlich war, konnte sie ihrer damaligen Herrin keinen Vorwurf machen, da sie mit dem Bettwärmer unabsichtlich das Bett der Dame in Brand gesetzt hatte.

Jedoch hatte sie durch die Gewaltausbrüche, die sie im Laufe der Jahre erlebt hatte, gelernt, dass so manche Dame der feinen Gesellschaft eine große Befriedigung empfand, wenn Millie vor Schmerzen zusammenzuckte. Dieser Befriedigung folgte normalerweise noch mehr Gewalt. Aus diesem Grund achtete sie inzwischen sehr darauf, ihre Gefühle nicht zu zeigen.

Daher widerstand sie dem Drang, sich zu wehren, als Mrs Cutling sie aus dem Besenschrank zerrte und unsanft mehrere düstere, schmale Gänge und Flure entlangschob. Zu ihrer Überraschung führte Mrs Cutling Millie nicht durch die Küche - was bei der Köchin und den Küchenmädchen sicher unerwünschte Spekulationen ausgelöst hätte -, sondern durch eine helle Halle, von deren zehn Meter hoher Decke zahlreiche Kristallkronleuchter hingen.

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