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Ein Ort für unsere Träume Roman von Harmel, Kristin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Ein Ort für unsere Träume

Eine große Liebe in Paris zur Zeit des Zweiten Weltkrieges ...
New York 1939: Die junge Amerikanerin Ruby liebt das Leben und die Liebe. Als sie den Franzosen Marcel kennenlernt, ist es sofort um sie geschehen - überglücklich nimmt sie seinen Heiratsantrag an und zieht mit ihm nach Paris. Doch die Deutschen haben Frankreich besetzt, und die Lebensbedingungen sind schwierig. Auch Rubys Ehe verläuft kompliziert, denn Marcel scheint etwas vor ihr zu verbergen. Der einzige Halt für Ruby ist die Nachbarstochter Charlotte. Als Marcel den Krieg nicht überlebt, bricht für Ruby eine Welt zusammen. Bis eines Tages ein junger Mann vor ihrer Tür steht - eine Begegnung, die alles verändern wird ...

Kristin Harmel ist Autorin und Journalistin. Ihre Bestseller Solange am Himmel Sterne stehen, Über uns der Himmel und Heute fängt der Himmel an waren in Deutschland große Erfolge und verzauberten auch weltweit viele Leserinnen. Auch ihr neuester Roman Ein Ort für unsere Träume erzählt wieder eine bewegende Geschichte von Liebe und Verlust. Kristin Harmel lebt mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn in Orlando, Florida.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 17.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641218195
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Room on Rue Amelie
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Ein Ort für unsere Träume

Kapitel 2

Dezember 1938

Als Ruby Henderson Marcel Benoit zum ersten Mal sah, wusste sie, dass ihr Leben sich verändern würde.

Als sie an einem feuchten und frostigen Donnerstagnachmittag in das Café Claude auf der Westseite des Central Parks schlenderte, hatte sie sich lediglich aufwärmen wollen. Es war drei Tage vor Weihnachten, und sie war die eisigen Winter des Nordostens noch immer nicht gewohnt. Die durchdringende Kälte half auch nicht gegen ihr Heimweh. Sie hatte sich für die Semesterferien kein Ticket zurück nach Südkalifornien leisten können, aber ihre Eltern zu sehen, hätte die Einsamkeit vielleicht ohnehin nur noch verschlimmert. Außerdem war es Ruby selbst gewesen, die vor fast vier Jahren darauf bestanden hatte, dass es eine gute Idee war, ihre kleine Wüstenstadt zu verlassen, um in Manhattan zu studieren. Ich bin auf der Suche nach einem großen Leben , hatte sie mit allem Selbstbewusstsein, das sie aufbringen konnte, verkündet. Und mitten im Nirgendwo werde ich es nicht finden .

Aber jetzt, umgeben von Müttern, die die Hände fröhlicher Kinder in dicken Jacken hielten, und mit Weihnachtsliedern und dem Geruch gerösteter Kastanien in der Luft, wünschte sie unwillkürlich, sie wäre nicht so allein. Während ein paar Schneeflocken von dem grauer werdenden Himmel zu schweben begannen, wandte sie den Blick seufzend vom Fenster ab und vertiefte sich wieder in Fitzgeralds Die Schönen und Verdammten . In einem guten Buch konnte sie immer Trost finden.

Sie hatte eben einen Schluck von ihrem schwarzen Kaffee genommen, als die Cafétür aufging und eine kräftige Windböe einen Mann in einem schwarzen Wollmantel hereinwehte. Er nahm seinen Hut ab, unter dem ein dichter Schopf dunkler Haare und gemeißelte Züge, die sie ein wenig an Cary Grant erinnerten, zum Vorschein kamen. Ruby stockte der Atem, während sie ihn anstarrte. Er hatte irgendetwas an sich, irgendetwas Mysteriöses und Magnetisches, das es ihr unmöglich machte wegzusehen.

Der Blick des Mannes landete auf ihr, und er lächelte ein langsames, vollkommenes Lächeln. Er bahnte sich leicht humpelnd einen Weg zu dem Tisch gegenüber ihrem und setzte sich, legte seinen Mantel ab, unter dem ein tadellos geschnittener marineblauer Anzug zum Vorschein kam. "Na, hallo", sagte er, als würden sie sich einen Tisch teilen, als wäre er nur wegen ihr hier. Sie glaubte, die Spur eines Akzents herauszuhören. Er war jung, nicht mehr als vier oder fünf Jahre älter als sie.

"Hallo." Sie bemühte sich um einen beiläufigen Ton, als passierte ihr so etwas ständig, aber sie befürchtete, dass ihre glühenden Wangen sie verrieten.

"Ich bin Marcel Benoit." Die Art, wie er sie ansah, gab ihr das Gefühl, als wären sie die einzigen Menschen auf der Welt.

"Ruby Henderson."

"Warten Sie auf jemanden?" Ja, er hatte eindeutig einen Akzent, kultiviert und exotisch. Britisch vielleicht? Nein, das war es nicht.

Ruby holte tief Luft und erwiderte das Mutigste, was sie je zu einem Mann gesagt hatte. Es war schließlich bald Weihnachten, und sie hatte nichts zu verlieren. "Vielleicht habe ich ja auf Sie gewartet."

Sein Lächeln wurde langsam breiter. "Na ja, wenn das so ist, darf ich mich vielleicht zu Ihnen setzen?"

Ruby nickte, und er erhob sich, griff nach seinem Mantel und Hut und nahm ihr gegenüber Platz. Er roch nach Pfeifentabak, süß und würzig, und von Nahem konnte sie zwei winzige Sommersprossen genau unter seinem rechten Auge sehen. Seine Augenbrauen waren dicht und dunkel, und seine Nase und Wangenknochen sahen aus, als wären sie aus Marmor gemeißelt.

"Ich habe eben mein Schicksal dafür verflucht, dass ich über die Feiertage so weit weg von zu Hause gestrandet bin", sagte er, während er sie ansah. "Aber jetzt denke ich, dass das vielleicht gar nicht so schlecht ist."

"Woher sind Sie?"

"Paris."

Natürlich war er das. Jetzt erkannte

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