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Ein Mädchen zum Verlieben Roman von Brown, Amanda (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Ein Mädchen zum Verlieben

Zwei überzeugte Singles und ein kleines Mädchen ...

Eine beinharte Karrierefrau und ein wohlhabender Lebemann, der stets auf Partys oder Golfplätzen zu finden ist. Doch die beiden Singles haben etwas gemein: Sie sind die Pateneltern der kleinen Emily, deren Eltern bei einem Flugzeugunglück umkamen. Von da an steht ihr Leben auf dem Kopf.

Amanda Brown, geboren in Paradise Valley in Arizona, ist eigentlich noch Jurastudentin an der Stanford Law School, doch ihr durchschlagender Bucherfolg hat sie davon überzeugt, Schriftstellerin zu werden. Ihr Erstlingswerk 'Natürlich Blond' wurde sofort verfilmt und das Ergebnis war eine Nominierung für den Golden Globe im Jahr 2001. Auch ihr neues Buch soll mit der Oskar-Gewinnerin Hillary Swank als Hauptdarstellerin verfilmt werden. Amanda Brown, verheiratet und Mutter einer dreijährigen Tochter, pendelt zwischen Los Angeles und San Francisco. Sie arbeitet bereits an einem dritten Buch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 100
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641190019
    Verlag: Heyne
    Größe: 1186kBytes
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Ein Mädchen zum Verlieben

Erstes Kapitel

Becca Reinharts lebhafte Augen funkelten, während sie sich auf die Stimme konzentrierte, die aus dem Headset schallte. Dann schüttelte sie so heftig den Kopf, dass ihr offenes schwarzes Haar die Schultern streifte. Ihre Antwort war unerbittlich: Nein.

Becca lehnte am Schreibtisch und stützte sich mit ihren schlanken Armen an der Kante ab. Ihr Blick wanderte über die üppig grünen, noch immer von Tau benetzten Baumkronen vor ihrem Bürofenster. Dann atmete sie tief durch, rückte das Headset zurecht und begann, mit raschen Schritten auf und ab zu gehen.

In den Rand des türkischen Teppichs war ein deutlich sichtbarer Pfad gewetzt - das Resultat unzähliger intensiver Telefonate. Das zarte Muster aus Scharlachrot, Gold und Kobaltblau, das einstmals die Kante des handgeknüpften Prachtstücks geziert hatte, war im Laufe der Jahre unter Beccas unermüdlichen Schritten zerschlissen. Vielleicht hätte sie den kostbaren Teppich nie in ihr Büro legen sollen, denn sie hatte ihn nicht nur ruiniert, vielleicht passte er gar nicht in ihre Welt. Für Zartheit war in Beccas hektischem, ganz auf Erfolg und Geschäfte ausgerichteten Leben kein Platz.

"Nein! Kommt überhaupt nicht in Frage!", beharrte Becca, grinste dabei jedoch amüsiert. "Ich bin dem Kerl schließlich schon mal begegnet. Dem ist jede Art von Anstand fremd. Nicht einmal Abby Joseph Cohen würde dem ein Geschäft anbieten - und das will was heißen!"

Becca blieb vor dem ledernen Schreibtischstuhl mit den Messingbeschlägen stehen, der ihr vorwiegend als Ablage für eingehende Unterlagen und Faxe diente. Wer sie kannte, vermochte das Ende ihrer Wanderung als sicheres Zeichen zu deuten, dass sie die gegenwärtige Diskussion oder den gerade anstehenden Deal zum Abschluss zu bringen gedachte. Wenn sie für jeden Anwalt, mit dem ihre Mutter sie verkuppeln wollte, fünf Cents bekäme, hätte sie sich zur Ruhe setzen können.

"Vergiss es!", sagte Becca jetzt fest. "Der Typ wäre eine glatte Fehlinvestition." Sie warf einen Blick in ihren aufgeschlagenen Terminkalender. "Ich habe sowieso keine Zeit. Nächste Woche bin ich bis einschließlich Samstag in Hongkong."

Zwar standen Beccas Füße inzwischen still, doch nun setzten sich ihre Hände in Bewegung. Ohne es recht zu merken, malte sie kleine Muster in das Samstagsfeld des Kalenders.

"Ich weiß, dass das ein Feiertag ist, Mom", sagte sie und seufzte.

Wieder wanderten ihre Augen zum Fenster. Der Blick auf den Central Park, Manhattans großes, starkes Herz, war einer der großen Pluspunkte ihres Büros, das auf der West 57th Street lag. Zwischen dem Stahl und Beton der Stadt wirkte der Park wie eine grüne Insel. Mit ruhiger Stimme sprach Becca weiter.

"Ich habe einen Termin beim Finanzminister, Mom. Was hätte ich denn tun sollen? Absagen?"

Sie betrachtete die auf dem Schreibtisch verteilten Schriftstücke. Ein Blick auf den Computerbildschirm sagte ihr, dass inzwischen Dutzende neuer E-Mails eingegangen waren. Jede einzelne davon fiel in die Kategorie 'dringend'.

"Schon gut, Mom. Ich versuche es", versprach sie.

Als Philippe, Beccas kleiner flinker Sekretär, den Kopf zur Tür hereinsteckte, winkte sie ihn näher. Philippes Haar, das bis vor kurzem noch nachtschwarz gewesen war, zierten nun graue Strähnchen. Der Effekt war ein Salz-und-Pfeffer-Look, für dessen Beseitigung andere Leute ein kleines Vermögen ausgaben. Mit einer einladenden Handbewegung forderte Becca Philippe auf, sich auf die Couch zu setzen.

Philippe erwiderte ihr Lächeln, lehnte sich auf dem Sofa zurück und wartete. Er begann, in der neuesten Ausgabe von The Economist zu blättern, dem einzigen Lesematerial, das auf Beccas Couchtisch auslag.

Heute war der dritte September, aber man hätte meinen können, es sei erst Juni. Die Luft war feucht und stickig, und über der Stadt hing eine dichte Dunstglocke. Die Sonne sah aus wie eine überreife Frucht un

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