text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Ein Liebesabenteuer von Dumas, Alexandre, d. Ält. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2014
  • Verlag: Manesse
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ein Liebesabenteuer

Dichter in den besten Jahren trifft junge Schauspielerin - Alexandre Dumas gestaltet aus einer privaten Episode eine hinreißende Erzählung um Eros und platonische Leidenschaft. Zwei verwandte Seelen umkreisen sich in inniger Hingabe an den schönsten Schauplätzen des alten Europa. Eine Begegnung, wie sie in jedem Leben nur einmal vorkommt.
Paris, im Herbst 1856: Alexandre Dumas erhält überraschend Besuch von einer zauberhaften Frau, Lilla Bulyowsky, eine fünfundzwanzigjährige Schauspielerin aus Budapest. Ohne Umschweife bittet sie Dumas, sie in die Welt der französischen Künstler einzuführen. Aber nur das, und nicht mehr, betont sie gegenüber dem galant auftretenden Schriftsteller: 'Ich habe einen Gatten, den ich liebe, und ein Kind, das ich vergöttere.'
Als Lilla einen Monat später aufbricht, beschließt Dumas, sie zu begleiten. Ob auf der Grand-Place in Brüssel oder während der romantischen Schiff fahrt auf dem Rhein, es herrscht ein beständiges erotisches Knistern. Schafft es der charismatische Lebemann doch noch, die Mimin zu erobern? Flinkzüngige Wortwechsel, schräge Figuren und eine Vielzahl heiterer Anekdoten erheben dieses Buch zu einem fulminanten Lesevergnügen.

Alexandre Dumas (1802-1870) erhielt nur eine dürftige Schulbildung, feierte aber schon 1824 rauschende Erfolge als Theaterautor. Ab 1844 schuf er mit Abenteuerromanen wie "Die drei Musketiere" und "Der Graf von Monte Christo" Klassiker der Unterhaltungsliteratur. Ihm werden zahllose Affären nachgesagt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 10.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641151263
    Verlag: Manesse
    Originaltitel: Une aventure d'amour
    Größe: 602 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Ein Liebesabenteuer

I

Eines Morgens im Herbst 1856 öffnete mein Diener - ich hatte ihm ausdrücklich Anweisung gegeben, mich nicht zu stören - die Tür meines Arbeitszimmers, und da ich höchst vielsagend das Gesicht verzog, meinte er: "Monsieur, sie ist ausgesprochen hübsch."

"Wer denn, du Schwachkopf?"

"Die Person, wegen der ich mir erlaube, Monsieur zu stören."

"Hübsch oder nicht, was schert es mich? Du weißt sehr wohl, dass ich für niemanden zu sprechen bin, wenn ich arbeite."

"Und außerdem kommt sie", so fuhr er fort, "auf Empfehlung eines Freundes von Monsieur."

"Wie heißt dieser Freund?"

"Er wohnt in Wien."

"Wie dieser Freund heißt?"

"Ach Monsieur, ein komischer Name, ein Name wie 'Rubin' oder 'Diamant'."

"Saphir 1 ?"

"Jawohl, Monsieur, Saphir, so heißt er."

"Dann ist es etwas anderes; führ sie hinauf ins Atelier und bring mir einen Hausmantel herunter."

Mein Diener ging hinaus.

Ich hörte, wie leichte Schritte an meiner Tür vorübergingen; alsbald kam Monsieur Théodore herunter, meinen Hausmantel über dem Arm.

Wenn ich einem Diener ein solches Zeichen der Wertschätzung zuteilwerden lasse, nämlich ihn "Monsieur" zu nennen, dann weil er sich entweder durch Dummheit oder durch Listigkeit hervortut.

Drei Exemplare dieser Gattung, wie sie einem schöner nicht begegnen, habe ich um mich gehabt: Monsieur Théodore, Monsieur Joseph und Monsieur Victor.

Monsieur Théodore war lediglich dumm, das jedoch auf vortreffliche Weise.

Letzteres halte ich hier nur nebenbei fest, damit die Herrschaft, bei der er derzeit in Diensten ist, so er denn überhaupt eine Herrschaft hat, ihn nicht mit den beiden anderen verwechselt.

Im Übrigen hat die Dummheit gegenüber der Listigkeit einen großen Vorteil: Man sieht immer recht bald, dass man einen Dummkopf zum Diener hat, aber man bemerkt immer zu spät, dass man einen Spitzbuben zum Diener hat.

Théodore hatte seine Günstlinge; meine Tafel ist immer von so großem Umfang, dass zwei oder drei Freunde mit daran Platz nehmen können, auch wenn sie unangemeldet erscheinen. Nicht immer erwartet sie ein gutes Mahl, aber immer ein guter Empfang.

An den Tagen nun, an denen es nach Monsieur Théodores Geschmack gutes Essen gab, setzte Monsieur Théodore diejenigen unter meinen Freunden oder Bekannten, die er den anderen vorzog, davon in Kenntnis.

Allerdings sagte er je nach dem Grad der Feinsinnigkeit der Betreffenden zu den einen: "Monsieur Dumas hat heute Morgen gesagt: 'Es ist lange her, dass ich den werten Soundso zuletzt gesehen habe; es wäre schön, wenn er mich fragen würde, ob er sich heute bei mir zum Diner einfinden könnte.'"

Und in der Gewissheit, einem Wunsch zu entsprechen, fand sich der Freund zum Diner ein.

Bei den anderen, weniger feinsinnigen begnügte Théodore sich damit, sie mit dem Ellbogen anzustoßen und zu sagen: "Heute gibt es etwas Gutes zu essen; kommen Sie doch."

Und der Freund, der ohne diese Einladung wahrscheinlich nicht gekommen wäre, stellte sich daraufhin zum Diner ein.

Ich führe hier nur dieses eine Detail der komplexen Persönlichkeit des Monsieur Théodore an; wollte ich das Porträt vervollständigen, würde ich ein ganzes Kapitel dafür brauchen.

Nun also zurück zu dem von Théodore gemeldeten Besuch.

Mit meinem Hausmantel bekleidet, wagte ich mich zum Atelier hinauf. In der Tat traf ich dort eine bezaubernde junge Frau an, sie war von hohem Wuchs und hatte einen strahlend weißen Teint, blaue Augen, braunes Haar und wunderschöne Zähne; sie trug ein perlgraues, hochgeschlossenes Taftkleid, ein Tuch von arabischem Schnitt und Stoff und einen dieser bezaubernden Hüte, die beim Pariser Geschmack leider ein wenig in Ungnade gefallen sind und die selbst hässlichen oder nicht mehr ganz jungen Frauen so gut stehen, dass man sie in Deutschland "der l

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen