text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Ein Schotte kommt selten allein Roman von Müller, Karin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2020
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ein Schotte kommt selten allein

Eine Busreise zum Verlieben!
Zu ihrem vierzigsten Geburtstag bekommt Janne von ihren Freundinnen eine Busreise nach Schottland geschenkt. Der absolute Albtraum! Denn obwohl Janne Schottland liebt, findet sie, dass eine Busreise höchstens etwas für Senioren und Langweiler ist. Und spätestens als sie eingeklemmt zwischen dem überkorrekten Reiseleiter und lauthals singenden Outlander -Fans sitzt, ist sie sich sicher: NIE WIEDER Busreise! Doch dann schaut Janne beim Whisky-Tasting etwas zu tief ins Glas und landet prompt im falschen Bus: neben dem unglaublich netten Schotten Alex. Und plötzlich findet Janne Busfahren gar nicht mehr so furchtbar ...

Karin Müller arbeitete nach dem Studium und einer journalistischen Ausbildung beim Hörfunk jahrelang als Redakteurin. Obwohl sie die schottische Landschaft, die Serie "Outlander" und die Gastfreundlichkeit der Schotten liebt, ist sie kein Fan von Busreisen. Ausprobiert hat sie es natürlich trotzdem und schrieb danach ihr wunderbares Romandebüt "Ein Schotte kommt selten allein". Die Autorin lebt mit ihrer Familie bei Hannover.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 11.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641240196
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Penguin Taschenbuch 10453
    Größe: 4909 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Ein Schotte kommt selten allein

2

Ein Freund, ein guter Freund_...

Zehn Minuten später sitze ich eingequetscht zwischen meinen Lieblingsmenschen, Luftballons und Papierschlangen, mit zusammengepressten Knien und hängenden Schultern auf meinem Lieblingssofa. Dafür, dass ich allein sein wollte, ist es ganz schön eng hier.

Imme hat wirklich alle zusammengetrommelt. Alle außer Susa. Die Glückliche liegt mit Grippe und vierzig Grad Fieber im Bett, und ich würde auf der Stelle mit ihr tauschen. Meine Freundinnen sehen mich an und erwarten, dass ich mich freue. Und das tue ich natürlich auch. Ehrlich! Aber ich bin noch immer in diesen Klamotten gefangen. Ich konnte gerade noch den blöden Reißverschluss wieder hochziehen. Nicht mal ein klitzekleines Löffelchen Tiramisu konnte ich mir stibitzen. Aus meinem eigenen Kühlschrank!

»Ach, Süße, sag mal, weinst du etwa?« Imme steht vor mir, beugt sich gerührt zu mir herunter und hält mir ein Sektglas hin.

»Deine Augen sind ganz rot«, bestätigt Mareike, die neben mir sitzt und ein zerknittertes Taschentuch zückt, um mir damit den Augenwinkel zu betupfen. Fehlt nur noch, dass sie reinspuckt wie bei Klein Elsa.

»Nein«, widerspreche ich heiser. Meine Augen brennen verdächtig. Aber die Ursache dafür ist nicht meine Rührung über diese Überraschungsparty zu meinem Vierzigsten, nicht einmal die Erschöpfung nach vierzehn, teils sehr nassen Stunden im Job. Ich fühle mich gerade einfach nur komplett überfordert von so viel_... Liebe.

Sieben Augenpaare kleben an mir: die energischen meiner künstlerisch hochbegabten Freundin Dana, die leicht glasigen von Merle, meiner immer gut gelaunten Haustierärztin. Die grünen Augen gehören meiner Ex-Kollegin Saida, dem Technik-All-Star mit dem beneidenswert sportlichen Traumbody. Mareikes braune Augen mustern mich jungmütterlich müde und besorgt. Marie fixiert mich nachbarschaftlich liebevoll in Eisblau. Die Luchsaugen mit den Falten drum herum gehören der Hundebesitzerin Leonie, die meine Filmleidenschaft und mein Faible für funktionsorientierte Klamotten teilt. Und dann sind da noch die stark geschminkten Augen mit Rändern darunter, die noch dunkler sind als die von Mareike - die gehören Imme. Moment mal, Schwesterchen, hast du dich schon wieder mit diesem verheirateten Typen getroffen? Inquisitorisch scanne ich ihr sommersprossiges Gesicht. Imme bläht nur kurz die Nasenflügel und trötet gut gelaunt in eine dieser aufgerollten Papierpfeifen, die einem eine lange Nase machen und dabei klingen wie ein Alleinunterhalter auf Klebstoff.

Ich hebe mahnend die Augenbrauen, aber sie weicht meinem Blick einfach aus und wühlt so konzentriert in der Schale mit den Kartoffelchips, als ob auf deren Grund ein Diamant versteckt wäre. Imme ist definitiv die Leichtlebigere von uns beiden. Ich vermute, dass sie das mit ihrem notorischen Putzfimmel zu kompensieren versucht. Oder andersherum. Bevor sie meine gerahmten Landschaftsfotos und Schnappschüsse auf dem antiken Büffett mit Girlanden umrankt hat, hat sie erst mal überall Staub gewischt - darauf wette ich. Sie hasst meine Flohmarkteinrichtung. Ihre Wohnung sieht aus wie am Einzugstag, und zwar, bevor die Kartons mit der persönlichen Habe ausgepackt wurden. Bei mir wirkt es genau umgekehrt - wobei ich nicht besonders viel besitze, auch weil meine Ex-Freunde bei ihrem jeweiligen Auszug schleichend mein Inventar verschlankt haben. Imme hätte das längst hochwertig ersetzt, ich bummele lieber über einen Trödelmarkt, wenn ich etwas brauche, oder improvisiere. Mein Blick streift das ein oder andere in Umlauf befindliche Sektglas. Alle sind verschieden, und eins ist - oh - das Saftglas mit dem Pinguin. Wo hat sie das denn gefunden?

Eigentlich haben Imme und ich nur die dunkelblauen Augen und die schlanke Figur gemeinsam. Wir können futtern wie die Scheunendrescher und nehmen nie ein Gramm zu, leider auch nicht an den richtigen Stellen. Imme behauptet, ich

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen