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Ein Leben lang von Will, Hans (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Ein Leben lang

Eine Mischung aus Mainfränkischer Realität und schriftstellerischem Freiraum. Fantasievoll, plausibel und träumerisch erzählt. Den ersten Teil des Buches könnte man getrost als Roadmovie verfilmen, der zweite Teil eignet sich eher für eine Tragikomödie, beginnend im 20. Jahrhundert. Zur Person: Hans Will war bis 2007 selbstständiger Bäckermeister und Konditor. Durch eine schwere Krankheit musste er den Beruf wechseln und wurde innerhalb kurzer Zeit ein erfolgreicher Fotograf mit etlichen Auszeichnungen und gelungenen Ausstellungen. Saisonarbeit ist das Fünfte Buch des ambitionierten Autors.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 388
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748114185
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 440 kBytes
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Ein Leben lang

"Na ihr zwei, alles im Lot?" Es war Arjan. "Komm mal mit, ich zeige dir alles!" Dorina ging in das Haus und Carl folgte Arjan zum Alfa. "Hier sind die Papiere", er zog aus dem Handschuhfach, den Totenschein und einen Ausweis, er hatte alles in den Lederumschlag mit Titos Wappen gelegt. Dann gab er Carl die zugesagten 1000.- DM und einige Dinar damit er nochmal tanken konnte. Die Bücher waren in einer großen Holzkiste verstaut, die mit einem Brandzeichen versehen war (Frischfisch). Die zwei Benzinkanister wurden oben drauf gestellt und alles im hinteren linken Eck verstaut. Der schwere Eichensarg war stark vernagelt und es roch nach Leiche. Später wird ein italienischer Autohändler in Würzburg eine tote Katze in einem Seitenfach des Alfas finden. Er sperrte den Alfa ab und verabschiedete sich bei Arjan, dessen letzter Satz ein wohlgemeintes: "Good Luck" war. Carl schlief schlecht und wachte zeitig auf. Er ging am frühen Morgen hinaus in den Vorgarten und rauchte eine Zigarette. Einige Minuten später kam Dorina dazu mit einem frisch gebrühten Mocca. Wortlos rauchten sie eine weitere Zigarette. Alle schliefen noch in der Majevicka Nummer 10. Carl packte seine wenigen Sachen in einen Rucksack und ging leise hinaus auf die Straße. Dort umarmte er Dorina und küsste sie, er spürte dass sie ihn nicht mehr loslassen wollte. Sie spürte aber auch etwas anderes, sie wusste nur noch nicht was es war. Beide hatten Tränen in den Augen. "Pass auf dich auf!", flüsterte Carl zu Dorina. Diese gab ihm noch eine Thermokanne mit Kaffee mit und er stieg in den Alfa ein und fuhr einem erneuten Abenteuer entgegen. Dorina blieb winkend und weinend zurück.

Carl fuhr auf dem Autobut einer der gefährlichsten Autorouten Europas nach Osijek. Von dort Richtung Opcina Virovitica im ersten Teil an der ungarischen Grenze entlang. Es kamen ihm nagelneue Zugmaschinen ohne Auflieger entgegen, kilometerlange Militärkolonen begegneten ihn. Dann musste er wieder ewig hinter irgendwelchen Landmaschinen herfahren ohne überholen zu können. In Opcina Virovitica wurde dann über ein kleines Kaff namens Vukosavljevica umgeleitet. Carl schob ziemlichen Frust und steuerte mit hohem Tempo durch die enge Naturstraße, die sich in einem ziemlich schlechten Zustand befand. Nach einer schmalen, schlecht ausgebauten Kurve ratterte er in eine Gruppe von Gänsen. Er hielt nicht an und fuhr einfach weiter. Im Rückspiegel sah er einen wild gestikulierenden Bauern, was ihn jetzt nicht weiter berührte. Die Schwermut hatte ihn gepackt, die Trennung von Dorina bereitete ihm jetzt schon große Bauchschmerzen. Nach einigen Kilometern befand er sich wieder auf dem regulären Autobut. Varazdin war die nächste größere Stadt, danach folgte Ptuj. Dort machte er in einem kleinen Cafe eine erste kurze Rast. Kaffee und Toilette, den aus der Thermokanne, den Dorina für ihn gekocht hatte, war längst leergetrunken. "Danke", wäre sein Wort gewesen als er sich von ihr verabschiedete. "Wird schon", dachte er und musste an die Zollkontrolle am Wurzenpass denken. Leute schauten seinen Leichenwagen an, den er vor dem Cafe geparkt hatte und lachten. Er schüttete die 40 Liter Diesel aus den zwei Kanistern in den Tank, auf der Ladefläche das Alfas herrschte ein heilloses Durcheinander.

An der türkisfarbenen Save ging es weiter Richtung Kranjska Gora nur noch wenige Kilometer vom Wurzenpass entfernt, der ihn über die Karawanken leiten sollte. Mit seinen 18% ist die Passstraße eine der steilsten überhaupt. Viele vollgepackte türkische Gastarbeiterautos mit Teppichen und anderen Habseligkeiten auf den Dachgepäckträger, blieben im Anstieg stehen und die Kühler dampften. Carl kam gut durch und musste oben durch die Zollstation. Er hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch als er sich der Warteschlange vor dem Zollgebäude anschloss. "Der Nächste bitte", tönte es aus einem Lautsprecher. Er war dran. Der Zöllner beugte sich an das Autofenster, "Ham mer was zu verzöin?" "Nein

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